Unter einem Icon versteht man im HTML-Publishing eine
kleine aktive Graphik, die das Ziel des mit ihr verbundenen Verweises abbildet,
anzeigt oder symbolisiert (vgl. Irler 1990, S. 264,
Johnstone
URL).[59]
Icons werden häufig verwendet, um Navigationsleisten ansprechend zu
gestalten. Sie sind auch ein Phänomen des aktuellen Trends, wieder -
wie vor Entwicklung der Lautschrift - vermehrt auf Bildkommunikation
zurückzugreifen (vgl. Ratzek 1993, S. 357-361).
Die Alternative zu Icons sind gewöhnliche textuelle Verweise oder
Schaltflächen, die lediglich mit Text beschriftet sind. Außerdem
können Bild und Text kombiniert werden (siehe Abbildungen).
Homepage
des FASK *
Übersicht der zentralen
Einrichtungen *
Homepage der
Computeranlagen *
Informationen zur
EDV
Abbildung 3.5.6-9: textuelle Verweise
Abbildung 3.5.6-10: Mit Text beschriftete Schaltflächen http://applenet.apple.com/hi/images/newnavbar.gif
Abbildung 3.5.6-11: Bild und Text kombiniert http://video.cs.vt.edu:90/cgi-bin/ShowPage/worldwar2.html?Whence=Chronology
Für die Verwendung von Icons spricht, daß mit ihrer Hilfe das
Layout ansprechender gestaltet werden kann
(Luckhardt
URL 1). Allerdings besteht die Gefahr, daß sie von den Benutzern
nicht verstanden oder falsch interpretiert werden (Schnupp 1992,
S. 142).
Textuelle Verweise hingegen sehen weniger schön aus, sind dafür
aber leicht verständlich.
Durch die Kombination von Text und Bild können die Vorteile beider Medien
vereinigt werden: Icons mit erläuterndem Text sind sowohl schön
als auch verständlich. Allerdings bringen beide beteiligten Medien
zusätzliche Nachteile mit sich: Graphiken erhöhen die Ladezeit,
und Text muß unter Umständen in mehrere Sprachen übersetzt
werden. Dies ist dann besonders aufwendig, wenn der Text in die Graphik
integriert ist, so daß Änderungen nur mit Hilfe eines geeigneten
Graphikprogrammes möglich sind (Nielsen 1995, S. 182) und
aus Platzgründen eine Übersetzung mit ungefähr gleicher
Buchstabenzahl gefunden werden muß.
In der folgenden Tabelle sind Vor- und Nachteile der verschiedenen Alternativen
noch einmal zusammenfassend dargestellt. Welche Faktoren ausschlaggebend
sind, hängt von der jeweiligen Nutzungssituation ab.
| Ladezeit | Internationalität | Ästhetik | Verständlichkeit | |
| Nur Text | + | - | - | + |
| Text und Bild | - | + | + | |
| Nur Bild | - | + | + | - |
| Luckhard URL 1 | Ratzek 1993, S. 358 | Luckhardt URL 1, Schnupp 1992, S. 141 | Bertha 1991, S. 60, Schnupp 1992, S. 142 |
Tabelle 3.5.6-2: Vor- und Nachteile von Icons und textuellen Verweisen
![]()
Abbildung 3.5.6-12: Schön gestaltete, jedoch zu detailliert
ausgearbeitete und schwer verständliche Icons
http://www.iud.fh-darmstadt.de/iud/wwwmeth/include/iconmed/menuallg.gif,
menumat.gif,
menunews.gif,
menupers.gif,
menuserv.gif,
selelv.gif
Bei der Gestaltung von Icons ist vor allem auf Verständlichkeit zu achten.
Lohse et al. halten Verständlichkeit sogar für ein definierendes
Merkmal von Icons: "Icons are used when the meaning of the icon is apparent
to the target audience" (Lohse 1994, S. 45). Hardmann hingegen
räumt ein, daß es in manchen Fällen auch akzeptabel sein
kann, von den Benutzern zu erwarten, daß sie die Icons richtig zu
interpretieren lernen (Hardmann 1989, S. 52). Dies gilt
vor allem für Informationssysteme, die von einem festen Benutzerkreis
regelmäßig konsultiert werden.
Ein weiterer Aspekt ist der Abstraktionsgrad von Icons (siehe Abbildung oben).
Untersuchungen haben ergeben, daß abstraktere Icons innerhalb
kürzerer Zeit und mit weniger Fehlern erkannt werden als photo-realistische
Icons (Sorenson und Webb, zit. nach Lohse 1994, S. 46, Arend und
Wandmacher, zit. nach Hofmann 1995, S. 67). Irler und Barbieri
(1990, S. 264) befürworten abstraktere Icons auch deshalb, weil
sie ihrer Meinung nach weniger vom Inhalt ablenken: "The more elaborate and
precise an icon, the more this - perhaps isolated - icon will, however invade
the view of a page and constantly occupy a share of the short time memory.
Distraction from the concentration on the hypertext content is the consequence"
(S. 264). Zu abstrakt dürfen Icons allerdings auch nicht sein,
da sonst nur schwer zu erkennen ist, was dargestellt werden soll
(Bertha 1991, S. 60).
Daher wurde für das QM-Handbuch ein mittlerer
Abstraktionsgrad gewählt. Die Icons dürften leicht verständlich
sein, da es sich fast ausschließlich um Standardmotive handelt (Haus
für Homepage, Fernglas für Suche, Fragezeichen für Hilfe).
Aus diesem Grund konnte auch auf erläuternden Text verzichtet
werden[60]. Der Einsatz von Graphiken schien
vertretbar, weil Ladezeiten im Intranet nur wenig problematisch sind.
Außerdem werden die Icons im lokalen Cache zwischengespeichert und
erhöhen die Ladezeit nur dann, wenn längere Zeit nicht auf das
QM-Handbuch zugegriffen wurde.
In der folgenden Tabelle sind die verwendeten Icons zusammengestellt und
kurz erläutert. Diese Tabelle wurde sicherheitshalber auch den Benutzern
des QM-Handbuchs zur Verfügung gestellt, obwohl eigentlich davon ausgegangen
werden konnte, daß die Icons ohne Erklärungen verständlich
sind.
[59] Das Wort "Icon" wird hier nicht im
semiotischen Sinn verwendet. In der Semiotik (Lehre von den Zeichen) versteht
man unter einem Icon ein Zeichen, das sein Referenzobjekt direkt abbildet
(z. B.
für Diskette) (vgl. auch Ulrich 1975, S. 166,
Wenz
URL). Ein Pfeil ist nach dieser Definition kein Icon. Im HTML-Publishing
kann dagegen ein Icon zu dem Zielknoten des mit ihm verbundenen Verweises
nicht nur in ikonischer (abbildender), sondern auch in indexikaler (anzeigender)
oder symbolischer (zufälliger) Beziehung stehen.
[60] Allerdings wurden ALT-Tags
eingefügt, die ab der Version 4.0 des Netscape Communicator nicht nur
dann angezeigt werden, wenn das Laden von Bildern deaktiviert ist, sondern
auch, wenn der Benutzer die Maus über ein Bild bewegt (HTML-Auszeichnung:
<IMG SRC="../Bilder/Fernglas.gif ALT="Suche">).