Schon seit mehreren Jahren binde ich echte Übersetzungsaufträge in meine Übersetzungsübungen am FASK ein. Die Projekte, die wir bearbeiten, sind Aufträge, die mir oder meinen Studenten auf dem freien Markt angeboten werden. Während ich die endgültige Verantwortung für die Qualität der Übersetzungen und für die Einhaltung der Abgabetermine übernehme, teile ich diese Verantwortung mit den Studenten.

Die Studenten arbeiten im wesentlichen als Gruppe zusammen und der Dozent (oder Tutor) übernimmt eine Reihe von unterstützenden Rollen. Er fungiert beispielsweise als Koordinator des Projekts, muttersprachlicher Berater (alle Projekte stellen Übersetzungen vom Deutschen ins Englische dar, die von deutschen Muttersprachlern erstellt werden), Vermittler zwischen Auftraggeber und Studenten usw. Diese Art Unterricht bietet viele positive Aspekte. Vor allem gibt sie den Studenten die Möglichkeit, die Arbeit und die dazugehörigen Probleme und Zwänge kennen zu lernen, mit denen sie nach Abschluss des Studiums wahrscheinlich konfrontiert sein werden.

Das Ausführen eines richtigen Übersetzungsauftrages schafft einen natürlichen Lehrplan, der sich im Verlauf des Projekts abzeichnet. Der Umgang mit fehlerhaften Ausgangstexten, der Kontakt zu Auftraggebern beim Auftreten von Problemen, das Erstellen von Glossaren mit Hilfe des Computers, um eine einheitliche Terminologie zu gewährleisten, die gegebenenfalls notwendige Suche nach Hintergrundinformationen; all das sind nur einige der Unteraufgaben, die mit jedem einzelnen Projekt verbunden sein können. Anstatt den Studenten aus "heiterem Himmel" irgendwelche Anweisungen zu erteilen, bietet der natürliche Lehrplan eine Reihe von zusammenhängenden Möglichkeiten, um neue Fähigkeiten im Kontext zu erlernen.

Da die Studenten zusammen für den erfolgreichen Abschluss der Projekte verantwortlich sind, lernen sie als Mitglieder einer Gruppe für diese und mit dieser zu arbeiten; diese Fähigkeit wird ihnen nach Abschluss des Studiums ebenfalls zugute kommen.

Vielen Dank an Andrea Dannhäuser, die in den Jahren 1999 und 2000 unschätzbare Hilfe als Tutorin geleistet hat.


Hauptseite