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10. Symptome

Durch das Absterben der Photorezeptoren zuerst in der Peripherie stellen sich meist schon relativ früh in der Jugend Schwierigkeiten in der Dunkelanpassung ein, die dann später zur vö lligen Nachtblindheit, zur Hemeralopie, führen.

Das Gesichtsfeld schränkt sich immer mehr ein (Abb. 5), so daß Betroffene Gegenstände, die sich in der Peripherie befinden, nicht

mehr wahrnehmen und so auch auf Gefahren gar nicht oder verspätet reagieren kö nnen.

Da der Gesichtsfeldverlust sehr langsam verläuft und an den ausgefallenen Stellen überhaupt nichts mehr wahrgenommen wird, weder verschwommenes Sehen noch andere Zeichen für eine Sehschwäche,

wird der Gesichtsfeldausfall anfangs nicht bemerkt und das Übersehen von Gegenständen oft als Unachtsamkeit verkannt, so daß erst dann auf eine Sehbehinderung geschlossen wird, wenn das Gesichtsfeld schon so deutlich eingeschränkt ist, daß es sowohl für die betroffene Person als auch für die Umwelt nicht mehr unbemerkt bleiben kann. Als Symptome sind somit wohl nicht nur ein "eingeschränktes Gesichtsfeld" als solches, sondern auch das sich daraus ergebende Verhalten wie häufiges Anstoßen, Stolpern oder Übersehen von Gegenständen, obwohl sehr groß, zu bemerken. Im späteren Verlauf ergibt sich das sogenannte "Rö hrengesichtsfeld", wobei beim Geradeausblicken nur noch das wahrgenommen wird, was sich unmittelbar vor dem Auge befindet (Abb. 6). Dieser Sehrest, der noch sehr scharf sein kann, ist darauf zurückzuführen, daß die Makula noch gut erhalten ist, in der sich nur Zapfen befinden.

Oft geht aber die RP auch mit einer Myopie einher, die auf

einen "gestö rten Rückkoppelungseffekt"[166] während des Wachstums zurückgeführt werden kann, wodurch der Augapfel

zu lang wird. Der Sehrest

im Zentrum kann aber relativ lange erhalten bleiben, so daß Betroffene manchmal noch länger über eine gute Lesefähigkeit ver

fügen. Es existiert auch das sogenannte Ringskotom, bei dem das Zentrum und die äußere Peripherie erhalten sind. Außerdem kö nnen auch inselartige Sehausfälle auftreten, wobei die Skotome über das ganze Gesichtsfeld verteilt sein kö nnen.

Viele RP-Betroffene klagen über ständiges Flimmern, bunte Punkte und Kreise, die sich im gesamten Gesichtsfeld bewegen und oft als sehr irritierend empfunden werden.

[166] Ophthalmologe vol. 89 (1992): 5-21, S 14.


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