Schon bei der Festlegung eines Produktnamens kann ein Assoziationsprogramm Hilfestellung leisten. Der Name soll einerseits etwas mit dem Produkt zu tun haben, andererseits eine positive emotionale Wirkung entfalten. Zwar kann ein Name auch ohne ein assoziatives Wortnetz gefunden werden. Der Nutzen besteht hier jedoch darin, daß das System weitgehend vollständige Listen von Assoziationen liefert, die als Entscheidungsgrundlage zur Verfügung stehen. Demgegenüber gelingt es selbst einem kreativen Menschen kaum, zu einem Begriff mehr als zehn Assoziationen aufzuzählen.
Soll etwa ein Name für eine neue Kaffeesorte gefunden werden,
so fällt bei Betrachtung der vom Assoziationsprogramm
gelieferten Assoziationsliste zu Kaffee auf, daß das Wort
Bohne einen vorderen Rangplatz einnimmt. Dieses Wort wiederum
löst im Zusammenhang mit Kaffee positive Assoziationen aus,
da es an frisch gemahlenen Kaffee erinnert. Durch die
Berechnung der Lautassoziationen (vergl. Kapitel
)
zu Bohne kommt man hingegen zu einer Wortliste,
in der positiv besetzte Wörter wie Bonus oder das französische
bon auf vorderen Rangplätzen erscheinen. Es liegt also nahe,
zur Kreierung eines Produktnamens das Wort Bohne
in Richtung auf bon zu verfremden. Eine mögliche
Produktbezeichnung wäre etwa ``Bona-Kaffee''.