Graphische Übersichten gehören sowohl zu
den Orientierungs- als auch zu den Navigationshilfen. Sie sind ein wichtiger
Bestandteil von Hypertextanwendungen und spielen bei deren Entwicklung eine
große Rolle. Daher ist ihnen in dieser Arbeit ein eigenes Kapitel
gewidmet.
Die wichtigste Funktion einer graphischen Übersicht ist es, den Benutzern
die Struktur des zugehörigen Hypertextes zu verdeutlichen und ihnen
den Aufbau eines mentalen Modells zu ermöglichen (Rada 1991,
S. 29, De Young 1990, S. 239). Benutzer, die eine Vorstellung
von der Struktur des Hypertextes haben, verlieren seltener die Orientierung,
da sie sich ihre jeweilige Position im Hypertextnetz bewußt machen
können (Bogaschewski 1991, S. 70). Für den Fall, daß
dennoch Orientierungsschwierigkeiten auftreten, sollte die graphische
Übersicht zu jedem Zeitpunkt und von jedem Knoten aus schnell erreichbar
sein. Die graphische Übersicht dient dann als Orientierungshilfe. Wenn
die dargestellten Knoten von der Übersicht aus direkt erreichbar sind,
indem an die entsprechende Stelle der Graphik geklickt wird, hat die
Übersicht gleichzeitig die Funktion einer Navigationshilfe. In verschiedenen
Untersuchungen erbrachten Versuchspersonen bessere Leistungen, wenn ihnen
eine graphische Übersicht zur Verfügung stand (Billingsley 1982,
zit. nach McKnight 1991, S. 80, Hammond und Allinson 1989, zit.
nach Nielsen 1990a, S. 134).
Daher wurde auch die Struktur des QM-Handbuchs
den Benutzern in einer graphischen Übersicht verdeutlicht. Zur Gestaltung
dieser Übersicht ließen sich aus der Literatur zahlreiche Anregungen
gewinnen.
In der Literatur werden viele verschiedene Arten von Übersichten
vorgestellt, die hier zunächst skizziert werden sollen:
Hypertexte werden meistens als Graphen dargestellt.
Dies bedeutet, daß die Knoten durch Kreise oder Kästchen und die
Verweise durch Verbindungslinien symbolisiert werden. Je nach der Struktur
des Hypertextes ergibt sich dabei z. B. eine netzwerkartige,
dreidimensionale oder baumförmige Darstellung (siehe
Abb. 3.5.1-1).
Eine Alternative zur Übersicht in Form eines Graphen bietet sich für
hierarchisch strukturierte Hypertexte an. Hierarchische Beziehungen können
nämlich auch dadurch verdeutlicht werden, daß hierarchietiefere
Knoten innerhalb von hierarchiehöheren Knoten dargestellt werden. Man
bezeichnet diese Methode als nested set
notation (dt. Schachtelmengen) (Feiner 1988,
S. 207, Krüger 1990 S. 72). Besonders interessant ist
eine Variante, bei der sich die Knoten einer Ebene auch durch ihre Ausrichtung
von denen der nächsthöheren und der nächsttieferen Hierarchieebene
unterscheiden. Werden z. B. die Knoten der höchsten Ebene als
horizontale Rechtecke dargestellt, so werden für die zweite Ebene vertikale
Rechtecke gewählt, während die dritte Ebene wiederum horizontal
ausgerichtet wird usw.
Abbildung 3.5.5-1: Vergleich zwischen Graph (Hierarchiebaum) und nested set notation (tree map)
Auf diese Weise können große Hierarchien kompakt und platzsparend
dargestellt werden, da die gesamte zur Verfügung stehende Fläche
ausgenützt wird. So sind in der folgenden Abbildung ca. 120 Knoten
dargestellt, die sich über nur vier Hierarchieebenen
verteilen.[40] Übersichten dieser Art
werden als tree maps bezeichnet
(Johnson 1994, zit. nach Rivlin 1994, S. 93f,
Fox URL,
Lamping
URL).
Abbildung 3.5.5-2: tree map (Rivlin 1994, S. 93)
Graphen und tree maps verdeutlichen in ihrer einfachsten Form nur
die Struktur eines Hypertextes. Zusätzlich können jedoch
auch inhaltliche Aspekte zum Ausdruck gebracht werden. Beispielsweise
können wichtige Knoten (Landmarks) größer dargestellt, farblich
hervorgehoben oder dicker umrandet werden. Welche Knoten wichtig sind, kann
der Autor eines Hypertextes selbst intuitiv festlegen. Es gibt jedoch auch
Algorithmen, nach denen die Wichtigkeit eines Knotens
berechnet werden kann. Ein Beispiel hierfür ist der Algorithmus von
Mukherjea und Hara (Mukherjea 1997, S. 189), nach dem sich die
Wichtigkeit eines Knotens daraus ergibt, wie häufig auf ihn zugegriffen
wird, welche Position er in der Hierarchie des Dateisystems einnimmt und
wie stark er mit anderen Knoten verknüpft ist. Bei der Ermittlung des
Verknüpfungsgrades wird sowohl berücksichtigt, wieviele Verweise
vom aktuellen Knoten ausgehen (outdegree),
als auch, wieviele Verweise zu diesem Knoten führen
(indegree).
