Noch vor der Entstehung des Internet, im Jahr 1965, prägte Theodor Nelson
das Wort "Hypertext": "Let me introduce the word `hypertext' to mean a body
of written or pictorial material interconnected in such a complex way that
it could not conveniently be presented or represented on paper"
(Nelson 1965, S. 96). Man erkennt, daß zwei Bedingungen
erfüllt sein müssen, damit ein Text als Hypertext gelten kann:
Konkret stellt sich Hypertext dem Benutzer so dar, daß bestimmte
Textstellen besonders gekennzeichnet sind (im WWW sind z. B. bestimmte
Wörter blau und unterstrichen). Wenn der Benutzer auf eine solche Textstelle
klickt, wird ein neues Dokument geladen, das nähere Informationen zu
der gekennzeichneten Textstelle enthält. Man sagt, der Benutzer "folgt
einem Verweis". Das neue Dokument wird auch als "Knoten" bezeichnet, die
gekennzeichneten Textstellen nennt man "Anker". Ein Knoten kann nicht nur
Schrift und Graphiken, sondern auch akustische Informationen oder Filme
enthalten. Soll dieser multimediale Aspekt betont werden, spricht man statt
von "Hypertext" auch von "Hypermedia".
Theodor Nelson prägte nicht nur das Wort "Hypertext", sondern hatte
auch die Vision, alle Veröffentlichungen der Welt zu einem vernetzten
"Docuverse" zusammenzufassen. Technisch sollte dies
mit Hilfe des Publikationssystems Xanadu verwirklicht
werden, an dessen Entwicklung nun schon seit über 30 Jahren gearbeitet
wird
(Gromov URL 2,
Ansel Suter 1995, S. 23f.). Die Ziele des Projektes Xanadu werden
wie folgt zusammengefaßt:
The Xanadu Australia formal problem definition is: We need a way for people to store information not as individual "files" but as a connected literature. It must be possible to create, access and manipulate this literature of richly formatted and connected information cheaply, reliably and securely from anywhere in the world. Documents must remain accessible indefinitely, safe from any kind of loss, damage, modification, censorship or removal except by the owner. It must be impossible to falsify ownership or track individual readers of any document. This system of literature (the "Xanadu Docuverse") must allow people to create virtual copies ("transclusions") of any existing collection of information in the system regardless of ownership. In order to make this possible, the system must guarantee that the owner of any information will be paid their chosen royalties on any portions of their documents, no matter how small, whenever and wherever they are used (Pam URL).
Im selben Jahr, in dem Theodor Nelson den Begriff Hypertext prägte,
erfand Douglas Engelbart, ebenfalls Hypertextforscher, die Computer-Maus.
Damit schuf er eine wichtige Voraussetzung für die Benutzung von Hypertext
in der heutigen, bequemen Form.
[4] In neueren Ansätzen werden Verweise überflüssig, weil die Knoten von einer graphischen Übersicht aus erreicht werden können. Zwei zusammengehörige Knoten werden dann dadurch miteinander verbunden, daß sie in der graphischen Übersicht nebeneinander dargestellt werden (Spatial Hypertext, Marshall 1995).