Übersetzer/ -in und Dolmetscher/ -in als nicht geschützte Berufsbezeichnung

Es ist wichtig zu wissen, dass Übersetzer/Dolmetscher keine geschützte Berufsbezeichnung ist; das heisst konkret, jeder kann sich Übersetzer nennen und als solcher arbeiten, man muss dafür keine bestimmte, eindeutig im Gesetz festgelegte Berufsausbildung besitzen. Man kann z.B. "einfach" zweisprachig aufgewachsen sein und sich dazu in der Lage fühlen, Übersetzungen anfertigen zu können. Es soll hiermit nicht zum Ausdruck gebracht werden, dass "nicht-studierte" Übersetzer schlechter seien als ihre Kollegen, die ein Studium absolviert haben, wir maßen uns nicht an, fähig zu sein, diesbezüglich zu urteilen.
Richtigerweise ist an dieser Stelle anzumerken, dass man sich natürlich nicht Diplomübersetzer oder Diplomdolmetscher nennen darf, wenn man nicht tatsächlich ein Diplom hat. Insoweit besteht ein gesetzlicher Schutz.

Ob es in der freien Marktwirtschaft von Vorteil ist, einer Berufsgruppe anzugehören, deren Bezeichnung geschützt ist, ist sehr schwer zu beurteilen. Einerseits gäbe ein "eindeutiges Übersetzerdiplom" einem Auftraggeber die Sicherheit es mit einer Person zu tun zu haben, die zumindest offiziell ihr Handwerk auch tatsächlich "gelernt" hat. Andrerseits gilt für alle Berufszweige die Gauss'sche Klammer, nach der es wie überall Gute und Schlechte gibt.

Eine bestimmte Ausbildung ist keine absolute Garantie für Qualität.

Rechtliches

Die Tätigkeit des Übersetzers und Dolmetschers ist eine freiberufliche, d.h. er ist nicht verpflichtet ein Gewerbe anzumelden, da er nichts verkauft, im Gegensatz zum 'Metzger um die Ecke'. Wie er seine Tätigkeit organisiert bleibt ihm selbst überlassen und ist eine Entscheidung, die der jeweilige Übersetzer individuell für sich entscheiden muss. Ob Personengesellschaft, wie GbR oder eine Kapitalgesellschaft, z.B. eine GmbH gründen oder sich als Übersetzer auf eine Stelle bewerben muss jeder, nachdem er sich eingehend informiert hat, selbst je nach seinen Bedürfnissen und Zielen entscheiden.
Der Vertrag den der Übersetzer oder Dolmetscher mit seinem Kunden abschliesst ist nach Bürgerlichem Gesetzbuch ein Werkvertrag. Die Übersetzung oder die Dolmetschleistung, die erbracht wird, ist ein sogenanntes geistiges Werk, welches gemäß des Auftrages, also den Wünschen, des Kunden "hergestellt" wird. Ihm können DIN-Normen zugrunde gelegt werden.

DIN - Normen 2345 im Einzelnen

Gerne würden wir an dieser Stelle die DIN-Normen auflisten, doch sind sie nur käuflich erhältlich.

Weiterhin möchten wir anmerken, dass es mehr als nur diese DIN-Norm gibt. Sie ist aber die für den Werkvertrag die wichtigste, da sie grundlegende Fragen regelt.

1.Sinn und Zweck der DIN-Norm 2345

Sie soll die Vereinbarungen ergänzen, die zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer gelten und somit zu einer gleichmässigen Risikoverteilung zwischen den Vertragsparteien führen. Ausserdem auch in organisatorischen Fragen Rechte und Pflichten dieser festlegen.

Die DIN-Norm soll auch die Arbeit des Übersetzers für den Auftraggeber nachprüfbar machen. Er kann anhand der einzelnen nummerierten Abschnitte nachprüfen und bewerten, welche Qualität die erbrachte Arbeit hat.

