es folgen: Verweise auf andere Richtlinien und Aufsätze zum
Thema
Diese Richtlinien[1] geben Hinweise für
die Abfassung terminologischer Diplomarbeiten (DAT) hinsichtlich Themawahl,
Materialbeschaffung, Gliederung, formale Gestaltung und Informationsangebot.
Sie basieren auf den Erkenntnissen und Erfahrungen aus rund 500 DAT, die in der
50jährigen Geschichte des Fachbereichs Angewandte Sprach- und
Kulturwissenschaft (FASK) der Universität Mainz/Germersheim erarbeitet
wurden. Sie gelten für alle terminologischen Diplomarbeiten an allen
Instituten
des FASK Germersheim sowie am Institut für Sprach- und
Übersetzungswissenschaft (ISÜW) der Universität Leipzig.
Für Arbeiten in der Englischen Abteilung des ISÜW sind die
Richtlinien verbindlich. Ansonsten gilt: Unbegründete Nichtbeachtung
verringert mit großer Wahrscheinlichkeit die Qualität,
Nützlichkeit und Publikationschancen der Arbeit.
1
Hintergrund
Die explosionsartige Vermehrung des Wissens, vor allem im naturwissenschaftlich-
technischen
Bereich, bedeutet eine entsprechende Zunahme fachsprachlicher Begriffe.
Für die praktische Arbeit des Übersetzers/Dolmetschers (im folgenden
kurz: Translator) gewinnt die Terminologiearbeit, d.h. das Erfassen, die Pflege
und die Bereitstellung ein-
oder mehrsprachiger terminologischer Datenbestände, daher ständig an
Bedeutung. Die Berufspraxis des Translators ist nahezu ausschließlich von
Fachtexten bestimmt und verlangt daher eine vielseitige Qualifikation, zu der
nicht nur das Übersetzen und Überprüfen von Fachtexten, sondern
auch das Ausführen und Organisieren von Terminologiearbeit gehört.
Diese Arbeit kann je nach Arbeitsbedingungen und Zeitrahmen vor, während
oder nach einem Übersetzungsauftrag durchgeführt werden, d.h.,
Terminologiearbeit ist auftragsvorbereitend, -
begleitend
oder -
auswertend.
Der für Übersetzungsaufträge zur Verfügung stehende
Zeitrahmen ist allerdings in der Regel so knapp, daß dem Übersetzer
oft keine Zeit für solide terminologische Vor-
oder Nacharbeit bleibt. In der Praxis beschränkt man sich daher (zumindest
bisher) meist auf auftragsbegleitende Terminologiearbeit. Da diese wiederum nur
quasi "nebenbei" erfolgt, bleiben derart gewonnene terminologische
Einträge häufig auf Wortgleichungen beschränkt, die im Grunde
nur im jeweiligen Kontext Gültigkeit haben und sowohl für externe
Benutzer als auch in anderen Texten wenig hilfreich sind. Ein derart
rudimentäres terminologisches Informationsangebot ist nicht nur in
firmeninternen Terminologiesammlungen üblich, sondern auch in teuren
Fachwörterbüchern anzutreffen. So ist einerseits aufgrund der immer
kürzeren Innovationszyklen eine drastisch wachsende Nachfrage nach
seriöser Terminologiearbeit festzustellen, andererseits aber trotz der
Flut von Fachwörterbüchern ein für professionelles Arbeiten
unbefriedigendes Informationsangebot zu beklagen. Dies gilt besonders für
die sog. Neuen Technologien, aber auch in "klassischen" Bereichen gibt es
erstaunliche Lücken: So existieren beispielsweise bis heute (1996) keine
brauchbaren Wörterbücher zum Bereich Kraftfahrzeugtechnik im
Sprachenpaar Deutsch-
Portugie-sisch.
Eine Lösung können terminologische Diplomarbeiten (DAT) darstellen.
2
Nutzen
von DAT
2.1
Grundsätzliches
Grundsätzlich gilt: Der Verfasser einer DAT liefert einen Beitrag zur
Terminologieforschung. Diese ist Teil der Fachsprachenforschung und hat das
Ziel, den Ist-
Zustand
fachsprachlicher Realität zu beschreiben. Die Erfassung fachsprachlicher
Realität liefert eine der Grundlagen für die fachsprachliche
Ausbildung von Diplom-
Übersetzern
und Diplom-
Dolmetschern. Nach diesen Richtlinien erstellte DAT haben außerdem einen
deutlichen Translationsbezug und liefern insofern auch einen Beitrag zur
Übersetzungswissenschaft (Translatologie). Gute DAT können zum Aufbau
der Terminologiebanken an den translatorischen Ausbildungsstätten (z.B.
die Datenbank FASTERM am FASK mit bereits über 100,000 Einträgen)
beitragen, die wiederum von Studenten und Lehrenden für Unterricht,
Forschung und Übersetzungen genutzt werden können. DAT können
auch die Qualität neuer Wörterbücher fördern oder im Rahmen
konkreter Wörterbuchprojekte angefertigt werden. Insofern liefern DAT
generell einen Beitrag zur Erleichterung fachsprachlicher Kommunikation und
translatorischer Arbeit in Ausbildung und Praxis.
Die Erfassung des Ist-
Zustandes
ist aber auch Grundlage für die Terminologie-
Normung,
d.h. die Beschreibung des Soll-
Zustandes
mit Hilfe von Terminologieempfehlungen der Normenorganisationen (wie z.B. DIN,
ÖNorm, ISO, ASTM etc). DAT dienen also auch der Verbesserung
fachsprachlicher Realität.
Zu diesen Zwecken pflegen translatorische Ausbilungsstätten mit intensiver
Terminolgieforschung Kontakte mit den Normenorganisationen, mit den
Sprachendiensten von Unternehmen und internationalen Organisationen und mit
Wörterbuchverlagen.
