Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, die erhaltenen
Ergebnisse weiter zu verbessern. Bei Verwendung eines
geeigneten Korpus erscheint es sogar möglich,
daß die vorausgesagten assoziativen
Antworten schließlich eine stärkere Übereinstimmung
mit dem Durchschnitt der Versuchspersonen aufweisen
als die Antworten einer einzelnen Versuchsperson.
Hierzu müßte aber die Repräsentativität des Korpus
erheblich verbessert werden. Einerseits sollte der
Anteil gesprochener Sprache erhöht werden, um
auch aus der Umgangssprache resultierende Assoziationen
(etwa
) simulieren zu können.
Weiterhin erscheint eine beträchtliche Erweiterung
des Gesamtumfangs erforderlich. Die durchschnittliche
Korpushäufigkeit der Stimuluswörter im Experiment
nach Russell & Meseck liegt zwar bei über 1000,
die Streuung ist jedoch erheblich. Die in der
Korpuslinguistik gelegentlich geforderte Mindesthäufigkeit
von 100 wird von einigen Stimuluswörtern nicht erreicht.
Dazu gehören geläufig erscheinende Wörter wie Bequemlichkeit,
Schmetterling, kommandieren, rauh, Spinne, Nadel, Hammelfleisch,
Stiel, Ofen u. a. Tabelle
zeigt, daß die
vorhergesagten Assoziationen zu diesen Wörtern zumeist unbefriedigend sind.
Eine Stammformenreduktion und eine Zerlegung von
Komposita würde die Korpushäufigkeiten sicherlich
erhöhen, allerdings den Vergleich mit den Assoziationen
von Versuchspersonen problematisch machen, da diese nicht immer
mit Stammformen antworten.
Eine einfache Möglichkeit, die beobachtete Tendenz zur Vorhersage
syntagmatischer Assoziationen zu reduzieren, bestünde darin,
bei der Auszählung der Kookkurrenzhäufigkeiten die unmittelbare
Umgebung eines Stimuluswortes (etwa
2 Wörter) nicht mehr
zu berücksichtigen. Dadurch würde eine Vielzahl durch Kollokationen
bedingter Kookkurrenzen unterdrückt. Beispiele hierfür wären etwa
und
.
Kapitel
stellt eine Reihe weiterer Methoden zur Verbesserung
der Simulationsergebnisse vor.