Fremdsprachliche Kompetenz

Oder auch der Grundkurs genannt, variiert von Institut zu Institut. Grundsätzlich dient der Grundkurs zum Erwerb und zur Erweiterung von Sprachkenntnissen. Der Grundkurs erstreckt sich in der Regel über die ersten zwei Semester.

In den Nicht-Schulsprachen wie zum Beispiel Arabisch, Chinesisch, Niederländisch oder Russisch besucht man Einführungskurse. Diese werden in Form von Vorlesungen und anderen auf dem Frontalunterricht basierenden Veranstaltungen gehalten. In den Schulsprachen Englisch und Französisch fängt man zwar nicht von Null an, wird dennoch mit Frontalunterricht konfrontiert.

Hier stellt sich natürlich die Frage, was mit der "Fremdsprachlichen Kompetenz" gemeint ist: stures Auswendiglernen von Vokabeln und Grammatikregeln, die man bei einer Prüfung wieder "ausspuckt"; zusammenhangloses, punktuelles Wissen, ohne sich die Fremdsprache als Ganzes zu eigen zu machen. Oder: Sprachgefühl entwickeln und sich im Gebrauch von verschiedenen Stilebenen und Sprachregistern der Fremdsprache kompetent fühlen. Oder geht die fremdsprachliche Kompetenz sogar noch weiter?

"Part of learning a language well is watching what native speakers' bodies do when they speak it: how they move their mouths, how they gesture and shift their weight, how the stumble over words, where and how they pause, how they use stress for emphasis, [...] you have to intuit, sense what their bodies are doing inside, sense how they feel when they speak." (Douglas Robinson The Translator's Turn, 1991) Aus "A Social Constructivist Approach to Translator Education", von Don Kiraly, 2000

Kulturwissenschaft (Grund- und Hauptstudium)

Ziel der kulturwissenschaftlichen Studien ist es, fremd- und eigenkulturelles Verstehen und die Fähigkeit zur interkulturellen Kommunikation zu fördern. Der Themenkatalog umfasst u.a. einschlägige kultursoziologische Begriffe und Methoden; die Beschreibung von Kulturen und Gesellschaftsformen mit ihren Institutionen, Werten und Verhaltensmustern; moderne Literatur, Geschichte und Politik; internationale Organisationen.

Um das Modul “Kulturwissenschaft abzudecken, besucht man landeskundliche Veranstaltungen, die unter anderem in Form von Vorlesungen stattfinden und die am Ende des Semesters mit einer Klausur abgeschlossen werden. Proseminare bzw. Hauptseminare müssen auch besucht werden, wobei die Themengebiete und die Anforderungen stark variieren und von Studierenden frei wählbar sind. So können die Studierenden ihre Studienschwerpunkte selbst festlegen.


Sprach-/ und Translationswissenschaft (Grund- und Hauptstudium)

Dieser Teil des Studiums umfasst sprachwissenschaftliche und übersetzungswissenschaftliche Studien. Hier erhalten die Studierenden Einblick in das Gebiet der Übersetzungswissenschaft und werden mit dem aktuellen Stand der Übersetzungstheorien vertraut gemacht. In sprachwissenschaftlichen Veranstaltungen wie Vorlesungen und Proseminaren – lernt man über den Aufbau und die Funktion der Sprache.

Ergänzungsfächer

E-Fächer sind Informatik, Medizin, Recht, Technik und Wirtschaft. Die Studierenden wählen aus diesem Angebot ein Ergänzungsfach. Anhand des Ergänzungsfaches werden ihnen in exemplarischer Form die Grundfragen des Fachgebietes und die methodischen Voraussetzungen für die Einarbeitung in die jeweilige Terminologie aufgezeigt und somit die Grundlagen für eine selbständige Einarbeitung in andere Fachgebiete geschaffen. Das Studium des Ergänzungsfaches beginnt im 3. Semester und wird nach dem 6. Semester mit der Ergänzungsfachprüfung abgeschlossen.