2.2
Nachteile
Die Erstellung einer DAT ist -
auch wenn dies auf den ersten Blick nicht so aussehen mag -
tendenziell eher zeit-
und arbeitsaufwendiger als andere Formen von Diplomarbeiten.
Erfahrungsgemäß wird dieser Aufwand von den meisten DAT-
Verfas-sern
zunächst unterschätzt. Generell gehört zu diesem Aufwand die
Einarbeitung in ein Fachgebiet, dessen Komplexität in der Regel
unterschätzt wird; dann die meist langwierige Phase der
Materialbeschaffung -
hierfür sind mindestens einige Monate anzusetzen; die terminologische
Auswertung des Materials unter Beachtung terminologischer Prinzipien, die
ebenfalls erst zu lernen sind; je nach Art der DAT kommt hinzu die
terminographische Aufbereitung und Eingabe in die Terminologiedatenbank, das
Verfassen einer textsorten- und adressatengerechten Einführung in das
Fachgebiet und die Erörterung translatorisch relevanter Besonderheiten.
Auch der Umfang wird in der Regel größer als vorgesehen -
Arbeiten mit 200 bis 300 Seiten Umfang sind keine Seltenheit. Andererseits
macht die Note einer Diplomarbeit meist nur einen Bruchteil der Gesamt-
Examensnote
aus.
2.3
Vorteile
Dem stehen einige Vorteile gegenüber:
Durch die Einarbeitung in ein Fachgebiet und die zweisprachige
terminologische Auswertung der Literatur dieses Fachgebiets hat der Verfasser
zunächst den persönlichen Gewinn einer erheblichen
Horizonterweiterung, die nicht selten im ganzen späteren Leben
nützlich ist.
Aufgrund der in der Berufspraxis wachsenden Bedeutung von
Terminologiearbeit generell und computergestützter Terminologiearbeit
speziell ist einschlägige Erfahrung, wie sie durch eine DAT nachgewiesen
werden kann, bei einer Bewerbung grundsätzlich von Vorteil, immer
häufiger ist sie sogar eine Einstellungsvoraussetzung. Dies gilt
keineswegs nur, wenn das bearbeitete Fachgebiet/Thema unmittelbar relevant
für den potentiellen Arbeitgeber ist, denn in jedem Fall hat der DAT-
Verfasser die bewerbungsrelevante Fähigkeit nachgewiesen, sich relativ
kurzfristig und gründlich in ein neues Fachgebiet einarbeiten zu
können.
Je nach Attraktivität des Themas und Qualität der Arbeit besteht
die Möglichkeit, die DAT ganz oder teilweise zu publizieren. Die
Zeitschrift Lebende Sprachen beispielsweise veröffentlicht
seit vielen Jahren regelmäßig Glossare (meist auszugsweise) aus
Terminologiearbeiten. Gelegentlich zeigen sich auch Fachzeitschriften des in
der Arbeit behandelten Fachgebiets an diesen Glossaren interessiert. Mitunter
sind Unternehmen, die den Verfasser mit Informationen unterstützt haben,
nicht nur an einem Belegexemplar interessiert (was je nach Umfang der
Unterstützung selbstverständlich zur Verfügung gestellt werden
sollte), sondern bieten freiwillig eine Honorierung hierfür an.
Von den genannten eher sporadischen Fällen abgesehen, blieben die
meisten DAT bisher relativ unzugänglich, insbesondere für externe
Benutzer. Mit viel Mühe und Sorgfalt erarbeitetes terminologisches
Material blieb daher entweder überhaupt ungenutzt oder war veraltet, bevor
der Translator "draußen" von seiner Existenz erfuhr.
Seit 1988
besteht ein Vertrag mit dem naturwissenschaftlich-
technischen
VCH-
Verlag
in Weinheim, der es ermöglicht, geeignete DAT im Rahmen einer Reihe
"TexTerm" mit einheitlichem Erscheinungsbild zu publizieren. Ähnliche
Konstrukte auf der wirtschaftlich vertretbareren Basis des "Print-On-Demand"
sind in Vorbereitung. DAT-
Verfasser
haben damit die Möglichkeit, bereits am Eintritt in das Berufsleben mit
einer Publikation aufwarten zu können -
was nicht nur gut für das Selbstbewußtsein ist, sondern wiederum ein
Bewerbungsvorteil.
3
Prozedere
3.1
Betreuer
Der Verfasser bzw. die Verfasserin einer DAT (im folgenden kurz: Vf.)
benötigt zunächst einen Betreuer der Arbeit, den sog. Referenten.
Dieser ist ein Universitätsprofessor. Je nach Thematik zieht dieser einen
Korreferenten heran. Das ist meist der fachlich zuständige Dozent der
betreffenden Fachrichtung oder der für das betreffende Sprachenpaar
zuständige Dozent für fachsprachliche Übersetzungen. Referenten
und Korreferenten können bei Bedarf auch externe Fachleute hinzuziehen. Am
FASK ist für allgemein fachsprachliche und terminologische, und
insbesondere computerterminographische Aspekte der Leiter der
Fachgruppe
Terminologie zuständig.