Eine weitere Möglichkeit, inhaltliche Aspekte in der graphischen
Übersicht zum Ausdruck zu bringen, besteht darin, den räumlichen
Abstand der Knoten vom "inhaltlichen Abstand" abhängig zu machen: Knoten
mit ähnlicher Thematik werden möglichst dicht nebeneinander
dargestellt, sofern dies mit strukturellen Aspekten vereinbar ist.
Das Grundproblem bei der Gestaltung graphischer Übersichten besteht
darin, daß große Datenmengen auf kleinem Raum dargestellt werden
müssen. Die Darstellung wird daher oft sehr komplex und damit
unübersichtlich. Sie kann von den Benutzern nicht bzw. nur mit großem
Aufwand kognitiv verarbeitet werden (vgl. Abbildung). McKnight bezeichnet
solche Darstellungen als "visual spaghetti"
(1991, S. 80).
Abbildung 3.5.5-3: visual spaghetti (Teil des QM-Handbuchs - ohne
Zoom) |
Abbildung 3.5.5-4: visual spaghetti (Teil des QM-Handbuchs - mit Zoom) |
Es gibt verschiedene Visualisierungstechniken, mit denen versucht wird, diesem
Problem zu begegnen. Zum Beispiel könnte den Benutzern immer nur der
Ausschnitt aus der Gesamtübersicht gezeigt werden, der ihren
gegenwärtigen Standort umgibt. Weiter entfernt liegende Knoten werden
nicht dargestellt. Dieser Ansatz ist allerdings problematisch, da der
Gesamtkontext verlorengeht: Die Benutzer erkennen zwar Details ihrer
unmittelbaren Umgebung, können jedoch aus der Übersicht nicht ableiten,
an welcher Stelle des Hypertextnetzes sie sich befinden
(Lamping
URL). Wenn Wert auf den Gesamtkontext gelegt wird, sollte das gesamte
Netz dargestellt werden. Allerdings muß dann in der Regel auf Details
verzichtet werden. Dies kann z. B. dadurch erfolgen, daß die Knoten
nur bis zu einer bestimmten Hierarchieebene angezeigt werden. Hierarchietiefe
Knoten werden weggelassen ("Subtree Detail Suppression",
Feiner 1988, S. 208). Alternativ dazu kann die Wichtigkeit der Knoten
nach einem ausgefeilten Algorithmus berechnet werden
(s.o.). In die graphische Übersicht werden
dann nur wichtige Knoten (Landmarks) aufgenommen. Es besteht natürlich
auch im Rahmen eines solchen Ansatzes die Möglichkeit, den Benutzern
auf Wunsch Detailinformationen anzuzeigen
("details-on-demand",
"zoom",
Morse
URL).
Besonders häufig werden die Benutzer an Detailinformationen zu ihrer
unmittelbaren Navigationsumgebung interessiert sein. Daher kann es sinnvoll
sein, diese Informationen direkt in die graphische Übersicht zu integrieren.
Die Übersicht enthält dann sowohl diejenigen Knoten, die ganz
allgemein besonders wichtig sind (eine hohe
"A-Priori-Importance" besitzen) als auch diejenigen,
die eine geringe Distanz zum Standort des Benutzers haben und daher
für diesen Benutzer zum gegenwärtigen Zeitpunkt besonders
wichtig sind. Aus der A-Priori-Importance (API) und der Distanz (D)
läßt sich berechnen, wie interessant ein bestimmter Knoten für
den Benutzer sein dürfte ("Degree of Interest",
DOI). Dabei wird die Distanz von der A-Priori-Importance
abgezogen, da eine hohe A-Priori-Importance bei großer Distanz ihre
Bedeutung verliert bzw. eine kleine A-Priori-Importance durch eine kleine
Distanz kompensiert werden kann. Somit ergibt sich die Formel:
(x=Knoten, dessen DOI berechnet wird, y=Standort) (Furnas 1986,
S. 17)
Ein Knoten wird dann in der Übersicht dargestellt, wenn sein DOI einen
bestimmten Schwellenwert überschreitet. Diese Art der graphischen
Übersicht wird als "Fisheye View" bezeichnet.
Ein Sonderfall des Fisheye Views wurde bereits
in Kapitel 3.5.3 behandelt.
Es ging um den Fisheye View nullter Ordnung, bei dem der Schwellenwert so
hoch liegt, daß nur der direkte Pfad zur Wurzel angezeigt wird.