Sie legt Anforderungen für Übersetzungsaufträge fest:

Zusammenarbeit zwischen dem Auftraggeber und dem Auftragnehmer

Auswahl des Übersetzers

Ablauforganisation

Prüfung und Bewertung von Übersetzungen

Ausgangs- und Zieltext betreffende Bedingungen

2. Anwendungsbereich

Die DIN-Norm bietet freiberuflichen Übersetzern, Sprachendiensten und Übersetzungsbüros die Möglichkeit diese Norm in ihre Verträge einzubeziehen. Sie ist kein sogenanntes zwingendes Recht, d.h. ob sie Vertragsbestandteil wird, hängt beim Vertragsschluss von den Willen des Auftraggebers und Auftragnehmers ab. Sie gilt nicht für Dolmetscher.

3. Allgemeines

Jeder Übersetzungsauftrag ist ein Rechtsgeschäft im Sinne des BGB, er ist genauer gesagt ein Vertrag der dem Allgemeinen Teil des BGB, der sogenannten Rechtsgeschäftslehre, unterliegt, die für alle Verträge gilt. Für ihn gelten ausserdem noch die allgemeinen Regeln des Vertragsrechts und die Werkvertragsrechtes, welches Rechte und Pflichten im Zusammenhang mit dem besonderen Vertragstyp Werkvertrag regelt (auch diese sind im BGB zu finden).

Generell gilt bei einem Vertragsschluss nach deutschem Recht Vertragsfreiheit, d.h. ein Vertrag kann alles beinhalten, solange er nicht gegen zwingendes Recht verstösst; Zwingendes Recht ist Recht, das nicht vertraglich abdingbar ist, weil der Gesetzgeber es für notwendig erachtet, die einzelne Person oder die Allgemeinheit oder bestimmte Rechtsgüter hierdurch zu schützen.

Beispiel für eine sittenwidrigen Vertrag der gegen zwingendes Recht verstossen würde und somit die Konsequenz der Nichtigkeit des Vertrages hätte:

A schließt mit B einen Vertrag folgenden Inhalts: A zahlt B 1 eine Million Euro, wenn er eine Urkunde inhaltlich falsch übersetzt, damit er C betrügen kann. B weiss um die Absichten des B.

Die Aufnahme der DIN-Normen in einen Übersetzungsauftrag ist dagegen, wie oben schon erläutert, fakultativ, d.h. auch, dass sie in abgewandelter Form oder nur teilweise in den Vertrag aufgenommen werden können.

4. Definitionen

In den DIN-Normen werden Begriffe abstrakt und allgemein definiert, um zwischen den Vertragsparteien klarzustellen, worum es genau geht, zB was ist "übersetzen".

So wird "Übersetzen" in Ziffer 3.1.1. als "Schriftliches Übertragen eines Textes aus einer Ausgangssprache in eine Zielsprache" definiert. Es werden zunächst unter der Ziffer 3. der DIN-Norm allgemeine Begriffe wie "muttersprachliche Kompetenz" ( 3.1.1.1.), "fachspezifische Kompetenz" (3.1.1.2), usw. definiert.

Unter Ziffer 3.1.2. wird der Begriff "Dolmetschen" definiert, um damit den genauen Anwendungsbereich der Normen bestimmen zu können und zum "Übersetzen" abzugrenzen.

3.2 bestimmt dann Begriffe wie "Ausgangssprache" (3.2.1) und "Ausgangstext" (3.2.2), "Textfunktion" (3.2.7) usw. Außerdem wird in Ziffer 3. auf eine andere DIN-Norm als die DIN-Norm 2345 verwiesen, diese "Andere" kann z.B. einen Begriff weitergehend definieren und somit ergänzend hinzugezogen werden. (Vergleiche 3.2.1: "Ausgangssprache", bei dieser Ziffer wird unter anderem auf DIN 2333 verwiesen, welche die spezifische Anwendung dieses Begriffes bei Fachwörterbüchern regelt.)

