Arbeitsbereich Germanistik

EN 15038, die Europäische Qualitätsnorm für Übersetzungsdienstleistungen: Was steckt dahinter?

Von Juan José Arevalillo Doval, Geschäftsführer, Hermes Traducciones y Servicios Lingüísticos, und Leiter des EN-15038-Ausschusses für Spanien

Wer sich mit Übersetzung und Lokalisierung beschäftigt, weiß, dass es eine Industrie ohne klare Richtlinien ist; eine Industrie, in der eigene Normen gesetzt werden, wenn sie noch nicht vom Direktkunden oder Endkunden gesetzt worden sind. Es ist auch bekannt, dass jedes Unternehmen seine eigenen Verfahrensweisen hat, die sich im Extremfall mit denen von anderen Unternehmen gar nicht vergleichen lassen. Aber alle diese Verfahrensweisen haben dasselbe Ziel: eine Übersetzung oder Lokalisierung von möglichst hoher Qualität.


Wenn man das Wort Qualität näher betrachtet, so ist seine Bedeutung in der Welt des Übersetzens vielfältig. Alle Beteiligten sind sich jedoch über das Wichtigste einig. Kunden, Unternehmen und Übersetzer würden Qualität mit einem Wort zusammenfassen: Kundenzufriedenheit. Wie man diese erzielt, ist aber sehr subjektiv, und es gibt verschiedene Normen dafür mit verschiedenen Maßstäben.

Dieser Artikel behandelt erstens die Qualität der Übersetzung und zweitens die Qualität der Prozesse, die mit der Dienstleistung zusammenhängen. In seinem Artikel „Quality from the Ground Up (Qualität vom Grunde auf)“ in The Globalization Insider (2005/3) setzt sich Alan K. Melby mit verschiedenen Bewertungsmethoden auseinander, z. B. dem LISA QA Model und der SAE J2450. Er erwähnt auch die Rolle der ASTM-Norm, die die Durchführung von Übersetzungsprojekten regelt. Diese Norm umfasst nicht nur das Übersetzen, die Prüfung und Korrektur von Texten, sondern auch die nachfolgenden Phasen, d. h. bis zur Lieferung an den Endkunden.

Darüber hinaus erwähnt der Artikel die vom Europäischen Komitee für Normung (CEN) entworfene Europäische Qualitätsnorm für Übersetzungsdienstleistungen (CEN/BTTF 138). Ziel des vorliegenden Artikels ist es, der Übersetzungs- und Lokalisierungsbranche diese neue Norm sowie deren Geschichte und Entwicklung vorzustellen. Viele haben zwar schon davon gehört, aber es besteht noch Bedarf an weiteren Erklärungen. Man muss nur einen Blick in die Übersetzungsforen hineinwerfen, um die Verwirrung um diese Norm festzustellen.

Die Europäische Qualitätsnorm für Übersetzungsdienstleistungen legt den Prozess und die Voraussetzungen fest, welche die Grundlage für hochwertige Übersetzungsdienstleistungen schaffen. Sie berücksichtigt nicht nur den Übersetzungsprozess selbst, sondern auch alle anderen Schritte, die die Erbringung der Dienstleistung betreffen. Besondere Beachtung wird der Frage geschenkt, wie die Qualität gesichert und die Einhaltung der Anforderungen gewährleistet werden kann.

Seit dem Ende der 1980er legt man großes Gewicht auf Qualität, besonders im Industriesektor. Dies zeigt sich durch eine starke Zunahme unterschiedlicher Qualitätsnormen in verschiedenen Bereichen, die unter das Dach der ISO-Normen fallen. Die ISO-Normen fordern objektive Kriterien zur Gewährleistung der Produktqualität. Diese Normen können vielfältig angewendet werden, von der Herstellung von Schrauben oder Industrieteilen bis zu den Entwurfsprozessen. In der Übersetzungsindustrie sollte man ebenso vorgehen, denn die ISO-Normen könnten durchaus auch auf ihre Prozesse angewandt werden.

Die Europäische Qualitätsnorm für Übersetzungsdienstleistungen (EN 15038) ist aber grundlegend anders, weil sie ausschließlich für das Übersetzen gilt. Sie wurde innerhalb der translatorischen Welt entwickelt – von Übersetzern, Übersetzungsunternehmen, Übersetzerverbänden, Hochschulen, Kunden und Normungsorganisationen – und ist daher speziell auf das Übersetzen zugeschnitten. Eine ISO-Norm legt bestimmte allgemeine Richtlinien fest, die dann an die Bedürfnisse der jeweiligen Industrie angepasst werden. Dagegen enthält die EN 15038 spezifische Richtlinien, die von allen, die unter EN 15038 zertifiziert sind, befolgt werden müssen.