Bei den bisher vorgestellten Ansätzen wurden diejenigen Knoten weggelassen,
die weniger wichtig erschienen.
Es ist jedoch auch möglich, die Knoten nach anderen Kriterien zu filtern.
Zum Beispiel kann bei Hypertexten mit typisierten Knoten die
Übersichtlichkeit der Darstellung dadurch gesteigert werden, daß
nur die Knoten eines bestimmten Typs abgebildet werden
("subset-by-type strategy", Fairchild 1988,
S. 214). Sehr sinnvoll wäre es sicherlich auch, genau diejenigen
Knoten darzustellen, deren Inhalt den Leser am meisten interessiert. Bei
der Implementierung des Systems Cybermap (Gloor 1991, S. 115) wurde
versucht, dieses Ziel dadurch zu erreichen, daß die Benutzer in einer
interest list stichwortartig ihre Interessen
festhalten. Die interest list wird anschließend mit dem Inhalt
der Knoten verglichen.
Nicht nur Knoten, sondern auch Verweise können gefiltert werden. Feiner
(1988, S. 210) hat in diesem Zusammenhang den Begriff der
link inheritance geprägt. Damit ist gemeint,
daß bei der Darstellung eines hierarchischen Hypertextes mit referentiellen
Querverweisen (siehe Kap. 3.5.7.1)
nur Querverweise zwischen Knoten desselben Teilbaumes abgebildet werden.
Querverweise zwischen Knoten verschiedener Teilbäume werden durch
einen Verweis zwischen den Kindern des ersten gemeinsamen Vorfahren ersetzt,
d. h. man geht solange in der Hierarchie nach oben, bis ein Verweis
der erlaubten Art gezeichnet werden kann.
Durch link inheritance kann die Komplexität einer graphischen
Übersicht erheblich reduziert werden. Allerdings ist die Aussagekraft
derartiger Übersichten umstritten:
The disadvantage, however, is that the abstraction is not always meaningful. That is, knowing that there exists a link from somewhere in one subhierarchy to somewhere in another subhierarchy may be very useful sometimes, but completely useless at other times." (Utting 1989, S. 65).
Abbildung 3.5.5-5: link inheritance (nach Nielsen 1990, S. 133) [*]
Eine weitere Methode zur Steigerung der Anschaulichkeit graphischer
Übersichten ist die dreidimensionale Darstellung.
Dadurch vergrößert sich - zumindest scheinbar - der Platz, der
für die Darstellung zur Verfügung steht. Die verwendete
Bildschirmfläche bleibt zwar gleich groß, der Benutzer kann sich
jedoch eine dritte Dimension hinzudenken. Die Knoten verteilen sich für
ihn auf drei Dimensionen, so daß die Darstellung weniger überladen
scheint als eine zweidimensionale Darstellung mit gleicher Knotendichte.
Ein besonders typisches Beispiel für dreidimensionale Übersichten
dieser Art sind "Cone Trees" (Robertson 1991, zit.
nach Morse
URL, Fox
URL,
Lamping
URL). Dabei handelt es sich um Hierarchiebäume, bei denen die Knoten
aller Teilbäume kegelförmig angeordnet sind. Verweise werden wie
bei zweidimensionalen Hierarchiebäumen durch Verbindungslinien symbolisiert,
Knoten können durch beliebige Körper dargestellt werden (in den
folgenden Abbildungen erkennt man Tetraeder, Würfel und Kugeln):
Abbildung 3.5.5-6: Cone Tree [**]
http://www-graphics.stanford.edu/papers/webviz/figs/euc.gif |
![]() Abbildung 3.5.5-7: Cone Tree http://wwwpi6.fernuni-hagen.de/Lehre/Seminare/Hypertext97/kein_rahmen/sattel/cone_pit.gif |
Die dreidimensionale Darstellung netzwerkartiger Graphen wurde im Rahmen
des Projektes SemNet (Fairchild 1988) untersucht.
Es wurden verschiedene Methoden entwickelt, nach denen die Knoten möglichst
sinnvoll angeordnet werden können. Sinnvoll" kann hier z. B.
bedeuten, daß der Abstand zwischen zusammengehörenden, miteinander
verbundenen Knoten möglichst klein ist. Dadurch werden die Verbindungslinien
kürzer, sind leichter zu verfolgen und überschneiden sich seltener.
Beziehungen zwischen zusammengehörenden Knoten werden erkennbar, die
Darstellung wird kompakter und die Struktur kommt besser zum Ausdruck. Fairchild
berichtet:
The results were striking. Not only were both ends of most arcs visible on a single screen, but since the arcs tended to be short, they were easier to trace, and even their two-dimensional projections had fewer crossings. It became apparent for the first time, for example, that our set of test nodes was in fact two disconnected subsets. There were further beneficial effects: Interesting subsets of interconnected nodes became visible, highly connected nodes took central positions, and more isolated nodes moved to the periphery" (Fairchild 1998, S. 211).