 

Übersetzen

Im Grundstudium übersetzt man gemeinsprachliche Texte. Es obliegt dem jeweiligen Dozenten, welche Themengebiete dabei behandelt werden. Eine typische Übersetzungsübung läuft so ab: die Studierenden lesen nacheinander aus einem zu Hause vorbereiteten Text einzelne Sätze vor; der Dozent und die Kommilitonen diskutieren anschließend, ob die jeweilige Lösung adäquat ist. Es kann schon mal vorkommen, dass man für einen kleinen Absatz anderthalb Stunden - die für eine Übersetzungsübung vorgesehene Zeit –- braucht. In manchen Fällen wird ein durchschnittlich langer Text ein ganzes Semester lang übersetzt. D.h. Studierende werden nicht darauf geschult, Übersetzungen in hoher Qualität schnell anzufertigen. (im Berufsalltag sind 500 Wörter pro Stunde die Norm)
Im Hauptstudium übersetzt man sowohl gemeinsprachliche als auch fachsprachliche Texte. In der Regel entscheidet der jeweilige Dozent (in einzelnen Fällen die Studierenden) welche Texte übersetzt werden.

 

Dolmetschen

Im Grundstudium ist es den Studierenden freigestellt, Einführungen ins Dolmetschen zu besuchen. Die meisten Studierenden, die für das Dolmetschen eingeschrieben sind, besuchen jedoch von Anfang an Dolmetschübungen. Zuerst muss man Einführungsveranstaltungen belegen. Nach der Teilnahme am Dolmetschen 1 muss man das Probedolmetschen bestehen. Hierbei muss man einen Text konsekutiv aus der B- in die A-Sprache und umgekehrt aus der C-in die A-Sprache, sowie einen Text aus der B- in die A-Sprache simultan dolmetschen.
Im Hauptstudium fängt man dann spätestens mit Dolmetschübungen an. Auch hier entscheidet der Dozent, mit welchen Texten die Studierenden sich auseinandersetzen müssen. Generell wählen die Dozenten meist Texte aus dem aktuellen Weltgeschehen, häufig Reden von internationalen Politikern aus. Es gibt auch einen Kurs "Fachtexte" in denen Texte aus Technik, Umwelt, Wirtschaft, Informatik u.a. behandelt werden.


Vordiplom


Die Vorprüfung ist für angehende Diplom-Übersetzer und -Dolmetscher identisch. Diese besteht aus 4 Prüfungen: 3 Übersetzungsklausuren à 2 Stunden (B>A, A>B, C>A) und einer mündlichen Prüfung über eine halbe Stunde in Sprach-/ bzw. Translationswissenschaft, die auf dem sprachwissenschaftlichen Proseminar in in der B-Sprache basiert. Wenn man die Vorprüfung nicht besteht, hat man einen weiteren Versuch. Wer vor bzw. im 4.Semester zur Vordiplomsprüfung antritt, hat einen Freiversuch.


Diplom

Die Diplomprüfungen sind für das 9.Semester vorgesehen. Diese bestehen beim Übersetzen aus folgenden Prüfungen: 6 Übersetzungsklausuren à 5 Stunden (B>A, A<B , C>A mit gemeinsprachlichen Texten, B>A, A>B und C>A mit Fachtexten), sowie mündlichen Prüfungen in Kulturwissenschaft und Sprachwissenschaft im Erstfach und Kulturwissenschaft im Zweitfach.
Die Endnote des Diploms setzt sich zusammen aus den Noten der Diplomarbeit, der E-Fachprüfung, des Wahlpflichtmoduls 2 sowie den schriftlichen und mündlichen Diplomprüfungen.
Die Diplomprüfung beim Dolmetschen besteht aus den folgenden Elementen: Konsekutivdolmetschen (B>A, C>A, A>B) sowie Simultandolmetschen (B>A, A>B, C>A). Die mündlichen Prüfungen sind identisch mit denen des Übersetzerstudienganges. Wenn man die Diplomprüfung nicht besteht, hat man einen weiteren Versuch. Wer vor bzw. im 9.Semester zur Diplomprüfung antritt, hat einen Freiversuch.


Diplom und weiter?