Fazit: Die Ziffer 3 definiert und regelt also alles was im Zusammenhang mit dem Ausgangs- und dem zu verfassenden Text für die Vertragsparteien von Wichtigkeit sein könnte:

5. Ablauforganisation

Ziffer 4 beschäftigt sich mit der Ablauforganisation, d.h. erstens, welche Kriterien muss ein geeigneter Übersetzer erfüllen. Zweitens die Festlegung bestimmter Qualitätsmerkmale an denen dann genau überprüft werden kann, ob derjenige zumindest auf den ersten Blick geeignet ist. So findet man in Ziffer 4.1 zum Beispiel folgende Kriterien aufgelistet, neben der allgemeinen sprachlichen Qualifikation: Erfahrung, technische Ausrüstung und die Kapazität die Übersetzung termingerecht zu liefern. Für einen Auftraggeber sehr wichtige Kriterien nach denen er beurteilt, ob der Übersetzer ein zuverlässiger und kompetenter Geschäftspartner ist.

6. Vereinbarungen zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer

In der Ziffer 4.2 dreht sich alles um die Vereinbarungen zwischen den Parteien des Übersetzungsauftrages. In Ziffer 4.2.1 wird festgelegt, dass es keine Unklarheiten geben soll, es soll zu allen in Ziffern 4.2.2 und 4.2.3 aufgeführten Merkmalen Vereinbarungen bestehen, d.h. nicht, dass sie getroffen werden müssen. Es wird lediglich dazu geraten, damit für die Zukunft schon jetzt die Vereinbarungen so klar festgelegt sind, dass man ohne grosses Aufhebens für Probleme Lösungen finden kann, ohne sich lange darum streiten zu müssen, ob etwas tatsächlich vereinbart worden war und wer die Verantwortung dafür trägt. 4.2.2 beschäftigt sich dann mit den organisatorischen Merkmalen des Vertrages, z.B. wie die Anfrage für eine Übersetzung aussehen soll (schriftlich, bestimmter Inhalt), diese Ziffer soll helfen zu planen, wie ein Vertrag zustande kommt und nachprüfbar machen, ob er zustande gekommen ist.

Tatsächlich ist folgender Ablauf vorgesehen:

1.Auftraggeber fragt bei dem Übersetzer an, ob dieser Zeit, Fähigkeiten und technische Einrichtungen hat einen Text X zu übersetzten.

Dabei sollte die Anfrage im Idealfall den Ausgangstext beinhalten, damit der Übersetzer diesen vorab einmal begutachten kann oder zumindest so viele Informationen über den Text vermitteln, dass sich der Übersetzer eine Vorstellung davon machen kann, um welchen Fachbereich es im Detail geht.

2.Sobald für den Übersetzer genügend Informationen vorliegen, sodass er den Schwierigkeitsgrad, Übersetzbarkeit, usw. abschätzen kann, macht er dem Auftraggeber ein Angebot. Dieses kann schriftlich oder mündlich gemacht werden, es ist aber besser ein schriftliches abzugeben, da somit später die Verhandlungen besser nachzuverfolgen sind, sollte sich die juristische Notwendigkeit dafür ergeben.

3.Nachdem alle wichtigen Vertragsbestandteile, die in den Ziffern 3 und 4 aufgeführt sind, ausgehandelt wurden, erteilt der Auftraggeber dem Übersetzer den Auftrag und zwar am besten schriftlich, wiederum wegen der Nachvollziehbarkeit. Dadurch, dass der Übersetzer den Auftrag dann bestätigt, auch schriftlich, kommt der Vertrag dann endgültig zu Stande.