3.2
Thema
3.2.1
Grundsätzliches
Durch die Diplomarbeit soll der Nachweis erbracht werden, daß der/die
Kandidat/in in der Lage ist, ein Problem seiner/ihrer Fachrichtung
selbständig nach wissenschaftlichen Methoden zu bearbeiten. Aus dem
Kriterium "Problem seiner/ihrer Fachrichtung" ergibt sich bereits, daß an
translatorischen Ausbildungsstätten keine primär technischen,
wirtschaftswissenschaftlichen, juristischen oder medizinischen Arbeiten
geschrieben werden. Unser Gegenstand sind alle Aspekte, die beim
Übersetzen von Fachtexten zu beachten sind; hierzu gehören auch, aber
keineswegs ausschließlich, Terminologieprobleme. Ziel wissenschaftlicher
Arbeit ist es generell, die Erkenntnis in einem bestimmten Bereich zu
erweitern; bei DAT erfolgt dies also nicht auf dem technischen,
wirtschaftlichen, juristischen oder medizinischen Fachgebiet an sich, son-
dern im Bereich der sprachlichen Abdeckung dieses Fachgebiets. Auch hierzu ist
eine gründliche Einarbeitung in das betreffende Gebiet erforderlich.
3.2.2
Themawahl
Grundsätzlich gilt, daß es vorteilhaft ist, wenn der Vf. eine
gewisse innere Affinität zum gewählten Thema mitbringt, also etwa
Vorkenntnisse oder besonderes Interesse. Ansonsten ist weder mit Freude an der
Arbeit noch mit der erforderlichen Qualität zu rechnen.
Es bestehen folgende Möglichkeiten, Themen zu erhalten:
Oft ergeben sich DAT-
Themen
aus Lehrveranstaltungen; so tauchen z.B. in Übersetzungsübungen
untersuchenswerte Kommunikationsprobleme in Fachtexten auf, oder Dozenten
weisen auf terminologisch interessante bzw. terminographisch unerschlossene
Gebiete hin. Generell haben solche Themen Vorrang, über die noch keine
oder nur unzureichende Literatur und Nachschlagewerke vorliegen; auf
technischem Gebiet trifft dies derzeit vor allem auf die sog. Neuen
Technologien und den High-
Tech-
Bereich zu. Nicht zuletzt können DAT auch in Zusammenarbeit mit
Unternehmen erstellt werden, z.B. im Rahmen oder als Folge eines Praktikums
oder Ferienjobs.
Zunächst wendet sich VF. an den Terminologiekoordinator, um prüfen zu
lassen, ob das anvisierte Thema nicht bereits vergeben bzw. ausgiebig
bearbeitet wurde. Am FASK ist das der Leiter der Fachgruppe Terminologie, am
ISÜW übernimmt diese Funktion der Leiter der Abteilung
Übersetzungswissenschaft (Englisch), Dr. Schmitt. Die FASTERM-Datenbank
ist sowohl am FASK in Germersheim als auch am ISÜW Leipzig installiert und
enthält im Modul LIT (Literatur) die
bibliographischen
Daten aller am FASK (und künftig auch: am ISÜW) erstellten DAT
sowie die von INFOTERM aus Wien gemeldeten terminologischen Arbeiten andererer
Institutionen. Eine thematisch sortierte Liste dieser Arbeiten kann auch
über das Internet eingesehen werden; die Adresse lautet:
Von dort aus kann auch zu den entsprechenden WWW-Seiten anderer Institute
verzweigt werden, wie z.B. das
IÜD
der Universität Innsbruck.
Doppelarbeit läßt sich hierdurch weitgehend vermeiden. Ist das
anvisierte Thema noch "frei", wendet sich Vf. an den zuständigen Betreuer,
um dort das Einverständnis mit dem Thema und der Betreuung der Arbeit
einzuholen. Dann meldet Vf. das Thema beim Terminlogiekoordinator an, wo es in
FASTERM.LIT gespeichert und damit "reserviert" wird. Diese Anmeldung ist
völlig unabhängig von der formalen Anmeldung beim Prüfungsamt
und damit unschädlich mit Blick auf von der Prüfungsordnung
vorgegebene Abgabefrist.
3.3
Zeitrahmen
Für die Anfertigung von Diplomarbeiten ist de jure, d.h.
durch die Prüfungsordnung, ein definierter Zeitrahmen zwischen offizieller
Anmeldung und Abgabe beim Prüfungsamt vorgesehen. Am FASK beträgt
dieser Zeitrahmen vier, am ISÜW sechs Monate. Aufgrund der bei DAT
besonders zeitraubenden Materialbeschaffungsphase ist de facto
in der Regel eher ein Zeitbedarf von rund einem Jahr anzusetzen. Vor allem das
Anschreiben von Firmen und das Warten auf Rückantworten kann sich
über Monate hinziehen, besonders dann, wenn die Arbeit seltene/spezielle
Sachgebiete und, aus europäischer Sicht, "exotischeî Sprachen
behandelt.
Fremdsprachliche Fachliteratur, besonders im nichtenglischen Bereich, ist oft
so schwierig zu beschaffen, daß es sich empfiehlt, zumindest einen Teil
der DAT-
Erstellungsphase
in das Auslandssemester zu verlegen. Da vor Beginn der Arbeit an einer
terminologischen Diplomarbeit (DAT) die Teilnahme an einem Seminar zur Methodik
computergestützter Terminologiearbeit (CTA-
Kurs)
sinnvoll und daher obligatorisch ist und dieses Seminar nur jedes zweite
Semester stattfindet, sollte rechtzeitig eine Entscheidung über die Art
der Diplomarbeit getroffen werden. Auch eine möglichst frühzeitige
Wahl eines DAT-
Themas
erleichtert die Terminplanung und wirkt damit nicht nur streßmindernd,
sondern verbessert zudem die Qualität der Arbeit.
Die Anmeldung beim Terminologiekoordinator und damit die Themareservierung
sollte also spätestens zwölf Monate vor dem gewünschten
Examenstermin erfolgen, die Anmeldung beim Prüfungsamt spätestens
vier bzw. sechs Monate vor dem Examenstermin.