Abbildung 3.5.5-9: SemNet - zufällige Positionierung
(Fairchild 1988, S. 208)
Abbildung 3.5.5-10: SemNet - optimierte Positionierung (Fairchild 1988,
S. 213)
Bisher wurden Ansätze vorgestellt, bei denen die Anordnung in drei
Dimensionen nur dazu diente, die Übersichtlichkeit zu steigern, indem
der (scheinbar) zur Verfügung stehende Raum vergrößert wird.
Einen Schritt weiter gehen Ansätze, bei denen wichtige Knoten groß
im Vordergrund und unwichtige Knoten klein im Hintergrund dargestellt werden.
Dies ist eine sehr gute Methode, um diejenigen Teile des Hypertextnetzes,
die im Mittelpunkt des Interesses (Focus) stehen, detailliert anzuzeigen,
ohne daß der Kontext verlorengeht. Besonders deutlich wird dies am
Beispiel der "Perspective Walls" (Mackinlay 1991,
zit. nach
Morse
URL,
Lenz
URL,
Kamba
URL,
Sattel
URL, Fox
URL,
Dominik
URL). Dabei erhält die graphische Übersicht zunächst ein
herkömmliches zweidimensionales Layout. In dieser Übersicht wird
nun ein Bereich bestimmt, der als zentral gilt und die meisten
Detailinformationen zeigen soll. Dieser Bereich bildet den Vordergrund bzw.
die "Frontwand"
(Lenz
URL) der Perspective Wall. Die anderen beiden Bereiche, die links bzw.
rechts an den zentralen Bereich angrenzen, werden gedanklich nach hinten
geklappt und nur noch verzerrt dargestellt (siehe Abbildung). Sie bilden
die "Seitenwände" der Perspective Wall und haben die Funktion, die
Detailinformationen des zentralen Bereiches in einen Kontext einzubetten.
Abbildung 3.5.5-11: Perspective Wall http://www.inxight.com/imgs/wall2sm.gif
Abschließend sollen noch zwei weitere Visualisierungstechniken
erwähnt werden, die ebenfalls auf Verzerrung beruhen:
Graphical Fisheye Views (Sarkar 1994, S. 73)
und hyperbolische Browser
(Lamping
URL).
Graphical Fisheye Views unterscheiden sich von den oben vorgestellten Fisheye
Views nach Furnas darin, daß unwichtige Knoten nicht ganz weggelassen,
sondern nur kleiner dargestellt werden. Für jeden Knoten wird ein
Visual Worth berechnet, der dem Degree of
Interest nach Furnas entspricht und proportional zur Größe
des Knotens im Fisheye View ist. Je höher der Visual Worth, d. h.
je "interessanter" der Knoten, desto größer wird dieser dargestellt.
Den Unterschied zwischen Graphical Fisheye Views und Fisheye Views nach Furnas
verdeutlicht noch einmal die folgende Abbildung (Sarkar 1994, S. 73-84).
![]() Abbildung 3.5.5-12: Hierarchiebaum ohne Fisheye-Technik (Sarkar 1994, S. 82)
|
Dargestellt sind Fisheye Views, die entstehen, wenn sich der Benutzer
auf Knoten 48 befindet. |
![]() Abbildung 3.5.5-13: Fisheye View nach Furnas (Sarkar 1994, S. 82)
|
Der Fisheye View nach Furnas unterscheidet sich vom Hierarchiebaum ohne
Fisheye-Technik nur darin, daß ein großer Teil der Knoten nicht
dargestellt ist. Es fehlen diejenigen Knoten, die entweder allgemein unwichtig
sind, weil es sich um hierarchietiefe Knoten handelt, oder die für einen
Benutzer mit Knoten 48 als Standort unwichtig sind, weil sie weit von diesem
Knoten entfernt sind. Es ist auffällig, daß um den Knoten 48 herum
mehr Knoten dargestellt sind als am Rand des Hierarchiebaums. |
|
Der Graphical Fisheye View unterscheidet sich vom Hierarchiebaum ohne
Fisheye-Technik und vom Fisheye View nach Furnas vor allem darin, daß
die Knoten unterschiedlich groß dargestellt sind. Am größten
ist der Knoten 48, der aktuelle Standort des Benutzers. Ausgehend von Knoten
48 werden die Knoten umso kleiner, je weiter sie einerseits von Knoten 48
und andererseits von der Wurzel entfernt sind. Die Entfernung ist im Graphical Fisheye View als räumlicher Abstand definiert, während beim Fisheye View nach Furnas die Anzahl der Navigationsschritte gezählt wird. Daher gilt Knoten 49 im Graphical Fisheye View als nah (höchstens 1 cm Abstand!) und ist sehr groß dargestellt, während er im Fisheye View nach Furnas gar nicht abgebildet ist, da er nur auf einem Umweg über die Wurzel erreicht werden kann und hierfür ganze sieben Navigationsschritte notwendig sind. |
Hyperbolische Browser beruhen auf hyperbolischer Geometrie, einer Alternative
zur allgemein bekannten, in der Schule gelehrten
euklidischen Geometrie. In der euklidischen Geometrie
gilt insbesondere, daß es zu jeder Gerade genau eine Parallele gibt,
die durch einen bestimmten, nicht auf dieser Gerade liegenden Punkt
verläuft.
