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7.3. Autosomal-rezessive RP (ARRP)

Nun wurden auch auf dem Gen für die [dollar]-Untereinheit der PDE Mutationen einer autosomal rezessiven Form der RP gefunden. Eine Nonsensmutation wurde im Codon 298 (Gln298X) sowie eine weitere im Codon 531 (Arg531X) lokalisiert. Die katalytische Einheit der PDEB liegt zwischen Codon 555 und 792. Durch das Zusammentreffen beider Nonsensmutationen, die allelisch sind, kommt es zu einem Nullallel auf beiden Chromosomen und somit zu einem Ausfall der katalytischen Einheit, der PDEB.[82]

Zwei weitere Mutationen der PDEB betreffen Pro496(1-BP-Deletion), die ein frühzeitiges Stop-Codon (475) zur Folge hat und His557Tyr, wobei diese beiden wiederum allelisch sind.[83] Mutationen des PDEB-Gens führen häufiger zu arRP als Mutationen im Rhodopsin-Gen, von denen nur eine entdeckt wurde, die für arRP verantwortlich ist. Die Rhodopsinmutation im Codon 249 (Glu249X) war die erste entdeckte arRP-Mutation. Sie führt zu einem Fehlen der sechsten und siebten transmembranen Schleife des Moleküls und zum Fehlen der Bindungsstelle für das Chromophor 11-cis-Retinaldehyd, wodurch Rhodopsin funktionsuntüchtig ist.[84]

Eine zweite Rhodopsinmutation, die einer rezessiven Form der RP zugrunde liegt, wurde am Beginn von Intron 4 gefunden. Die beiden Mutationen führen entweder zu einem Funktionsverlust der Photorezeptoren, zu einer Verringerung des Rhodopsins oder beides.[85]

ARRP wurde auch in der Region 1q31-q32.1 lokalisiert, auf der auch das Gen für das Usher-Syndrom II und das Gen für CHML lokalisiert worden ist. Das Gen für Phosducin konnte in der Region 1q25-q31 lokalisiert werden. CHML ist das autosomale Homolog zum CHM-Gen auf dem X-Chromosom. Das CHML-Gen sowie das Phosducin-Gen sind Kandidatengene für RP.[86]Ein weiterer Genort für arRP wurde auf dem kurzen Arm des Chromosoms 6 lokalisiert. 20 cM davon entfernt liegt auch das Peripherin/RDS-Gen. Der Genort auf 6p für arRP steht mit dem Histocompatibility complex HLA in Verbindung, der mit verschiedenen Formen der Uveitis in Zusammenhang steht.[87]

Die arRP, kommt bei ca. 20% der Patienten vor[88], wobei häufig mehrere Mitglieder in der Familie betroffen sind. Deshalb spricht man von Multiplex-Fällen.

]82[ ]Nature Genetics[ vol. 4 (6/1993): 130-133, S 130.

]83[ ]Nature Genetics[ vol. 4 130-133, S 131.

]84[ ]Nature Genetics[ vol. 1 (1992): 209-213, S 209.

]85[ ebd.

86] Genomics vol. 22 (1994): 499-504, S 503.

[87] Human Molecular Genetics vol. 3.8 (1994): 1401-1403.

[88] Am. J. Hum. Genet. vol. 30, (1992): 590-593, S 590.


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