3.4
Quellenmaterial
Nach der Festlegung des Untersuchungsgebietes gehört es zu den Aufgaben
des Vf., sich das nötige Quellenmaterial zu beschaffen. Bei DAT bedeutet
das die themarelevante Fachliteratur in den untersuchten Sprachen. Die
Fähigkeit, selbständig Zugang zu einem Fachgebiet zu gewinnen, sollte
im Laufe des Studiums erworben werden und ist mit der Diplomarbeit
nachzuweisen; Materialbeschaffung ist nicht Aufgabe desjenigen, der das Thema
angeregt hat.
Um die Terminologie eines Fachgebiets zu erfassen, sind alle für dieses
Gebiet relevanten Textsorten und Stiltypen zu berücksichtigen; nach
Möglichkeit sollte das untersuchte Textkorpus Texte unterschiedlichen
Fachlichkeits- und Fachsprachlichkeitsgrads umfassen; je nach Sprache und
Fachgebiet ergeben sich unterschiedliche Schwerpunkte. Zu berücksichtigen
sind vor allem: Fachbücher (z.B. Lehrbücher, Konferenzberichte),
Fachzeitschriften, Firmendruckschriften (Prospekte, Kataloge), Spezifikationen,
Bedienungs-
und Betriebsanleitungen, Werbetexte, Patentschriften, Normen u.a. Dieses
Material ist naturgemäß nicht nur aus Bibliotheken zu beschaffen,
sondern auch von den entsprechenden Stellen in der Industrie und von
Behörden.
Aktuelle Firmenanschriften und Kontaktpersonen findet man nicht nur in
Nachschlagewerken, sondern vor allem auch in den Anzeigen einschlägiger
Fachzeitschriften. Behilflich sind u.U. auch Organisationen wie der
Bundesverband Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) und die Internationale
Vereinigung Sprache und Wirtschaft (IVSW), sowie das Bundessprachenamt (BSprA),
die Sprachendienste der EG und die Gesellschaft für technische
Zusammenarbeit (GTZ).
Die Resonanz bei den angesprochenen Unternehmen/Behörden ist nahezu
ausnahmslos positiv.
3.5
Computereinsatz
Für die Erstellung des Glossars stehen den DAT-
Vf.
die
EDV-
Einrichtungen
des FASK bzw. ISÜW zur Verfügung. Insbesondere zählen hierzu
Terminologieverwaltungsprogramme, darunter das Programm
CATS,
das speziell dafür konzipiert ist, die Erstellung von DAT erheblich zu
erleichtern (
s.u.).
Auch der Textteil sollte mit einem Textverarbeitungssystem geschrieben werden.
Dies ist nicht nur einfacher, vom Ergebnis her ästhetisch ansprechender
und billiger (es entfallen etwaige Kosten für das Erstellen der
Reinschrift durch ein Schreibbüro), sondern Vf. erbringt damit auch den
Nachweis, dem Stand der Technik entsprechende übersetzerische
Arbeitsgeräte zu beherrschen. Die hierzu nötigen Kurse werden
innerhalb des Lehrplans angeboten.
3.6
Einreichung
Die Arbeit ist termingerecht (
s.o.)
beim Prüfungsamt einzureichen. Eine Nachfrist ist nur in bestimmten und
begründeten Ausnahmefällen möglich. Zusätzlich zu den
gebundenen Exemplaren der Diplomarbeit ist eine Diskette mit dem Glossar
abzugeben, damit die terminologischen Einträge nach Prüfung in die
mehrsprachige Terminologiebank der Ausbildungsstätte überspielt
werden können.
3.7
Gutachten
Die Bewertung der Arbeit wird in einem Gutachten durch den bzw. die Referenten
begründet. Das Gutachten muß unabhängig vom Einreichungstermin
der Arbeit erst vor Abschluß des Diplomprüfungstermins vorliegen,
wird jedoch so bald wie möglich erstellt.
4
Inhalt
Es gibt zwei Grundtypen von DAT, die sich durch ihre Zielsetzung unterscheiden:
Translationsorientierte Einführungen in die Terminologie eines
Fachgebiets -
mit dem Ziel, den Leser mit dem Fachgebiet selbst und mit der
einschlägigen Terminologie in zwei Sprachen vertraut zu machen;
Terminologische Detailanalysen -
mit dem Ziel, fachsprachliches Vokabular exemplarisch unter bestimmten
Gesichtspunkten zu untersuchen.
4.1
Grundsätzliches
4.1.1
Sprachliche
Darstellung
Es ist auf Anschaulichkeit und Klarheit zu achten. Der Gedanke des Lesers ist
möglichst geradlinig zu führen; hierfür eignen sich klare Thema-
Rhema-
Strukturen
(insbesondere solche mit linearer Progression). Auf Weitschweifigkeiten und
Geistreicheleien ist zu verzichten, was nicht bedeutet, daß die
Darstellung farblos und langweilig sein muß. Tadellose Orthographie und
Interpunktion sind eine selbstverständliche Voraussetzung jeder
akademischen Abschlußarbeit und insbesondere einer Diplomarbeit in einem
Fach, dessen Gegenstand die Textproduktion ist.
4.1.2
Graphische
Darstellungen
Technische Zeichnungen, Diagramme, Tabellen u. dgl. sind insbesondere bei
technischen und naturwissenschaftlichen Gebieten geeignet, zur Anschaulichkeit
beizutragen. Halbtondarstellungen (Fotos) sind wegen der nur
eingeschränkten Reproduzierbarkeit nicht zu empfehlen. Graphische
Darstellungen müssen auch als Kopie noch sauber aussehen und gut lesbar
sein. Bei computergestützter Erstellung wird empfohlen, die graphischen
Darstellungen direkt in den Text einzubinden, jedoch nicht als Bestandteil der
Textdatei, sondern als separate Grafikdatei. Aus dem Korpus übernommene
Grafiken sollten mit einer solchen Auflösung eingescannt werden, daß
ein vernünftiges Verhältnis von Druckqualität und
Dateigröße erzielt wird. In der Regel reicht eine Auflösung von
100 bis 200 dpi für ein sauberes Druckbild ohne "Sägezähne" bei
Kurven/Diagonalen. Falls Grafiken unverändert aus Vorlagen übernommen
werden, muß die Quelle angegeben werden.