|
![]() |
Abbildung 3.5.5-15: siehe Fußnote [41] |
In der hyperbolischen Geometrie gibt es hingegen mehrere Parallelen durch
einen gegebenen Punkt
(Geometry
Center URL,
Royster
URL 1 u.
2).
Dies können wir uns nur sehr schwer vorstellen, gilt aber in einer
geometrischen Ebene, die an Holzschnitte von Escher erinnert:
Abbildung 3.5.5-16: Holzschnitt von Escher |
Abbildung 3.5.5-17: Hierarchiebaum im hyperbolischen Raum |
Das Besondere an dieser Ebene ist, daß nach außen hin exponentiell
mehr Platz zur Verfügung steht. Da bei der Darstellung von Hierarchien
das Problem genau darin besteht, daß mit zunehmender Entfernung von
der Wurzel exponentiell mehr Platz benötigt wird, eignet sich
die hyperbolische Ebene hierfür hervorragend. Hinzu kommt, daß
auf diese Weise - wie auch bei anderen Visualisierungstechniken - wichtige
Knoten groß im Focus und detailliert dargestellt werden, während
die übrigen Knoten im Hintergrund den Kontext bilden
(Lamping
URL).
Zusammenfassend sollen hier noch einmal alle Arten von graphischen
Übersichten aufgeführt werden, die in diesem Kapitel vorgestellt
wurden:
Grundformen:
|
Prinzipiell können alle genannten Visualisierungstechniken direkt im
HTML-Publishing umgesetzt werden. Praktisch ist es jedoch in vielen Fällen
extrem aufwendig bzw. nahezu unmöglich, die zugehörigen
Übersichten von Hand zu zeichnen. Auch Techniken wie zoom und
details-on-demand können ohne Programmierung nur sehr schwer
realisiert werden. Daher sind Webmaster hier auf Software-Tools angewiesen,
mit denen sich graphische Übersichten automatisch erzeugen lassen. Zwar
bieten einige HTML-Editoren und
Site-Manager[42] eine solche Funktion (Ehrmann
1997, S. 170ff.). So kann z. B. mit AOLpress ein "MiniWeb" erstellt
werden, d. h. eine Website-Übersicht in Form eines Graphen (siehe
Abb. 3.5.5-3). Allerdings dienen Übersichten,
die von Editoren oder Sitemanagement-Tools generiert werden, eher dazu, dem
Webmaster die Verwaltung einer Website zu erleichtern. Mit ihrer Hilfe
können ungültige Verweise, isolierte Dateien und Inkonsistenzen
in der Struktur erkannt werden. Oft ist es sogar möglich, die Struktur
zu ändern, indem Knoten in der Übersicht mit der Maus verschoben
werden. Weniger geeignet sind solche Übersichten als Orientierungshilfe
für die Nutzer eines Hypertextes. Da sie für den Webmaster
alle vorhandenen Knoten und Verweise enthalten müssen und in
der Regel nur zweidimensional sind, werden sie meist zu komplex und
unübersichtlich. Es werden daher Tools benötigt, mit denen sich
graphische Übersichten generieren lassen, die auf die Bedürfnisse
der Nutzer zugeschnitten sind. Leider sind bisher nur sehr wenig Produkte
auf dem Markt, die diese Funktion bieten. Ein erster Ansatz ist das Programm
"Site Analyst"
(Microsoft
URL 1 und
2).
Dessen "Web Maps" sind zwar eigentlich ebenfalls für Webmaster gedacht,
beruhen aber zumindest teilweise auf anspruchsvolleren Visualisierungstechniken.
Es wird dabei unterschieden zwischen "Tree Views", "Filtered Views" und
"Cyberbolic Views [43]"
Ein Programm, mit dessen Hilfe tatsächlich den Nutzern ein
Überblick über eine Website gegeben werden soll, ist das Java-Applet
"Tree View" von Rob Young. Das Programm erzeugt einen Hierarchiebaum, der
demjenigen des Windows-Explorers ähnlich ist. Leider können dabei
nur zwei Hierarchieebenen berücksichtigt werden (Elsner 1988,
S. 91).
Auch der HTML-Editor NetObjects Fusion bietet die Möglichkeit,
einen Verweis auf eine automatisch erzeugte Sitemap in alle Dokumente
einzufügen. Die Sitemap verdeutlicht zunächst nur die Struktur
der Website. Informationen zum Inhalt der angezeigten Knoten erhält
man aber, wenn man die Maus über die einzelnen Knoten bewegt.