Normungsorganisationen

Da die EN 15038 durch die Zusammenarbeit der Normungsorganisationen zustande kam, werden deren Aufgaben hier kurz erläutert.

Der Großteil der europäischen Länder verfügt über eigene Normungsorganisationen. Bekannt sind unter anderem die folgenden Abkürzungen: DIN, AENOR, AFNOR, BSI, UNI, ÖN. Diese einzelnen Normungsorganisationen und -institute bilden gemeinsam das Europäische Komitee für Normung (CEN).

Die Hauptziele der Normungsorganisationen sind:

  • Normungsarbeit,
  • Förderung und Entwicklung verschiedener Zertifizierungsverfahren für Produkte, Dienstleistungen, Berufe und Systeme,
  • breite Einführung von Normung und Qualitätssicherung durch Zusammenarbeit mit den Behörden und
  • Werbung für Normung und Qualitätssicherung, um die Akzeptanz und Nutzung in der Gesellschaft zu fördern.

Zu den Voraussetzungen für die Normentwicklung zählen:

  • Sie muss freiwillig erfolgen.
  • Sie muss durch Konsens erfolgen.
  • Sie muss auf Erfahrung basieren.
  • Sie muss von anerkannten Organisationen genehmigt werden.
  • Sie muss in der Öffentlichkeit erfolgen.

Normen für Übersetzungsdienstleistungen: Stand bis Inkrafttreten der EN 15038

Um den Hintergrund der Europäischen Qualitätsnorm für Übersetzungsdienstleistungen erklären zu können, bedarf es einer kurzen Erläuterung der bisherigen Normen.

Die bisher gültigen Normen für Übersetzungsdienstleistungen in den verschiedenen europäischen Ländern werden durch die EN 15038 ersetzt. Diese Normen sind wie folgt:

  • Die deutsche Norm DIN 2345 regelt Übersetzungsdienstleistungen, Verträge sowie Arbeitsprozesse. Obwohl es die wahrscheinlich umfangreichste Norm ist, ist keine Zertifizierung vorgeschrieben.
  • Die italienische Norm UNI 10574 beschreibt die Verfahren für Unternehmen, die Übersetzungs- und Dolmetschdienstleistungen anbieten, sowie die Dienstleistungsanforderungen.
  • Die österreichische Önorm D 1200 (PDF-Datei) umfasst sowohl Übersetzungs- und Dolmetschdienstleistungen als auch die Dienstleistungsanforderungen.
  • Die österreichische Önorm D 1201 (PDF-Datei) definiert die vertraglichen Rahmenbedingungen für Übersetzungs- und Dolmetschdienstleistungen.
  • Die niederländische Norm Taalmerk behandelt Übersetzungsdienstleistungen im Allgemeinen.
  • Die internationale Norm ISO 12616 regelt die übersetzungsrelevante Terminographie. Ziel der Norm ist die Erleichterung des Übersetzens durch das Sammeln und Registrieren von Terminologie.

Hieraus geht deutlich hervor, dass die Normen sich allgemein auf den Übersetzungsprozess beziehen und nicht auf das Endprodukt dieses Prozesses, das heißt auf die Übersetzung selbst. Anders liegt der Fall beim LISA QA Model und bei der SAE J2450.

EN 15038 – Die Europäische Qualitätsnorm für Übersetzungsdienstleistungen

Nachdem die früheren europäischen Normen vorgestellt worden sind, wird jetzt die EN 15038 näher beschrieben. Diese Norm wurde vom Europäischen Komitee für Normung (CEN) am 13. April 2006 angenommen.