Erstrebenswert sind Übersichts-
Diagramme
(Baumdiagramme), mit denen die begriffliche Strukturierung des Fachgebiets
zweisprachig dargestellt wird. Verschiedene Darstellungsmöglichkeiten von
Begriffssystemen zeigen Arntz/Picht (1991: 75-115). Gegebenenfalls ist für
jede Arbeitssprache eine andere Struktur erforderlich; dies verdeutlicht
vorhandene oder nicht vorhandene interlinguale Inkongruenzen. Die sich daraus
ergebenden Kommunikationsprobleme sollten kommentiert werden. Oft ist es
ratsam, solche Diagramme auf ausklappbaren Seiten anzuordnen, um die
Übersichtlichkeit zu wahren.
Abbildungen können entweder im Textteil integriert werden, oder -
was oft sinnvoller für die Verwendung als Nachschlagewerk ist -
sie können in einem separaten Abbildungsteil am Ende des Glossars
zusammengefaßt werden.
Generell gilt: Abbildungen sind mit einem zweisprachigen Titel zu versehen und
ggf. mit einer zweisprachigen Legende der abgebildeten Teile. Einfach und
sauber ist eine Markierung der zu benennenden Teile mit Bezugspfeilen oder -
linien
und einer Ziffer in einem Kreis (Linieal/Schablone oder Grafikprogramm
verwenden).
Die Abbildungen, Tabellen u. dgl. müssen in einem Verzeichnis
(vorzugsweise direkt hinter dem Inhaltsverzeichnis) mit Seitenangaben
aufgelistet sein. Ansonsten ist kein gezielter Zugriff auf Abbildungen
möglich. Die Quellen der Abbildungen sind, soweit es sich nicht um vom Vf.
selbst erstellte oder erheblich bearbeitete Abbildungen handelt, in einem
separaten Verzeichnis (vorzugsweise hinter dem Literaturverzeichnis)
anzugeben.
4.1.3
Zitate
und Quellenangaben
Eine wissenschaftliche Leistung muß nachvollziehbar und
überprüfbar sein. Wird fremdes Gedankengut übernommen, was im
fachlichen Textteil die Regel ist, so ist dies durch Angabe der Quelle zu
vermerken; bei wörtlicher Übernahme genau (mit Seitenangabe), bei
Zusammenfassungen oder inhaltlicher Verarbeitung durch einen allgemeinen
Hinweis (Vgl...) auf die Quelle(n).
Die Verwendung ausgewählter originaler Textpassagen (in beiden
Arbeitssprachen) aus der bearbeiteten Literatur kann gelegentlich als Ersatz
für die eigene Darstellung der Technologie des Fachgebietes dienen, eine
etwaige unterschiedliche Vorgehensweise verschiedener Autoren und begriffliche
Unterschiede in den Arbeitssprachen verdeutlichen und dem Leser authentischen
(fach)sprachlichen Kontext bieten.
Für die formale Aufbereitung von Zitaten gelten die Richtlinien des
jeweiligen Instituts. Grundsätzlich besteht seit dem Ende der achtziger
Jahre jedoch die Tendenz, auf Fußnoten möglichst zu verzichten und
Quellenverweise kurz in den laufenden Text zu integrieren (vgl. z.B.
Arntz/Picht
1991: 22-24).
In allen Zweifelsfällen sollte Vf. von dem Gedanken geleitet sein,
daß Quellenangaben einerseits zum Verifizieren der Darstellung dienen,
andererseits auch den näheren Einstieg in die Materie ermöglichen
sollen; kommen mehrere Quellen in Frage, so ist diejenige anzugeben, die
für letzteren Zweck am geeignetsten ist.
Die Arbeit sollte sich nicht auf reine Quellenangaben beschränken, sondern
auch Hinweise auf weiterführende Literatur liefern. Dies gilt insbesondere
auch für spezielle Teilgebiete, die in der Arbeit nicht näher
ausgeführt sind, und für Verweise auf bereits erstellte
Diplomarbeiten, denn die Zahl von Berührungspunkten ("Schnittstellen") mit
anderen DAT nimmt durch die angestrebte "flächendeckende" Themenvergabe
ständig zu.
4.2
Einführungen
in die Terminologie eines Fachgebiets
Diese Arbeiten sind auf einen Leser -
oder eher: Benutzer -
ausgerichtet, der auf dem behandelten Spezialgebiet mit Fachausdrücken in
einer oder zwei Sprachen konfrontiert wird und diese übersetzen oder auch
nur verstehen muß. Dies trifft auf Übersetzer/Dolmetscher ebenso zu
wie auf Fachleute des betreffenden Gebiets.
Eine DAT dieses Typs soll beispielsweise einen Dolmetscher in die Lage
versetzen, sich effizient auf einen Dolmetschtermin zu diesem Thema
vorzubereiten, oder einem Übersetzer helfen, Texte aus diesem Bereich zu
übersetzen. Der "richtige" Gebrauch von Fachausdrücken erfordert
Fachkenntnis. Gleichgültig, ob Fachterminologie unter semantischem,
pragmatischem oder etymologischem Aspekt untersucht wird, ob es sich um eine
einzelsprachliche Untersuchung handelt oder um eine zwei-
oder mehrsprachige Arbeit -
terminologische Diplomarbeiten bestehen stets aus einer fachlichen und einer
sprachlichen Komponente: Dem Leser der Arbeit müssen die
Hintergrundinformationen geliefert werden, die man benötigt, um dem
betreffenden ausgangssprachlichen Fachausdruck einen je nach Sachverhalt
geeigneten zielsprachlichen Ausdruck zuordnen zu können. Hierzu
gehören einerseits die zum Verständnis erforderlichen fachlichen
Inhalte und Zusammenhänge, andererseits Hinweise auf Stilebenen,
Kulturspezifika und andere semiotische Aspekte.
