In den vorigen Kapiteln wurde gezeigt, wie durch Untersuchung des gemeinsamen Auftretens von Wörtern in Texten die Assoziationen zu einzelnen Stimuluswörtern vorhergesagt werden können. In diesem Abschnitt soll die weitergehende Frage behandelt werden, ob es möglich ist, die von Versuchspersonen gegebenen assoziativen Antworten auf mehrere Stimuluswörter ebenfalls auf die Kontiguitäten von Wörtern in Texten zurückzuführen. Dieser Problemstellung kommt eine große Bedeutung zu, da alle sprachlichen Äußerungen als Ansammlungen von Stimuluswörtern verstanden werden können, die in gezielter Weise andere Begriffe aktivieren. Wie einheitlich die Reaktionen von Versuchspersonen bei Vorgabe mehrerer Stimuluswörter sein können, zeigt beispielsweise das Stimuluspaar König/Mädchen, auf das nach Rapp et al. (1993) etwa die Hälfte der Versuchspersonen mit Prinzessin antworten. Da davon ausgegangen wird, daß sich die grundlegende Problematik bei der Kombination von Stimuluswörtern schon bei Paaren von Stimuli zeigt, wird im Weiteren nur dieser Fall behandelt. Die entwickelten Simulationsverfahren lassen sich jedoch ohne größere Änderungen auch bei mehr als zwei Stimuluswörtern anwenden.