Der Normungsprozess begann 2000, als das CEN das Technische Komitee BTTF 138 einsetzte, das für den ersten Entwurf zuständig war. Schon davor verfügte der Europäische Verband von Übersetzungsunternehmen (EUATC) über seine eigene Qualitätsnorm, die als Grundlage für die EN 15038 diente. Die Mitglieder des EUATC arbeiteten nach den in dieser Norm beschriebenen Verfahren. Sie wollten die Norm an eine höhere Instanz weitergeben und sie auf alle Übersetzungsunternehmen anwendbar machen. Nach dem ersten Treffen mit dem CEN in Brüssel stimmte man mit den Delegationen der nationalen Normungsorganisationen darin überein, dass auch freiberufliche Übersetzer einbezogen werden sollten. Außerdem wurden Übersetzungsdienstleistungen im Allgemeinen und Übersetzungsdienstleister im Besonderen eingeschlossen. Auf diese Weise war die gesamte Branche vertreten.

Es wurde ein internationales Komitee eingesetzt, das von dem damaligen EUATC-Vorsitzenden Miguel Núñez geleitet wurde. Das Komitee traf sich regelmäßig, um die Norm zu entwickeln. Die Normungsorganisationen mit ihren nationalen Ausschüssen (damals hatte das CEN 28 Mitglieder) waren bei den Treffen des internationalen Komitees jeweils durch eine Delegation von drei Personen vertreten: dem Leiter des nationalen Ausschusses und zwei weiteren Delegierten. Anwesend waren auch Beobachter aus Europa (z. B. vom EUATC), aus den USA (vom Übersetzerverband ATA und von der Standardisierungsorganisation ASTM) und aus Kanada. Am Normungsprozess waren also viele beteiligt.

Die nationalen Ausschüsse bestanden aus Übersetzungsunternehmen, freiberuflichen Übersetzern, Übersetzerverbänden, Hochschulen, Behörden, Verbraucherverbänden und Unternehmen, welche Anwendungssoftware für Übersetzer entwickeln (u.a. Translation Memories). Diese Ausschüsse arbeiteten mit den nationalen Normungsorganisationen zusammen. Die Zusammensetzung der Ausschüsse war je nach Land unterschiedlich. Durch einen Mehrheitsbeschluss entschieden die CEN-Mitglieder, dass das Internationale Sekretariat aus Mitgliedern der spanischen Normungsorganisation AENOR bestehen würde.

Jeder Abschnitt des Entwurfs wurde von einem nationalen Ausschuss bearbeitet. Jeder verfasste Abschnitt wurde in den nationalen Ausschüssen ausführlich diskutiert und debattiert und im Rahmen von internationalen Konferenzen an die technischen Ausschüsse weitergeleitet. Das Ergebnis war ein Entwurf, der im Februar 2005 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Mögliche Änderungen wurden im Mai/Juni 2005 im Rahmen der Komiteesitzung in Kopenhagen besprochen. Die Norm wurde im April 2006 verabschiedet und veröffentlicht, wodurch der Weg zur Zertifizierung freigemacht wurde. Wie schon erwähnt, wurden die bis dahin bestehenden Normen, die als Basis für die neue Norm dienten, mit der Veröffentlichung der neuen Norm außer Kraft gesetzt.

Die EN 15038 umfasst folgende Abschnitte:

  • Anwendungsbereich: Zweck der Norm.
  • Begriffe: Definition der in der Norm verwendeten Terminologie.
  • Grundvoraussetzungen: Infrastruktur (personelle und technische Ressourcen), Qualitätsmanagementsystem und Projektmanagement.
  • Beziehung zwischen dem Kunden und dem Übersetzungsdienstleister: Anfragenbearbeitung und Durchführbarkeit, Angebot, Vereinbarung zwischen dem Kunden und dem Übersetzungsdienstleister, Umgang mit projektbezogenen Informationen des Kunden, Projektabschluss.
  • Arbeitsprozesse für die Erbringung von Übersetzungsdienstleistungen: Management von Übersetzungsprojekten, Vorbereitung, administrative, technische und sprachliche Aspekte, Übersetzungsprozess, Übersetzung, Nachprüfung durch den Übersetzer, Korrekturlesen, fachliche Prüfung, Fahnenkorrektur, Freigabe.
  • Mehrwertdienstleistungen: Lokalisierung, DTP (Desktop Publishing), Alignments für Translation Memories, Erstellung und Verwaltung einer Terminologiedatenbank usw. Allgemein: alle zusätzlichen Dienstleistungen, die neben der Übersetzung selbst angeboten werden können.
  • Anhänge (nicht normativ, sondern rein informativ): Erfassung von Projektdaten, technische Vorbereitung der Übersetzung, Ausgangstextanalyse, Stilrichtlinien, Auflistung von Mehrwertdienstleistungen.