Die von einer Seite vorgebrachten Änderungswünsche bedürfen IMMER der Bestätigung der anderen Seite, da die vorgebrachten Änderungen immer ein neues Angebot darstellen und somit für einen gültigen Abschluss eines Rechtsgeschäftes wiederum einer neuen Annahme bedürfen. Wird also an den Vereinbarungen bei der Auftragsbestätigung eine Veränderung vorgenommen kommt kein Vertrag zustande, die Auftragsbestätigung ist in diesem Fall ein neues Angebot zum Abschluss eines Vertrages, das erneut von dem Geschäftspartner angenommen werden muss.

Zu den Vereinbarungen zwischen Auftraggeber und Übersetzer gehört selbstverständlich auch die Terminvereinbarung bzw. die Terminvereinbarungen:

Diese Termingestaltung sollte möglichst bei Abschluss des Vertrages feststehen, damit der Übersetzer abschätzen kann, wie viel Zeit er benötigen wird, bekommt er den Text, wie ja oben schon erwähnt, vorab zugesendet und kann dann auch einschätzen welchen Schwierigkeitsgrad dieser hat.

Der Übersetzer hat das Recht alle Zusatzinformationen oder Hintergrundinformationen, die der Auftraggeber besitzt z.B. Glossaren, Sammlungen von Fachausdrücken, Wörterbücher von diesem zu verlangen, sofern die DIN-Normen Vertragsbestandteil geworden sind. Der Auftraggeber hat gem. Ziffer 4.3 die Pflicht, die in seinem Besitz oder ihm zugänglichen Materialien zur Verfügung stellen, dazu gehören auch Paralleltexte. Er muss dem Übersetzer kompetente Ansprechpartner benennen, bei denen er Rückfragen kann oder die für diesen eine Betriebsbesichtigung organisieren, insofern das für das Textverständnis notwendig ist.

Weiterhin ist es natürlich im juristischen wie im organisatorischen Sinne von immenser Wichtigkeit zu vereinbaren, WIE und auf WELCHE WEISE geliefert werden soll. Also auf welchem Medium (Harddisk, Software, Papier, ...) und auf welchem Wege (Versand: Post oder privater Zusteller, per Email, ...) geliefert werden soll. Nur so kann juristisch bestimmt werden, ob der Vertrag erfüllt wurde oder nicht, und zwischen den Vertragsparteien herrscht absolute Klarheit, was von der anderen Seite gewollt und erwartet wird.

An der Tatsache, ob ein Vertrag "erfüllt" wurde im juristischen Sinne hängen rechtliche Konsequenzen wie die Geltendmachung von Mängeln, die Pflicht zur Nachbesserung, Schadenersatzforderungen, die Möglichkeit den Auftraggeber zur Zahlung zu mahnen, usw. Diese Vereinbarungen sind in den Ziffern 4.2.2.2 bis 4.2.2.5 geregelt.

Außerdem kann sich der Übersetzer verpflichten, zusätzliche Vertragsleistungen zu erbringen, z.B. die graphische Gestaltung des Textes zu übernehmen, eine Druckvorlage zu erstellen, eine andere Formatierung als bei dem Ausgangstext vorzunehmen ,... Diese zusätzlichen Leistungen sollten im Vertrag möglichst genau festgelegt werden und außerdem die Vergütung genauestens vereinbart werden, damit der Übersetzer diese Arbeiten abrechnen kann. (Vergleiche Ziffer 4.2.2.5).

In der Ziffer 4.2.3.1 bis 4.2.3.7 werden die in Ziffer 3 als Definitionen voran gestellten Ziele:

So ist der Auftraggeber verpflichtet, dem Übersetzer mitzuteilen, welchen Verwendungszweck die Übersetzung hat (Ziffer 4.2.3.2), für wen sie bestimmt ist (Ziffer 4.2.3.2), ob sie veröffentlicht werden soll, welche Terminologie er wünscht, dass der Übersetzer gebraucht(Ziffer 4.2.3.3), welche Sprachvariante z.B. indisches English, amerikanisches English (4.2.3.4), welches Sprachregister, also ob der Übersetzer für Kinder oder gebildete hoch spezialisierte Fachleute "schreiben" soll (Ziffer 4.2.3.6), ob eine Anpassung an die Zielkultur erfolgen soll oder nicht und inwieweit und zu welchem Zweck (Ziffer 4.2.3.7) usw.

