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17.3. Computerperipherie fr hochgradig Sehbehinderte

Um die kombinierte Arbeit mit Bildschirmlesegerät und Computerbildschirm zu erleichtern, gibt es bereits Geräte, an die ein VGA-Bildschirm angeschlossen werden kann. Somit werden sowohl Kosten als auch Stellfläche gespart. Es gibt hierbei auch die Mö glichkeit, den Bildschirm zu teilen, um die Information des Lesegerätes und die des Computerbildschirmes näher beisammen zu haben, was wiederum die Übersicht erleichtert und nicht zwischen zwei Monitoren hin- und hergeschaut werden muß. Eine solche Mö glichkeit bietet z.B. der Hersteller Pulse Data, New Zealand: "Viewpoint VGA" bzw. "Viewpoint PC-VGA" oder die Hersteller Tieman, Hedo, Novotech u.a.[388]

Computer kö nnen mit Großschrift ausgestattet werden. Dabei gibt es eine Hardware- und eine Softwarelö sung. Die EDV-Großschrift ist hilfreich bei einem Visus zwischen 0,03 und 0,3.[389] Unterhalb dieses Sehrestes kann mit einer synthetischen Sprachausgabe oder mit einer Braille-Zeile gearbeitet werden.

Um Texte selbständig lesen zu kö nnen, die noch nicht in computerlesbarer Form vorliegen, werden Textlesesysteme verwendet. Ein Computer ist mit einem Scanner verbunden, der den Text einliest, der dann über die Sprachausgabe wiedergegeben wird.

Die Computertechnologie stellt bezüglich der beruflichen und sozialen Integration von Sehgeschädigten eine große Hilfe dar. Durch die Entwicklung von neuer Hard- und Software sind Sehgeschädigte in bezug auf Kommunikation, Beschaffung von Information und dem Erstellen eigener Arbeiten immer weniger auf die Hilfe anderer angewiesen und bekommen einen grö ßeren Zugang zu den der normalsehenden Welt zur Verfügung stehenden Medien, der mit den herkö mmlichen Hilfsmitteln wesentlich eingeschränkter war. Die Erwartungen dürfen allerdings nicht zu hoch gesteckt werden, denn nicht alles kann durch Technik ermö glicht oder kompensiert werden.

"Viele der neuen Hilfsmittel stellen z.B. relativ hohe Anforderungen bzgl. der Bedienung; sie kö nnen außerdem die Informationsaufnahme eines Normalsichtigen weiterhin nur zu einem sehr kleinen Bruchteil ermö glichen. Die direkte Kommunikation mit Mitmenschen kann und darf nicht ersetzt werden."[390]

Gerade die Fortentwicklung der Computertechnologie verursacht wiederum selbst Probleme, da bei der Entwicklung von allgemeiner Software die sehbehinderten- und blindheitsspezifischen Bedürfnisse nicht berücksichtigt werden, und die Entwicklung von Hilfsmitteln gezwungen ist, sich diesen Neuerungen immer wieder anzupassen. Sehgeschädigte ComputerbenutzerInnen müssen somit ständig "nachrüsten", was wiederum zu finanziellen Belastungen führt. Dieser Personenkreis muß sich daher ständig mit Kostenträgern auseinandersetzen, was wiederum einen hohen Zeit- und Energieaufwand bedeutet. Um mö glichst preisgünstige Lö sungen zu finden, läuft bei der Selbsthilfevereinigung, in der sich RP-Betroffene in Deutschland überregional zusammengeschlossen haben, ein Projekt mit dem Namen "Software und Allerlei Tips & Tricks zur Informationsverarbeitung für Sehbehinderte" (SATIS), in dem Tips und Hilfen für Sehgeschädigte ständig überarbeitet und in einer Broschüre mit beiliegenden Disketten herausgegeben werden.[391]

[388] Gerull 1995, S 10.

[389] Gerull 1995, S 21.

[390] Gerull 1995, S 6.

[391] Gerull, 1996.


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