Die grundsätzliche Problemstellung lautet also (sofern nicht ein anderes,
speziell umrissenes Problem untersucht wird): Gibt es auf dem untersuchten
Fachgebiet für die Fachausdrücke der ausgangssprachlichen Kultur A
entsprechende Ausdrücke in der Sprache der Zielkultur Z? Sind diese
Ausdrücke semantisch deckungsgleich (kongruent), oder gilt es, je nach
Kontext/Kommunika-tionssituation, Unterschiede zu machen? Gibt es
textsortenspezifische oder sprecherspezifische Konventionen? Welche
Ausdrucksmöglichkeiten können vorgeschlagen werden, wenn es zu
bestimmten AS-
Ausdrücken
keine etablierten ZS-
Entsprechungen
gibt? Diese und ähnliche Überlegungen lassen sich beispielsweise in
einer kontrastiven Gegenüberstellung der Verhältnisse in den
untersuchten Kulturen so darstellen, daß sowohl fachliches Wissen als
auch das für den Übersetzungsvorgang nötige kulturelle
Hintergrundwissen vermittelt wird.
Wie diese Aufgabe gliederungsmäßig gelöst wird, hängt vom
Untersuchungsgegenstand ab.
4.2.1
Gliederung
Es ist zu unterscheiden zwischen der fachlichen Einführung, der
Erörterung translatorisch relevanter sprach-
bzw. kulturspezifischer Aspekte und dem terminographischen Ergebnis der
Untersuchung, dem Glossar. Je nach dem, ob die translatorischen Aspekte bereits
von Fall zu Fall im fachlichen Teil angesprochen werden oder in einem separaten
Kapitel, ergibt sich hieraus eine Gliederung in zwei oder drei Hauptteile.
Welche Version geeigneter ist, hängt vom Thema ab; in "alten" Fachgebieten
mit lange gewachsener und etablierter Terminologie, wie z.B. im Bergbau oder
der Holzverarbeitung, sind interlinguale Inkongruenzen bzw. die Kulturspezifik
oft so ausgeprägt, daß es meist zweckmäßig ist, schon bei
der fachlichen Darstellung auf die andere Situation in der behandelten anderen
Kultur/Sprache hinzuweisen. Ähnliches kann indes auch auf Neue
Technologien zutreffen, wenn sie in den behandelten Sprachen (noch) einen
unterschiedlichen Stellenwert haben.
4.2.2
Inhaltsverzeichnis
Das Inhaltsverzeichnis dient nicht nur der bloßen Auflistung des Inhalts,
sondern sollte gleichzeitig eine logisch sinnvolle begriffliche Strukturierung
des Fachgebietes darstellen. Es sollte die zentra-len Begriffe hierarchisch
einordnen. Dem Benutzer erschließt sich die Arbeit dadurch zum einen
alphabetisch durch das Glossar, zum andern hierarchisch/logisch durch das
Inhaltsverzeichnis; das ermöglicht einen schnellen Zugriff. Das
Inhaltsverzeichnis sollte daher möglichst übersichtlich sein; meist
empfiehlt sich eine visuelle Strukturierung durch gestaffelte Dezimalgliederung
und/oder durch Verwendung einzeiliger Zeilenabstände für
Unterpunkte.
4.2.3
Vorbemerkungen
zur Methodik und Struktur
Vor Beginn der fachlichen Einführung ist die gewählte
Untersuchungsmethode und Struktur der Arbeit zu erläutern. Hierzu
gehören Angaben über das zugrundegelegte Quellenmaterial (z.B.
Selektionskriterien für das untersuchte Textkorpus und Hinweise auf
fachgebietsspezifisches Vorherrschen oder Fehlen bestimmter Textsorten). Eine
Begründung der im Glossar verwendeten Deskriptoren
(Sachgebietskürzel) kann entweder hier oder im Vorspann zum Glossar
erfolgen.
Manche DAT liefern bereits im fachlichen Teil zielsprachliche Entsprechungen
für die verwendeten Fachausdrücke, andere Vf. verzichten bewußt
hierauf; dergleichen methodische Vorüberlegungen sollten dem Leser
mitgeteilt werden, um auch hier einen Erkenntnisfortschritt zu erzielen. Ein
etwaiges Bezugssystem innerhalb der Arbeit -
z.B. zwischen fachlicher Einführung und Glossar -
ist zu erläutern und zu begründen. Die früher übliche
Markierung derjenigen Ausdrücke im Textteil, die auch als Lemma im Glossar
enthalten sind, ist verzichtbar und kaum erstrebenswert (ein dadurch
erzielbarer Informationsgewinn steht in keinem sinnvollen Verhältnis zum
Aufwand).
4.2.4
Fachlicher
Teil
Tiefe und Breite der fachlichen Einführung sind auf den intendierten Leser
und den Zweck der Arbeit abzustimmen. Um nicht bei der rein fachlichen
Erläuterung stehen zu bleiben, ist es -
auch um dem Benutzer ein umfassenderes Bild zu bieten -
ratsam, z.B. einen Abriß der historischen Entwicklung des Fachgebietes,
einen Ausblick auf neueste Forschung und zukünftige Entwicklung, und (bei
technischen Themen) Beispiele für konkrete Anwendungen der dargestellten
Technologie miteinzubeziehen.