Ein wichtiger Bestandteil der Norm ist die fachliche Prüfung und das Korrekturlesen der Übersetzung durch einen Dritten. Durch die größere Objektivität soll eine höhere Qualität des übersetzten Textes gewährleistet werden. Dieser Punkt war einer der meistdiskutierten. Die meisten Ausschüsse betrachteten diese Art der Qualitätssicherung sowie die Anerkennung der Arbeit der fachlichen Prüfer und Korrektoren als einen der Haupterfolge der Norm. Es muss betont werden, dass der Prüfungs- und Korrekturleseprozess und der Übersetzungsprozess voneinander abhängen, obwohl sie normalerweise in verschiedenen Phasen vollzogen werden. Schränkt man die Überprüfung ein oder lässt man sie komplett weg, kann dies eine negative Auswirkung auf die Qualität des Endproduktes haben.

Lokalisierung und die Europäische Qualitätsnorm für Übersetzungsdienstleistungen

Die Localization Industry Standards Association (LISA) definiert die Lokalisierung wie folgt:

… die Ersetzung einer konventionalisierten Vorstellung aus der Ausgangssprache durch ein Äquivalent bzw. eine konventionalisierte Vorstellung in der Zielsprache. Die Softwarelokalisierung umfasst die sprachliche, kulturelle und technische Anpassung eines Produktes für den Verkauf und Gebrauch in der Ziellocale (dem Land / der Region und der Sprache).

Übersetzen ist ein wichtiger Teil des Lokalisierungsprozesses, jedoch umfasst dieser Prozess mehr als bloßes Übersetzen. Außerhalb der Lokalisierungsindustrie ist dies aber fast völlig unbekannt. Der Begriff Software-Lokalisierung selbst kann Verwirrung stiften, da die damit zusammenhängenden Prozesse nicht unbedingt bekannt sind: Ablaufsplanung, Software Engineering (technische Vorbereitung), Übersetzen, Überprüfen, Testen, DTP, Bearbeiten usw.

Dies war ein Thema bei den Debatten, bei denen der spanische Ausschuss die Verwendung der Begriffe Lokalisierung und Locale in der Norm besonders stark verteidigte. Der Grund dafür war der große Anteil der Lokalisierung an den weltweiten Ausgaben für Übersetzungsdienstleistungen. Die Norm gilt jedoch eindeutig nur für das Übersetzen. Obwohl Übersetzen und Lokalisieren viele Prozesse gemeinsam haben, umfasst das Lokalisieren Aspekte, die beim Übersetzen nicht unbedingt zu finden sind. Deshalb ist die Lokalisierung in der Norm als Mehrwertdienstleistung definiert. Auch andere Bestandteile des Lokalisierungsprozesses, zum Beispiel Globalisierung und Internationalisierung sowie DTP, Erstellung und Verwaltung einer Terminologiedatenbank oder Grafikgestaltung, werden als Mehrwertdienstleistungen betrachtet. Die Norm umfasst jedoch implizite und explizite Hinweise für Projektmanagement, die Basis eines jeden Lokalisierungprojekts.

Wie oben bereits erwähnt wurde, gehören die fachliche Prüfung und das Korrekturlesen zu den Eckpfeilern dieser Norm. Das LISA QA Model und die SAE J2450 oder jedes andere Qualitätsmessverfahren, das durch ein Übersetzungsunternehmen aus eigener Wahl oder aufgrund der vom Kunden gestellten Anforderungen verwendet werden kann, sind genau in dieser Phase des Übersetzungsprozesses maßgeblich. Der Unterschied zwischen der Qualität des Prozesses (der Norm EN 15038) und der Qualität der Übersetzung selbst (dem Qualitätsmessverfahren) muss beachtet werden. Die Wichtigkeit der Norm liegt genau darin, denn sie normiert einen Prozess, der von vielen bereits durchgeführt wird, von anderen aber nicht. Die Entscheidung für oder gegen diesen Prozess kann die Qualität des Endproduktes beeinflussen. Wenn die Norm konsequent angewandt wird, besteht kein Zweifel daran, dass eine Garantie für die Qualität des Endproduktes schon fast gegeben ist. Ist das geeignete Personal vorhanden, ist die Kommunikation zwischen dem Kunden, dem Übersetzungsunternehmen und dem Übersetzer gut, ist der Übersetzungsprozess korrekt, sind die fachliche Prüfung und das Korrekturlesen gut geplant und werden sie sorgfältig ausgeführt, so steht es außer Frage, dass das Endprodukt den Ansprüchen gerecht werden sollte.