Abbildung 3.5.5-18: Mit Hilfe von NetObjects Fusion erzeugte Sitemap |
Der Mauszeiger befindet sich über dem rot markierten Knoten |
Es ist damit zu rechnen, daß bald leistungsfähigere Programme
auf den Markt kommen. Forschungsprototypen existieren bereits jetzt
(Gloor
URL 1). Das bekannteste Beispiel ist der
Navigational View Builder von Sougata Mukherjea
und James Foley. Diese System integriert gleich mehrere Visualisierungstechniken,
darunter Filter, Cone Trees, Perspective Walls und Tree Maps (zit. nach
Gloor
URL 1).
Mukherjea und Hara (Mukherjea 1997, S. 187ff.) haben eine Technik
entwickelt, mit der focus+context views für
Web-Dokumente erstellt werden können. Die Technik beruht darauf, daß
zunächst für alle Knoten die Wichtigkeit berechnet wird. Hierfür
wird der Algorithmus verwendet, der in dieser Arbeit bereits vorgestellt
wurde. In die Übersicht werden nun zum einen besonders wichtige Knoten
aufgenommen und zum anderen diejenigen Knoten, die mit dem "Focus" durch
einen Verweis direkt verbunden sind.
Diese Technik der focus+context views gehört ebenso wie der
Navigational View Builder zu den Forschungssystemen. Für den
Einsatz in der Praxis werden jedoch Programme benötigt, die sich ein
Webmaster ohne großen Aufwand besorgen kann.
Bei der Konvertierung des
QM-Handbuches standen mir keine Programme zur
automatischen Erstellung einer graphischen Übersicht zur Verfügung.
Daher mußte die Übersicht von Hand gezeichnet werden. Zunächst
wurde hierfür folgendes Konzept entwickelt:
Die Übersicht sollte auf der nested set notation beruhen, d. h.
hierarchietiefere Knoten sollten innerhalb von hierarchiehöheren Knoten
dargestellt werden. Außerdem sollte es möglich sein, durch Zoom
auf bestimmte Teile der Übersicht Detailinformationen zu erhalten. Die
Zoom-Funktion hätte mit Hilfe des
Ismap-Attributes implementiert werden können.
"Ismap" bedeutet, daß eine Graphik in verschiedene Bereiche eingeteilt
und jeder Bereich mit einer bestimmten URL verknüpft wird. Nach Anklicken
eines Bereiches wird die zugehörige URL geladen. Hinter einer URL kann
sich nicht nur eine HTML-Seite verbergen, sondern eben auch eine neue Graphik.
Diese Graphik könnte nun eine detailliertere Darstellung des Bereiches
enthalten, von dem aus auf sie verwiesen wird. Damit wäre eine Zoom-Funktion
verwirklicht. Beim QM-Handbuch war geplant, jede Rubrik (z. B. Handbuch
Systementwicklung, Handbuch Dokumentation, ...) als einen Bereich zu definieren
und somit für jede Rubrik eine eigene, detaillierte Graphik anzulegen.
Es hätten also neun Graphiken für die einzelnen Rubriken sowie
eine Graphik für die oberste Ebene gezeichnet werden müssen.
Zunächst soll hier nun die geplante Graphik für die oberste Ebene
beschrieben werden:
In dieser Graphik sind alle drei Hierarchieebenen des QM-Handbuches zu sehen.
Zur Verdeutlichung wurde - wie in der Hypertextanwendung selbst - jeder
Hierarchieebene eine bestimmte Farbe zugewiesen. Die Farben der Knoten in
der Darstellung entsprechen den Hintergrundfarben der "wirklichen" Knoten
in der Hypertextanwendung. Die hierarchische Abfolge der Knoten ergibt sich
direkt aus der nested set notation. Das Vorhandensein hierarchischer
Verweise kann bzw. muß man also aus der nested set notation
erschließen. Speziell dargestellt werden nur die referentiellen
Querverweise. Diese werden durch Verbindungslinien symbolisiert. Damit die
Graphik nicht durch zu viele Linien unübersichtlich wird, gilt das Prinzip
der link inheritance: Verweise zwischen Knoten verschiedener Rubriken
werden ersetzt durch Verweise, die die beiden beteiligten Rubriken in der
Darstellung direkt miteinander verbinden. Mehrere Verweise zwischen zwei
Rubriken werden dadurch zu einer Linie zusammengefaßt. Um zu verhindern,
daß sich dadurch die Aussagekraft der Darstellung erheblich reduziert,
wird das Prinzip der link inheritance nach Feiner um folgende Besonderheit
ergänzt: Die Dicke einer Verbindungslinie hängt von der Menge der
Verweise ab, die sie symbolisiert. Gibt es zwischen zwei Rubriken sehr viele
Verweise, so werden diese nach dem Prinzip der link inheritance zwar
nicht einzeln angezeigt, die enge Verknüpfung zwischen den Rubriken
wird jedoch durch eine dicke Verbindungslinie deutlich gemacht.
