Sinnsemantik (Semantik der semantischen Relationen)

Grundthese: Die Bedeutung eines Wortes ergibt sich aus Beziehungen (Sinnrelationen)
zu den Bedeutungen anderer Wörter. 

Relationen:



Bisher hatten wir es mit syntagmatischen Verknüpfungen zu tun:

/m/ + /u/ + /n/ + /d/
{un}+ {frucht}+ {bar}
der Hund bellt
(* das Rotkäppchen bellt nicht - semantisch inkongruent)
(* der Hund bellt dem Rotkehlchen - syntaktische Inkongruenz)



jetzt arbeiten wir auf der paradigmatischen Ebene mit vertikalen Verknüpfungen

Paradigma = Klasse mit gleichen / ähnlichen Einheiten; Zusammenfassung sprachlicher Einheiten zu Klassen, deren Elemente in einem gegebenen Syntagma zueinander austauschbar sind


Beispiele:

der Hund bellt / jault / winselt, aber spricht nicht semantisches Paradigma der Lebensäußerungen eines Hundes
*der Hund bellen morphosyntaktisches Paradigma der Konjugationsformen
der Hund bellt / frißt / schläft / *erwartet Wertigkeitsparadigma, Valenzparadigma


siehe auch



Letzte Bearbeitung: 17. Mai 1999
Erstellt und bearbeitet von Dora Warth (nach einer Vorlesung von Prof. Dr. Huber)
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