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Zusammenfassung

Die Zielsetzung war es, mit einem Rechner freie Wortassoziationen zu generieren, die denen von Versuchspersonen möglichst ähnlich sind. Hierzu wurden folgende Komponenten benötigt:

Die Kombination dieser Elemente führt zu vom Rechner generierten Wortassoziationen, die mit den von Russell an Versuchspersonen erhobenen Assoziationen weitgehend übereinstimmen. Dies spricht gegen die von Matthäus (1980) geäußerte Auffassung, daß die im Assoziationsversuch beobachtbaren Beziehungen zwischen Wörtern außerhalb dieses experimentellen Paradigmas keine Relevanz besäßen.

Schwieriger ist es, die Ergebnisse im Hinblick auf die Frage, ob freie Assoziationen Kontiguitätsassoziationen sind, zu interpretieren. Sicherlich könnten die Ergebnisse auch dahingehend erklärt werden, daß die semantischen Transformationsregeln im Sinne von Clark, die im Assoziationsversuch zur Generierung des Antwortkonzeptes führen, auch an der Planung sprachlicher Äußerungen beteiligt sind. Eine assoziationstheoretische Erklärung der Ergebnisse ist allerdings einfacher. Demnach beruht die Vielgestaltigkeit menschlicher Assoziationen nicht auf einer komplizierten Arbeitsweise des Gedächtnisses , sondern spiegelt lediglich die aus einer komplexen sprachlichen Umwelt resultierenden Stimulationsmuster wieder.



Reinhard Rapp
Fri Jul 18 19:19:31 MET DST 1997