Der Preis der Übersetzung kann auf Zeilenbasis, nach Stundenzahl oder nach Wortzahl abgerechnet werden. Theoretisch ist es so, dass der Übersetzer sich sein eigenes "Tarifsystem" ausdenken kann, sein Kunde muss es lediglich akzeptieren.

Nach Beendigung des Übersetzungsauftrages ist der Übersetzer verpflichtet, alle ihm zur Verfügung gestellten Unterlagen und Materialien wieder zurückzugeben (Ziffer 4.2.2.8), außer es wurde eine gegenteilige Vereinbarung getroffen. Außerdem unterliegt er der Geheimhaltungspflicht, d.h. er darf bezüglich seines Übersetzungsauftrages keinerlei Einzelheiten an Dritte weitergeben (Ziffer 4.2.2.9).

Eine Übersetzung kann durch einen Dritten überprüft werden, wenn die Vertragsparteien dies vereinbaren. Dabei werden die in Ziffer 7 zugrunde gelegten Merkmale herangezogen, um eine Qualitätsprüfung vorzunehmen (Ziffer 4.2.2.7)

mehr dazu:

6.Weitergabe von Übersetzungsaufträgen

Ein Übersetzer kann Übersetzungsaufträge an Dritte weitergeben, dabei sollte ihm aber bewusst sein, dass er damit dem Auftraggeber gegenüber verantwortlich bleibt für den Auftrag. Er tritt dem Übersetzer an den er seinen Auftrag abgibt gegenüber in die Rolle des Auftraggebers. Soll der "neue" Übersetzer gegenüber dem Hauptauftraggeber verantwortlich sein, muss dieser den Auftrag des Übersetzers übernehmen. Dies ist juristisch eine Vertragsübernahme, die bestimmte Voraussetzungen hat, auf die an dieser aber nicht näher eingegangen wird. Sollte man einen solchen Fall herbeiführen wollen ist es das Beste ausdrückliche Vereinbarungen mit dem Hauptauftraggeber zu treffen. Nur in diesem Falle kann sich der Auftragnehmer gegenüber dem Auftraggeber von seiner Verantwortlichkeit befreien. Der Übersetzer bleibt auch verantwortlich für den Auftrag, wenn er ihn unter mehreren Kollegen aufteilt, machen diese MIST steht er dafür gerade!(Ziffer 4.4). Diese Konstellationen kommen in der Regel bei Übersetzungsbüros und deren Verhältnis zu ihren freien Mitarbeitern vor.

7. Dokumentation


Es wird dem Übersetzer in Ziffer 4.5 angeraten sich ein Dokumentationsverfahren zuzulegen, um Aufträge verwaltungstechnisch verfolgbar zu machen, dazu werden unter 4.5.1 Vorschläge gemacht welche Daten eine Übersetzung beinhalten sollte, z.B. Datum des Auftragseingangs, Name und Anschrift des Auftraggebers, Lieferform, vereinbarter Preis, etc. Zur Verwaltung von Aufträgen gehört ebenfalls die Aufbewahrung von Unterlagen zum Zwecke der Rückverfolgbarkeit. Am besten ist es wenn lückenlos von der Anfrage bis zur Ablieferung des Auftrages alles lückenlos dokumentiert ist.(Ziffer 4.5.2)

8. Ausgangstext

Ziffer 5 der DIN Norm beschäftigt sich mit dem Ausgangstext. Zunächst bleibt festzuhalten, dass für dessen sachliche und fachliche Richtigkeit der Auftraggeber verantwortlich ist. Stellt der Übersetzer jedoch Unstimmigkeiten oder Fehler fest, sollte er bei dem Auftraggeber nachfragen. Die Verantwortung für die Klärung solcher Probleme liegt jedoch wieder beim Auftraggeber.