Oft stellt die Terminologie ein Problem dar, weil der Kunde um „Überprüfung“ oder „Korrekturlesen“ gebeten hat, ohne diese Prozesse klar definiert zu haben. Außerdem verwenden verschiedene Kunden manchmal unterschiedliche Begriffe für den gleichen Sachverhalt. Nur durch die mit der Zeit gesammelte Erfahrung und Kenntnis des Kunden bekommt man ein Gefühl dafür, was verlangt wird. Bei diesem Problem kann die Norm helfen, denn sie definiert „fachliche Prüfung“ eindeutig als eine einsprachige Überprüfung und „Korrekturlesen“ als eine zweisprachige Überprüfung der Übersetzung.

Schlussfolgerungen

Es ist bekannt, dass zwischen Übersetzungsunternehmen und freiberuflichen Übersetzern immer noch Misstrauen herrscht. Es besteht jedoch die Hoffnung, dass die Veröffentlichung der EN 15038 für professionellere Zusammenarbeit zwischen hiernach zertifizierten Unternehmen und freiberuflichen Übersetzern sorgen wird. Die Festlegung von Arbeitsprozessen, die zur Erfüllung der Norm notwendig sind, könnte die professionelle Vorgehensweise jener Übersetzungs- und Lokalisierungsdienstleister hervorheben, die 1. bei den von den Übersetzern erhaltenen Übersetzungen vor der Lieferung an den Endkunden einen Mehrwert schaffen und 2. eine zuverlässige geschäftliche Beziehung zu ihren freiberuflichen Übersetzern aufbauen. Solche Unternehmen stehen in starkem Kontrast zur typischen Übersetzungsagentur, die lediglich die Übersetzung an den Endkunden weiterreicht, ohne dabei einen Mehrwert zu generieren. Aus diesem Grund gibt es Bemühungen, zwischen einem Übersetzungsunternehmen, das nach der Norm arbeitet, und einer Übersetzungsagentur, die nur als Vermittler dient, zu unterscheiden.

Diese Norm bietet auch einen wichtigen Orientierungspunkt für die Übersetzungsindustrie, die bisher unter dem Mangel an Richtlinien gelitten hat. Die ISO und das CEN stehen in Verbindung miteinander, um die Möglichkeit der Verwendung der EN 15038 als Grundlage einer potenziellen ISO-Übersetzungsnorm zu diskutieren. Dies ist zweifellos für alle Betroffenen von großer Bedeutung. Eine solche Norm könnte sogar von Hochschulen verwendet werden, um ihre Übersetzungs- und Lokalisierungsstudiengänge auf den neuesten Stand zu bringen.

Wir hoffen, dass die EN 15038 uns in Zukunft ermöglicht, die gleiche Sprache zu sprechen.


Juan José Arevalillo gründete im Jahre 1991 in Madrid das Übersetzungs- und Lokalisierungsunternehmen Hermes Traducciones y Servicios Lingüísticos S.L. Als Vorsitzender des Verbandes spanischer Übersetzungsunternehmen (ACT, Agrupación de Centros Especializados en Traducción) war er auch Leiter des spanischen EN-15038-Ausschusses. Er hält außerdem Vorlesungen im Fach Übersetzungswissenschaft an der Alfonso-X-el-Sabio-Universität in Madrid. Arevalillo ist unter juanjo.arevalillo@hermestrans.com erreichbar.


Dieser Text wurde im Rahmen eines Übersetzungsprojekts am Arbeitsbereich Germanistik des Fachbereichs Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft der Universität Mainz aus dem Englischen übersetzt von Cari Adams, Philippa Aflenzer, Marina Chaciewicz, Lotta Ehramaa, Hester Holzschuh, Diana Kahle, Cynthia Kasserra, Laura Marchese, Anuradha Mukharji-Gorski, Honorine Ntoh Yuh, Edwige Jumelle Simegni und Lindsey Stokes. HTML-Bearbeitung: Olga Krissa. Veranstaltungsleitung: Dr. Susanne Hagemann.

Zur Hauptseite des Projekts EN 15038.


© Reprinted by permission from the Globalization Insider, 17 April 2007. Copyright the Localization Industry Standards Association (LISA: http://www.lisa.org/) and S.M.P. Marketing Sarl (SMP) 2005.