Erkenntnistheorie

Die Erkenntnistheorie oder auch Epistemologie ist eine Teildisziplin der Philosophie, die sich mit Wesen, Quellen, Grenzen und Kriterien der Erkenntnis beschäftigt.

Erkenntnisprobleme

Im Streben nach Erkenntnis haben sich zwei grundsätzliche Erkenntnisprobleme offenbart. Zunächst ist da die Frage, wie wir etwas wissen können. Wenn die Menschen die Welt so annähmen, wie sie sie aufgrund ihrer Sinneserfahrungen wahrnehmen, würden sie nicht die wirklichen Dinge erkennen. Ein Grund dafür sind z.B. visuelle oder akustische Abweichungen. Ein anderer Weg, das wahre Wesen der Dinge zu erkennen, wäre die Vernunft. Diese kann jedoch ebenso durch verschiedenste Faktoren wie z.B. durch Vergessen, Fehleinschätzungen oder voreilige Schlussfolgerungen beeinflusst werden. Und was ist, wenn die mittels der Vernunft gewonnenen Erkenntnisse genau im Gegensatz zu den durch die Wahrnehmung gewonnenen stehen? Aus dieser Problematik ergeben sich zwei Fragen: zum einen die, ob es eine von der menschlichen Wahrnehmung unabhängige Wirklichkeit gibt, zum anderen die Frage, wie man wissen kann, wie etwas wirklich ist, wenn die Ergebnisse der Wahrnehmungen sich widersprechen.
Das andere Erkenntnisproblem betrifft das Fremdpsychische. Da es unmöglich erscheint zu wissen, was im Bewusstsein eines anderen Menschen vorgeht, kann man folgern, dass kein Mensch davon Kenntnis haben kann, was ein anderer denkt. Unsere Meinungen über das Bewusstsein und die Erlebnisse anderer können sich folglich immer nur auf die Beobachtung ihrer Verfassung und ihres Verhaltens stützen.
Aus diesen Problemen ergeben sich verschiedene Folgerungen für die Erkenntnistheorie. Da die Dinge nicht so sind, wie sie zunächst erscheinen, ist es notwendig, zwischen der äußeren Erscheinung und der wirklichen Welt zu unterscheiden. Das ist die klassische philosophische Unterscheidung von Erscheinung und Realität. Des Weiteren muss geklärt werden, was mit dem Begriff "Erkenntnis" gemeint ist. Ferner muss es eine wichtige Beziehung zwischen Erkenntnis und Wahrnehmung geben. Dabei muss geklärt werden, welchen Anteil die Wahrnehmung am Wissen der Menschen hat.

Quellen der Erkenntnis

Die Erforschung der Quellen der Erkenntnis ist seit den Anfängen der Philosophie bis in die Gegenwart eines der wichtigsten Themen innerhalb der Erkenntnistheorie gewesen. Dabei haben sich zwei Hauptrichtungen herausgebildet: der Rationalismus und der Empirismus. Der Rationalismus vertritt die These, dass die einzige Quelle der Erkenntnis das rationale Denken bzw. die Vernunft ist. Eine solche These hat zwei Seiten: sie behauptet, dass die Realität prinzipiell erfassbar ist, und dass die Menschen die geistigen Fähigkeiten haben, genau das zu tun.
Der Empirismus dagegen behauptet, dass die Sinneserfahrung die einzige Quelle und der letzte Prüfstein der Erkenntnis ist.
Die Geschichte der Epistemologie ist zum größten Teil ein Zusammenspiel zwischen Rationalismus und Empirismus, insbesondere in dem Bestreben, den Herausforderungen der Skeptiker entgegenzutreten, die beide Positionen zu untergraben suchen.

Skeptizismus

Die Skeptiker bezweifeln, dass der Mensch überhaupt Erkenntnis über die Wirklichkeit und Wahrheit erlangen kann. Ihr Argument ist, dass es immer einen Unterschied zwischen äußerer Wirklichkeit und Sinneswahrnehmung gibt, und dass man demzufolge Behauptungen, die auf diesen Wahrnehmungen basieren, nicht verteidigen kann. Die Skeptiker stellen nicht die Bedeutung der Erkenntnis in Frage, sondern die Behauptung, dass Erkenntnis in diesem Sinne überhaupt möglich ist.




Einleitung

Konstruktivismus



Bibliographie



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Diese Seite wurde erstellt von Karen Hoehnke, Veronika Koch und Ulrike Lutz.
Zuletzt aktualisiert am 30.01.2003