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hierarchisch
   Hierarchie


Die hierarchische Strukturierung eines Hypertextes erhöht die Übersichtlichkeit und erleichtert die Orientierung (Ansel Suter 1995, S. 15f.). Hierarchien haben den Vorteil, daß auf höheren Ebenen der Abstraktionsgrad steigt und damit die Komplexität sinkt (Woodhead 1991, S. 121). Nur bei Bedarf müssen die Details tieferer Ebenen berücksichtigt werden (information hiding, Feiner 1988, S. 206). Das Problem besteht darin, daß es nur für die wenigsten Wissensgebiete eine hierarchische Kategorisierung gibt, über die sich alle einig sind (Landauer 1993, S. 80f.). Es kann daher für den Leser eines Hypertextes schwierig sein, die vom Autor gewählte Kategorisierung nachzuvollziehen. Verzweigt der Leser aus diesem Grund zu einer falschen Kategorie, so muß er bei einem streng hierarchischen Hypertext ohne Querverweise zu dieser Verzweigung zurückkehren, bevor er die Knoten einer anderen Kategorie betrachten kann. Dies kann vor allem bei einer tiefen Hierarchie sehr zeitaufwendig sein. Daher ist eine flache Hierarchie ("shallow and wide", Hewett 1987, S. 123) in der Regel zu bevorzugen.
Ein weiterer Nachteil hierarchischer Hypertexte ist die Einschränkung der "navigatorischen Freiheit" (Ansel Suter 1995, S. 90) und "eine gewisse Abkehr vom Hypertext-Grundgedanken als assoziatives Netzwerk" (Krüger 1990, S. 71).

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