Bei den neun detaillierten Graphiken für die einzelnen Rubriken, die
nach Anklicken der entsprechenden Bereiche in der eben beschriebenen
Einstiegsgraphik erscheinen, spielt link inheritance keine Rolle.
Statt dessen wird die Übersichtlichkeit dadurch gesteigert, daß
bestimmte Knoten herausgefiltert werden. In jedem Fall weggelassen werden
die Knoten der Inhaltsverzeichnisse und Metainformationen. Da zu ausnahmslos
jedem Textknoten ein Inhaltsverzeichnis und drei Metainformationsknoten
gehören, würde die Abbildung dieser Knoten den Informationsgehalt
der Übersicht kaum erhöhen. Die Textknoten derjenigen Rubrik, zu
der die detaillierte Graphik jeweils gehört, werden vollständig
dargestellt. Aus den anderen Rubriken werden nur diejenigen Knoten in die
Graphik aufgenommen, auf die von der aktuellen Rubrik aus verwiesen wird.
Alle anderen Knoten werden weggelassen bzw. durch Punkte angedeutet. Die
dargestellten Knoten sind alle gleich groß, damit die Graphik
gleichmäßig aussieht. Die Wichtigkeit der Knoten wird durch die
Dicke der Ränder zum Ausdruck gebracht: Wichtige Knoten werden dick
umrandet, unwichtige Knoten werden dünn umrandet. Die Wichtigkeit eines
Knotens wird ermittelt, indem die Verweise gezählt werden, die von diesem
Knoten ausgehen (outdegree) und die zu diesem Knoten führen
(indegree). Die Werte für indegree und outdegree
werden dabei addiert.
Der Nachteil des in den letzten Absätzen beschriebenen Konzeptes für
eine graphische Übersicht liegt auf der Hand: Die Umsetzung ist viel
zu aufwendig. Es müssen nicht nur zehn verschiedene Graphiken gezeichnet,
sondern auch sämtliche Verweise des Hypertextes gezählt werden.
Die hierfür notwendige Zeit wird in der Praxis nie zur Verfügung
stehen.
An diesem Beispiel sieht man sehr anschaulich das Grundproblem bei der
praktischen Umsetzung von Ergebnissen der Hypertextforschung im HTML-Publishing:
Aus der Forschung lassen sich interessante Anregungen gewinnen, deren Umsetzung
in der Praxis sehr nützlich wäre. Allerdings ist die Umsetzung
in vielen Fällen zu aufwendig. Der Entwickler einer Hypertextanwendung
kann dies in der ihm zur Verfügung stehenden Zeit nicht leisten. Er
ist darauf angewiesen, daß Tools programmiert werden, die ihm die Umsetzung
neuer Ideen ermöglichen. Dies wird am Beispiel der graphischen
Übersicht besonders deutlich, gilt aber auch für andere Bereiche
des HTML-Publishing (siehe
Kap. 4).
(Abbildung 3.5.5-19: graphische Übersicht des QM-Handbuchs ) |
Nachdem sich beim QM-Handbuch die
Umsetzung der zunächst geplanten graphischen Übersicht als zu aufwendig
erwiesen hatte, wurde im zweiten Anlauf bewußt ein sehr einfaches Konzept
gewählt. Die Darstellung beruht auf einem Hierarchiebaum. Allerdings
ist auf der untersten Ebene nur ein einziger Ast abgebildet, der stark
vergrößert gezeigt wird. Die Knoten sind nicht beschriftet. Dies
bedeutet, daß sich aus der Übersicht keinerlei Aussagen über
die Einordnung eines bestimmten Knotens in das gesamte Hypertextnetz ableiten
lassen. Die Übersicht eignet sich daher auch nicht als Orientierungshilfe.