Je nach Gebiet kann es erforderlich sein, bereits in der fachlichen
Einführung etwaige kulturelle Unterschiede herauszuarbeiten. So kann das
untersuchte Fachgebiet in verschiedenen Kulturen einen unterschiedlichen
Stellenwert haben (z.B. Bausparen, Baseball, Boccia), geologische Gegebenheiten
können zu Begriffsinkongruenzen führen (z.B. Bergbau); ebenso
können historische, politische und andere Faktoren semantische
Konsequenzen haben (z.B. Bauweise von Pkw, Häusern und KKW in den USA und
Deutschland).
4.2.5
Translatorische
Aspekte
Soweit die translatorisch relevanten Aspekte nicht bereits im fachlichen Teil
behandelt wurden, ist hierfür ein eigenes Kapitel vorzusehen. Generell
gilt, daß es wohl kein Fachgebiet gibt, das translatorisch völlig
problemlos wäre. Es ist ein unverzichtbarer Teil von DAT, solche Probleme
aufzuzeigen, zu erörtern und ggf. Lösungsmöglichkeiten
vorzuschlagen. Typische Problembereiche sind z.B.: interkulturelle
Kommunikationsprobleme im untersuchten Fachgebiet; lexikalische Lücken in
einer der untersuchten Sprachen; Fragen der Wortbildung bei neuen Begriffen;
Interferenzphänomene, z.B. Anglizismen; innersprachliche (intralinguale)
und zwischensprachliche (interlinguale) Inkongruenzen; unterschiedliche
Begriffssysteme; pragmatische Aspekte der Terminologieverwendung, z.B. Norm und
tatsächlicher Sprachgebrauch, kulturspezifische Konventionen bestimmter
Textsorten; terminographische Behandlung des Fachgebiets in
Wörterbüchern (Wörterbuchanalyse).
Es ist für den DAT-
Benutzer
von großem Interesse zu erfahren, welchen Wert die einschlägigen
Wörterbücher auf dem untersuchten Fachgebiet haben. Der DAT-
Vf.
wiederum ist durch die intensive terminologische Beschäftigung mit dem
Fachgebiet prädestiniert für eine Analyse dieser
Wörterbücher. Es bieten sich hierzu zwei Grundvarianten an: (1)
Ausführliche Analyse eines Wörterbuchs, im Stil einer Rezension; -
evtl. später verwendbar zur Publikation, z.B. in Lebende
Sprachen); (2) Vergleich mehrerer Wörterbücher anhand
sinnvoll selektierter Fachausdrücke. Hierzu eignet sich z.B. eine Matrix
aus nach Spezialisationsgrad gestaffelten Wörterbüchern und einer
etwa 10-
20
Ausdrücke umfassenden Liste fachgebietstypischer Ausdrücke mit
ebenfalls unterschiedlichem Spezialisierungsgrad.
4.2.6
Glossar
Das zweisprachige Glossar wird computergestützt erstellt. Hierfür
steht den Studierenden ein spezielles Terminologieverwaltungsystem (CATS) zur
Verfügung, mit dem alle translationsrelevanten terminologischen Kategorien
systematisch erfaßt und verwaltet werden können. Durch die
vorgegebene einheitliche Eintragssystematik wird eine
größtmögliche Kompatibilität und Portabilität der
terminologischen Daten erzielt, gleichzeitig wird der Eingabeaufwand minimiert
(vgl.
Pkt.
7). Für die terminographische Aufbereitung der terminologischen Daten
gelten die Eingaberichtlinien des CATS-Handbuchs; bloße Wortlisten sind
kein Glossar. Der Ausdruck des Glossars erfolgt automatisch formatiert im
zweispaltigen Lexikonformat. Andere Programme als CATS sind zur Anfertigung von
DAT-Glossaren zulässig, wenn sie die gleiche terminologische Qualität
und ein Datenaustauschformat bieten, das mit vertretbarem Aufwand und
möglichst verlustfrei den Datenimport in die Datenbank des Instituts
erlaubt.
4.3
Exemplarische
Detailanalysen
4.3.1
Gegenstand
und Titel
Hier geht es weniger um die Erstellung ein-
,
zwei-
oder mehrsprachiger Wortlisten oder Glossare, sondern primär um die
gründliche Untersuchung bestimmter fachsprachlicher Erscheinungen anhand
geeigneter Beispiele. Es ist anzustreben, aus der exemplarischen Untersuchung
einen Beitrag zu grundsätzlichen theoretischen Fragen
(Übersetzungstheorie, Metapherntheorie, Pragmatik, Interferenzforschung,
Wortfeldtheorie u.a) abzuleiten. Arbeiten mit Titeln wie Anglizismen in
der Mineralölindustrie; Anglizismen in der Sprache des Windsurfings;
Neuere Einflüsse des Englischen auf die deutsche Sprache der
Kraftfahrzeugtechnik liefern einen Beitrag zur Interferenzforschung,
d.h. zum Problem der Wechselwirkung zwischen einzelnen Sprachen. Zu beschreiben
wären beispielsweise Ursachen, Erscheinungsformen und Konsequenzensolcher
Einflüsse. Untersuchenswerte sprachliche Phänomene sind u.a. auch die
Entstehungsgeschichte bestimmter Fachwörter, ihre Verbreitung in der
Umgangssprache, der Stilwert von Fachausdrücken, usw. Typische
Arbeitstitel sind: Metaphern in der Börsensprache; Popularisierung
von Fachlexik im Roman; Die Begriffsfelder "Control" und "Kontrolle": Eine
diachronische Studie; Affektive Konnotationen in der Terminologie der
Kernenergiekontroverse.
