Pressetext zum 34. Linguistischen Kolloquium (elektronische Version unter http://www.fask.uni-mainz.de/lk/lk/program)

Sprachwissenschaft auf dem Weg ins nächste Jahrtausend Linguisten aus aller Welt an der Universität Mainz

Germersheim. Das Mekka der Sprachwissenschaftler heißt im Jahr 1999 Germersheim. Am dortigen Fachbereich Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, der sich als weltgrößte universitäre Ausbildungsstätte für Übersetzer und Dolmetscher in Fachkreisen einen guten Ruf erworben hat, werden vom 7. bis 10. September 300 Wissenschaftler aus mehr als 30 Ländern zum 34. Linguistischen Kolloquium erwartet. Unter der Leitung von Dr. Reinhard Rapp wollen sie unter dem Motto "Sprachwissenschaft auf dem Weg ins nächste Jahrtausend" die aktuellen Fragen der Entwicklung von Sprache in 250 Vorträgen und zehn parallelen Sektionen diskutieren. Themen wie "Variantenschreibung die Hauptcrux der Rechtschreibreform?" (Wilfried Kürschner), "Zur automatisierten Inhaltserschließung von Nachrichtendokumenten" (Ulfert Rist) oder "Goethes Vorstellungen von seinem Leben und Weben als Sprachmeister" (Freyr Roland Varwig) spiegeln das Spektrum des Kongresses wider, der in den drei Tagungssprachen Englisch, Deutsch und Französisch alle relevanten Forschungsfelder der Sprachwissenschaft von der Textwissenschaft über die Computerlinguistik bis zur Lexikologie behandeln will.

Das Linguistische Kolloquium, das zuletzt in Städten wie Thessaloniki, Kassel, Bern und Danzig stattfand, genießt seit der ersten Veranstaltung 1966 in Hamburg als Forum für Sprachwissenschaftler, insbesondere der Germanistik, Anglistik und Romanistik, internationales Ansehen; so werden zwei Drittel der Kongreßteilnehmer aus dem Ausland kommen, wobei neben den Ländern Mittel- und Westeuropas insbesondere auch Japan, die USA und Russland stark vertreten sind. Zu den prominentesten Teilnehmern gehören Prof. Sydney M. Lamb (Rice University, Houston), der durch seine Stratifikationsgrammatik bekannt wurde und dessen Biographie in der renommierten Encyclopaedia Britannica zu finden ist, sowie Prof. Robert D. King (University of Texas), der im "Who is Who in America" aufgeführt wird. Ein für eine wissenschaftliche Tagung ungewöhnliches Jubiläum gilt es in diesem Jahr zu begehen: Prof. Kazimierz A. Sroka aus Danzig wird das Linguistische Kolloquium zum 20. Mal in ununterbrochener Folge besuchen.

Das 34. Linguistische Kolloquium wird am 8. September 1999 um 9 Uhr im Audimax des Fachbereiches Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft in Germersheim eröffnet. Den einführenden Vortrag hält Prof. Jürgen Handke (Universität Marburg) zum Thema "Linguistics and the New Technologies Teaching Linguistics in the New Millennium". Darin stellt er eine interaktive Lern-CD-ROM vor, die eine linguistische Einführungsvorlesung an einer Universität ersetzen soll ein brisantes Thema angesichts der Umstrukturierungsdebatten in der Bildungslandschaft. Ein weiterer Plenarvortrag "Linguistics and Public Linguistics in the 21st Century" wird von Prof. Robert D. King gehalten. Hier geht es um die Anwendung linguistischer Erkenntnisse im Dienste der Gesellschaft, z.B. zur Lösung ethnischer Probleme.

Dem Hauptkongreß geht ein Tag mit einführenden Tutorien zu den Themen "Syntax Parsing" (Prof. Peter Hellwig), "Sprachtechnologie für das Internet" (Christian Otto), "Maschinelle Übersetzung" (Prof. Uta Seewald-Heeg) und "The Neurocognitive Basis of Language" (Prof. Sydney M. Lamb) voraus.

Ermöglicht wird der Kongreß durch die großzügige Unterstützung zahlreicher Sponsoren, darunter der Deutschen Forschungsgemeinschaft, des Landes Rheinland Pfalz, der Universität Mainz, des Fernsehsenders Pro7, der Robert Bosch-Stiftung sowie des britischen Language Technology Centre.

Das vollständige Programm ist zu beziehen über Dr. Reinhard Rapp, Universität Mainz, FASK, 76711 Germersheim, Tel. (07274) 508-457, Fax (07274) 508-429, e-Mail rapp@usun2.fask.uni-mainz.de. Ständig aktualisierte Informationen, das Programm, Wegbeschreibungen und ein Anmeldeformular finden sich zudem im Internet unter http://www.fask.uni-mainz.de/lk/