Im eingangs erwähnten Beispiel wurden einige normalerweise mit
Paris assoziierte Eigenschaften - beispielsweise chic und
erotisch - dadurch auf eine Seife übertragen, daß der
Produktname wiederholt in einen Zusammenhang zu Paris gebracht
wurde. Zur Nachahmung eines solchen Mechanismus eignet sich
das Konzept der indirekten Assoziationen
(vergl. Kapitel
).
Der verwendete Algorithmus enthält ein iteratives Element , das es erlaubt, auch Assoziationen zu berechnen, die über Vermittlungswörter zustande kommen. Man geht hierbei von einem assoziativen Wortnetz aus, dessen Knoten Wörter und dessen Verbindungen die assoziativen Gewichte zwischen den Wörtern sind. In diesem Modell erhält man die Assoziationen zu einem Stimuluswort dadurch, daß dieses eine Aktivierung erfährt, die sich entlang der Gewichte proportional zur jeweiligen Verbindungsstärke ausbreitet.
In einem ersten Ausbreitungszyklus erhalten all diejenigen Wörter eine Aktivität, die eine direkte Verbindung zum Stimuluswort aufweisen. Diese Wörter werden als direkte Assoziationen bezeichnet. Die indirekten Assoziationen ergeben sich dadurch, daß sich in einem zweiten Zyklus die Aktivitäten der zum Stimuluswort direkt assoziierten Wörter erneut ausbreiten. Dieser Vorgang ist im Prinzip beliebig oft wiederholbar. Versuche haben jedoch ergeben, daß durch eine Propagierung über mehr als zwei Zyklen in der Regel keine Verbesserung der Ergebnisse erreicht wird.
Für die Berechnung indirekter Assoziationen sind also folgende Schritte notwendig:
Es hat sich gezeigt, daß die berechneten indirekten Assoziationen gegenüber den direkten ein höheres Maß an Kreativität zeigen und auch eher unsystematische Assoziationsketten (z.B. Schokolade-Vergnügen-Liebe-Sünde) berücksichtigen. Die direkten Assoziationen sind hingegen verläßlicher und leichter vorherzusehen.