Bei der Bearbeitung des Textes obliegt es dem Übersetzer festzustellen inwieweit er alle dazu benötigte Terminologie bereits hat. Ziffer 5.2. bietet dabei eine Auflistung der durchzuführenden Arbeiten zur Textanalyse an.

9.Zieltext

Ziffer 6 beinhaltet Richtlinien bezüglich des Zieltextes, so muss dieser der Sprache und Rechtschreibung plus Grammatik der Sprache in die er übersetzt wurde voll entsprechen und die zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer vereinbarten Merkmale aufweisen. Er sollte vollständig wiedergegeben werden, dazu gehören auch Fußnoten, Anhänge, Tabellen, ... Auf Kürzungen oder Auslassungen muss der Auftraggeber ausdrücklich hingewiesen werden. (Ziffer 6.2.) Weiterhin werden die Formalien definiert (in Ziffer 6.3), die in der Regel zwischen den Parteien im Vorfeld vereinbart wurden, wie Papierformat ( 6.3.2), Schriftgrösse und -bild (6.3.3), Anordnung von Tabellen (6.3.6) usw. Grundsätzlich hat sich der Übersetzer nach den Wünschen des Auftraggebers zu richten, sollte etwas unklar sein, wie z.B. ob Literaturhinweise in der Originalsprache zu lassen sind, muss er nachfragen. Hierbei gilt immer, wenn bei vertretbarem Aufwand für den Übersetzer Recherchearbeiten geleistet werden können, z.B. ausfindigmachen des Originaltitels in deutscher Sprache, so sind diese zu erbringen und im Zeilenpreis schon enthalten. Es gilt wie immer: Rücksprache mit dem Auftraggeber halten. Sollte der Übersetzer besondere Anmerkungen oder sonstige Hinweise im Zieltext machen, so hat er sie dem Auftraggeber kenntlich zumachen, sie können dann nach Absprache in den Text integriert werden oder als Fussnote auftauchen, ...

10. Sprache

Namen von Institutionen, Künstlern, Behörden, historischen Persönlichkeiten, ... sind zu übersetzen, Eigennamen dagegen nicht. Sollten Abkürzungen verwendet werden, sind diese in Klammern zu erklären, wenn dies für das Verständnis des Textes notwendig sein sollte. (Ziffer 6.4.1.) Titel von Personen sind nur dann zu übersetzen, wenn es Entsprechungen dafür gibt. Das gleiche gilt für Berufs- und Funktionsbezeichnungen. Ansonsten ist eine Erklärung hinzuzusetzen (Ziffer 6.4.2). Ziffer 6.4.3. erklärt wie Namen und Titel von fremden Sprachen, die nicht die lateinische Schrift verwenden, transliteriert oder transkribiert werden sollten. Zeitangaben sind in der in der Sprache üblichen Form zu machen (6.4.4). Weiterhin wird auch festgelegt wie zitiert werden soll(6.4.5). Der Übersetzer darf nur dann eine neue Benennung für einen Begriff bilden, wenn seine ausgiebigen Recherchen ergeben, dass in der Zielsprache ein solcher Terminus nicht existiert, dies ist die "ultima ratio". (6.4.6) Dabei ist wiederum die DIN 2330 zu beachten.

11. Prüfung der Übersetzung

Die Ziffer 7 listet auf nach welchen Kriterien eine Übersetzung zu prüfen ist, wobei diese auch durch einen qualifizierten Dritten vorgenommen werden kann.

12. Konformitätserklärung und Verwendung des DIN Verbandszeichens

Jeder Übersetzer kann erklären seine Übersetzung gem. der DIN Normen anzufertigen und diese Übersetzung nach Einfügung eines in Ziffer 8.2 aufgeführten Textteils (einer besonderen Erklärung) mit dem DIN Verbandzeichen versehen. Näheres dazu regelt Ziffer 8 der DIN Normen.