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2.2.4 Informationswissenschaft


Die Informationswissenschaft beschäftigt sich mit Informationsprozessen in Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung, Industrie und Politik, insbesondere mit Methoden zur Sammlung, Erschließung, Speicherung, Vermittlung und Präsentation von Wissen (Informationswissenschaft URL, Schulze URL, Harms URL). Sie kann als Brückenwissenschaft angesehen werden, die Inhalte und Methoden der Informatik, Kognitionspsychologie, Kommunikationswissenschaft, Linguistik, Publizistik, Soziologie und Wirtschaftswissenschaft verbindet (Informationswissenschaft URL, Schulze URL, Harms URL). Zahlreiche Gesichtspunkte, die in dieser Arbeit behandelt werden, lassen sich auch der Informationswissenschaft zuordnen.
In diesem Abschnitt wird nur auf die "informationswissenschaftliche Relevanz von Hypertext" (Kuhlen 1991, S. 58) eingegangen:
In der Informationswissenschaft unterscheidet man streng zwischen Wissen und Information. Wissen ist irgendwo gespeichert und wird dann zu Information, wenn jemand darauf zugreift und Nutzen daraus zieht. Information ist demnach "Wissen in Aktion" bzw. "die Teilmenge von Wissen, die zur Lösung von Problemen benötigt wird" (Harms URL). Wer andere informieren möchte, darf nicht einfach sein Wissen "zum besten geben", sondern er muß sich überlegen, welche Aspekte relevant sind und welche Auswirkungen damit verbunden sein können. Diese Forderung nach Anwendungsbezogenheit wird als "pragmatisches Primat" bezeichnet (Kuhlen 1991, S. 63, Harms URL).
Demnach ist in einem Hypertext nur Wissen gespeichert. Informationen werden erst produziert, wenn durch den Aufruf von Wissen Bedürfnisse der Benutzer befriedigt werden. Daraus schließt Kuhlen, daß "Hypertext vom Prinzip der nicht-linearen Organisation und Nutzungsmöglichkeit her keine Konfektionsware, kein Informationssystem `von der Stange' ist, sondern maßgeschneidert sein sollte, d. h. angepaßt an spezielle Bedingungen des Benutzers [...]. Dies ist eine andere Formulierung unseres pragmatischen Primats." (Kuhlen 1991, S. 64).

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