4.3.2
Gliederung
und Darstellung
Bei Untersuchungen dieser Art hat der Vf. völlig freie Hand. Gliederung
und logische Vorgehensweise ergeben sich individuell aus dem jeweiligen
Untersuchungsgegenstand. So ist es beispielsweise durchaus möglich, sich
auf die gründliche exemplarische Untersuchung von nur fünf
schwierigen Begriffen auf je etwa zehn Seiten zu beschränken. Den Einstieg
erleichternde nützliche Anregungen finden sich z.B. in bereits
vorliegenden DAT.
5
Literaturverzeichnis
Den Abschluß der Arbeit bildet ein Literaturverzeichnis, in welchem
sämtliche verwendeten Quellen mit Ausnahme von Korrespondenz (also auch
Normen und Zeitschriften sowie "graue Literaturî wie Industrie-
und Behördendruckschriften, Prospekte, Kataloge) aufzuführen sind. Da
das Literaturverzeichnis auch den Zweck hat, einen Überblick über die
themarelevante Literatur in den beiden Sprachen zu liefern, kann es sinnvoll
sein, zwischen Quellen und weiterführender Literatur zu unterscheiden.
Grundsätzlich gilt: Die Literaturangaben sind zu trennen in: (1) Sprach-
und übersetzungswissenschaftliche sowie terminologische Literatur; (2)
Themaspezifische Fachliteratur, möglichst getrennt nach Sprachen und
eventuell getrennt in die Gruppen: -
Normen -
Fachbücher und Fachzeitschriftenartikel -
Fachzeitschriften global (ohne Autor) -
Druckschriften; (3) Nachschlagewerke.
Für die formale Gestaltung des Literaturverzeichnisses gelten die
Richtlinien des jeweiligen Instituts bzw. der betreffenden Abteilung; diese
Richtlinien sind in den Sekretariaten separat erhältlich.
6
Formale
Aspekte
Mit der DAT soll nebenbei gezeigt werden, daß Vf. in der Lage ist, einen
Text auch formal in professioneller Qualität zu erstellen. Hierzu
gehören selbstverständlich auch tadellose Orthographie und
Interpunktion sowie ein sauberes Schriftbild und eine optisch ansprechende
Formatierung mit einem übersichtlichen Textlayout. Zu letzterem
gehört ein ansprechender Satzspiegel. Da Diplomarbeiten einseitig gedruckt
und gebunden werden, sollte der linke Rand einerseits breit genug sein, um
übliche Bindeverfahren und Kommentare des Referenten zu erlauben,
andererseits aber auch nicht zu platzverschwendend. Die anderen
Randeinstellungen sollten berücksichtigen, daß die Seiten nach dem
Binden beschnitten werden. Bewährt hat sich ein linker Rand von 4 bis 5
cm, ein rechter Rand von 1,5 bis 2 cm, ein oberer und Rand von 1,5 bis 2 cm.
7
Umfang
Für Diplomarbeiten am FASK und ISÜW gilt heute ein Umfang von etwa
100 Schreibmaschinenseiten als typisch. Für exemplarische terminologische
Detailanalysen wird ein Umfang dieser Größenordnung ebenfalls
realistisch sein. Für DAT des in
Pkt.
4.2 beschriebenen dreiteiligen Typs sind erfahrungsgemäß etwa
180 Seiten anzusetzen, d.h. etwa 60 Seiten für die fachliche
Einführung inkl. Abbildungen, 20 Seiten für die translatorischen
Aspekte und etwa 100 Seiten für das Glossar in beiden Richtungen. Da die
Glossare neuerdings meist wörterbuchähnlich formatiert zweispaltig
ausgedruckt werden, reduziert sich der Seitenumfang entsprechend. Der
tatsächliche Umfang bisheriger DAT liegt zwischen 100 und über 500
Seiten, die Anzahl der Glossareinträge zwischen 200 und über 1000 je
Übersetzungsrichtung.
Soweit das Glossar mit CATS erstellt wird, gilt: Durch die spezifische
Datenstruktur erfolgt die Umkehrung der Übersetzungsrichtung ohne
Qualitätseinbuße automatisch, d.h., von 100 Seiten Glossar werden 50
Seiten automatisch generiert. Die begriffsorientierte CATS-Datenbankstruktur
aus Haupt- und Nebeneinträgen in Verbindung mit der automatischen
Generierung von Nebeneinträgen bedeutet, daß von 50 Seiten einer
Übersetzungsrichtung in der Regel mindestens 50 % auf automatische
erzeugte Querverweise entfallen. Ein 100-Seiten-Glossar entspricht also einem
tatsächlichen Eingabeaufwand von rund 30 Seiten; gegenüber
traditioneller Arbeitsweise ist das eine Arbeitsersparnis von 70 %. Damit liegt
auch eine 180-Seiten-DAT hinsichtlich des Schreibaufwands nicht über dem
Aufwand einer "normalen" 100-Seiten-Diplomarbeit.
Das sind nur Anhaltspunkte -
manche Erkenntnisse bedürfen einer umfangreichen Darstellung, andere sind
das Ergebnis umfangreicher Recherchen und lassen sich dennoch auf kleinem Raum
darstellen. Für die Beurteilung ist nicht der Umfang entscheidend,
sondern die Qualität der Arbeit.
Literatur
Arntz, Reiner, und Picht, Heribert (1991): Einführung in die
Terminologiearbeit. (Studien zu Sprache und Technik 2). Hildesheim,
Zürich, New York: Olms.
Schmitt,
Peter A. (1989): "Terminologische Diplomarbeiten: Richtlinien des Fachbereichs
Angewandte Sprachwissenschaft in Germersheim". Lebende Sprachen 4: 153-
159.
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