Immer häufiger werben Unternehmen damit, nach DIN
EN ISO 9000ff. zertifiziert zu sein. Dies bedeutet, daß in den
Unternehmen ein sogenanntes Qualitätsmanagementsystem
eingeführt wurde, das die Anforderungen dieser Normen erfüllt
und das durch eine unabhängige Stelle geprüft wurde.
Normen mit der Bezeichnung "DIN EN ISO" werden zunächst von der
International Standardization Organization (ISO) unter Beteiligung
der verschiedenen nationalen Mitgliedsorganisationen erstellt und verabschiedet.
Anschließend werden sie, sofern die europäischen Normengremien
und die Europäische Kommission zustimmen, als Europäische Norm
(EN) übernommen. Schließlich werden sie vom Deutschen Institut
für Normung (DIN) in das nationale Normenwerk Deutschlands aufgenommen.
Mit der Übernahme in ein nationales Normenwerk wird eine internationale
Norm in einem bestimmten Staat gültig. Während die Übernahme
von ISO-Normen freiwillig ist, sind die Staaten der Europäischen Union
verpflichtet, Europanormen in ihre Normenwerke zu übernehmen. Im Fall
der "DIN EN ISO 9000ff." spricht man oft von abkürzend von "ISO 9000".
ISO 9000 ist eine Normenreihe, die sich in zwei Teile gliedert:
Diesen Normen ist die DIN EN ISO 8402 vorgeschaltet, in der die Begriffe
des Qualitätsmanagements geklärt werden. So wird hier "Qualität"
definiert als die "Gesamtheit von Merkmalen [...] einer Einheit [...]
bezüglich ihrer Eignung, festgelegte und vorausgesetzte Erfordernisse
zu erfüllen." (DIN EN ISO 8402, 1995, Abschnitt 2.1, Hervorhebung
im Original).
Wendet man diese Definition auf die Situation eines Unternehmens an, so ergibt
sich konkret: "Qualität ist das Erfüllen von
Kundenanforderungen."
(Schwinning
URL 1, Hervorhebung im Original). Damit wird Qualität zu einem
wichtigen Erfolgsfaktor. Allerdings stellt sich Qualität nicht von selbst
ein, sondern muß "gemanagt" werden
(Schwinning
URL 1). Diesem Zweck dient das Qualitätsmanagementsystem
(QM-System).
Seit 1987 besteht nun die Möglichkeit, sich bei der Einführung
eines solchen Qualitätsmanagementsystems nach den Normen der Reihe ISO
9000 zu richten. Dies hat zwei Vorteile: Zum einen stellen die Normen eine
Hilfe dar, da sie von Fachleuten konzipiert wurden, die mit allen Problemen
des Qualitätsmanagements bereits vertraut waren. Zum anderen besteht
die Möglichkeit, das Qualitätsmanagementsystem durch eine
unabhängige Stelle zertifizieren zu lassen. Ein solches Zertifikat (siehe
Abbildung) ist natürlich ein gutes Werbemittel und stärkt das Vertrauen
der Kunden. Außerdem zwingt es das Unternehmen zur Weiterführung
und Verbesserung des Systems, da es in regelmäßigen Abständen
erneuert werden muß.
Voraussetzung für die Zertifizierung ist das Bestehen eines sogenannten
Audits. Dies bedeutet:
Ein Zertifikat ist in der Regel drei Jahre gültig. Nach Ablauf dieser
Zeit kann ein Wiederholungsaudit durchgeführt werden. Außerdem
finden jährlich kleinere Folgeaudits statt.
Abbildung 3.1.1-1: Zertifikat nach ISO 9001