Sie kann lediglich dazu dienen, den Benutzern die Struktur des
Hypertextnetzes zu verdeutlichen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf den drei Aspekten "Hierarchie", "Guided Tour" und "Cluster". Die hierarchische Struktur erkennt man an der baumartigen Darstellung. Zusätzlich wurde jede Hierarchieebene mit der Farbe hinterlegt, die auch den Hintergrund der zugehörigen HTML-Seiten bildet. Die Knoten sind innerhalb einer Hierarchieebene ringförmig angeordnet und über einen Pfeil miteinander verbunden. Dies soll verdeutlichen, daß es im Rahmen einer Guided Tour möglich ist, sich die Knoten in einer vorgegebenen Reihenfolge nacheinander anzusehen . Auf der untersten Ebene ist detailliert dargestellt, wie die bisherigen Dokumente des QM-Handbuchs in mehrere Dateien zerlegt wurden, die nun ein Cluster bilden. Die Aufzählungspunkte im ersten Rechteck symbolisieren ein listenförmiges Inhaltsverzeichnis. Die Pfeile zu dem darunterliegenden Rechteck zeigen, daß von den verschiedenen Einträgen des Inhaltsverzeichnisses aus auf verschiedene Textstellen verwiesen wird. Die unteren kleinen Rechtecke stehen natürlich für die Metainformationsknoten (Bearbeitungsinformationen, Bearbeitungsliste und Referenzdokumente). Diese sind nur ein "Anhängsel" der Textknoten und bilden beim Navigieren eine Sackgasse. Die Graphik soll den Benutzern diese Tatsache vor Augen führen.
|
Da damit zu rechnen war, daß sich nicht alle
Benutzer die Zeit nehmen würden, die graphische Übersicht genau
zu betrachten, wurde für die Homepage eine zweite, noch schematischere
Darstellung entwickelt. Es handelt sich um den
Hypercone
, der bereits in
Kap. 3.5.1
ausführlich erläutert wurde.
[40] Die erste Hierarchieebene entspricht
dem äußeren Rahmen, in den alle anderen Ebenen eingeschlossen
sind. Die zweite Ebene sind die 10 vertikalen Rechtecke. Fünf dieser
Rechtecke (ganz rechts) sind sehr schmal und nicht weiter unterteilt, d.
h. es gibt hier keine untergeordneten Knoten mehr. In die anderen Rechtecke
sind weitere Rechtecke eingeschlossen. Diese Rechtecke stellen die dritte
Hierarchieebene dar. Eine vierte Hierarchieebene gibt es nur unterhalb derjenigen
acht Knoten, die als horizontal gelegene Reihen in der Mitte zu erkennen
sind und in die dunkelgrau gefärbte Rechtecke eingezeichnet sind. In
der Abbildung wird der Pfad zu einem beliebig heraus-gegriffenen Knoten durch
Farben verdeutlicht: die erste Ebene ist rot, die zweite blau, die dritte
gelb und die vierte grün.
[*] Man erkennt in diesen beiden Darstellungen nach der
nested set notation jeweils drei Hierarchieebenen mit einem Knoten in der
obersten, drei Knoten in der mittleren und 5+4+3=12 Knoten in der untersten
Ebene. In der linken Darstellung sind alle Verweise zwischen Knoten der untersten
Ebene als Pfeile erkennbar. In der rechten Darstellung sind im Vergleich
zur linken Darstellung diejenigen Verweispfeile erhalten geblieben, die innerhalb
der Rechtecke liegen, die die Knoten der mittleren Ebene symbolisieren. Verweise,
die von einem Rechteck in ein anderes führen, (d. h. Verweise zwischen
Knoten mit verschiedenen Vorfahren), werden jeweils zu einem dickeren Pfeil
zwischen den beiden beteiligten Rechtecken zusammengefaßt. Einer der
drei dicken Pfeile in der rechten Darstellung hat zwei Pfeilspitzen, da er
für Verweise mit unterschiedlicher Richtung steht (an seiner Stelle
erkennt man in der linken Darstellung zwei dünne Pfeile nach unten und
einen nach oben).
[**] Oben ist angedeutet, daß noch weitere
Knoten existieren. Die hierarchische Struktur kommt dadurch zustande, daß
ein beliebiger Knoten als Wurzel herausgegriffen wurde. Alle Knoten, auf
die von diesem Knoten aus verwiesen wird, gelten als zweite Ebene usw.
(Munzner
URL).
[***] Erläuterungen: Shadows provide
powerful cues for disambiguating the shape and the location of three-dimensional
objects. [...] We can further ease the viewers perception of the spatial
structure of the scene by drawing grid lines on the walls onto which the
shadows are cast. [...] Finally, we can further improve the viewers
perception of the scene by using a wide-angle camera that is located close
to the Cone Tree"
(Najork
URL).
[41] oben: euklidische Geometrie
(http://www.math.usouthal.edu/~brick/teaching/math110/euc-pos.gif);
unten: hyperbolische Geometrie
(http://www.math.usouthal.edu/~brick/teaching/math110/hyp-pos.gif)
[42] Site-Manager sind Programme zur
Organisation einer Website.
[43] "The CyberbolicTM View gives
you a dynamic overview of your site that clarifies resource relationships
and interconnections, and helps you immediately grasp the overall structure
of a site. Drag your mouse to zoom in for details or move around for a site
survey."
(Microsoft
URL 2).