Zur Bestimmung der Häufigkeiten des gemeinsamen Auftretens von Wörtern
wurde wie im Deutschen eine Fenstergröße von
12 Wörtern vom
Stimuluswort verwendet. Die Berechnung der Assoziationsstärken beruht
ebenfalls auf der Assoziationsformel
. Die Parameter
sowie
und
in der Formel wurden
jedoch neu optimiert. Wiederum wurden zur Vereinfachung der Optimierung
für
und
identische Werte angenommen.
Die besten Ergebnisse ergaben sich für
und
. Der Wert für
stimmt also annähernd mit dem für das Deutsche erhaltenen Wert
von 0,68 überein. Die Werte für
und
mußten jedoch
gegenüber dem für das Deutsche gefundenen Wert von 0,000005
vervierfacht werden.
Offenbar ist es im Englischen notwendig, die Vorhersage häufiger Wörter noch stärker zu begünstigen als im Deutschen. Dies spiegelt die Tatsache wieder, daß deutsche Versuchspersonen weniger einheitlich antworten als amerikanische, und daß amerikanische Versuchspersonen eher mit Wörtern hoher Korpushäufigkeit antworten. Dieser Unterschied im Verhalten der Versuchspersonen könnte dadurch erklärt werden, daß die Worthäufigkeiten im Englischen im Mittel höher liegen als bei den entsprechenden deutschen Wörtern. Dies ist vor allem auf das weitgehende Fehlen flektierter Formen zurückzuführen, wahrscheinlich aber auch auf einen insgesamt konformeren Sprachgebrauch. Möglicherweise könnte daher die benötigte Parameteränderung vorab durch eine Worthäufigkeitsanalyse erschlossen werden. Hierzu müßten aber noch weitere Sprachen untersucht werden.