Probleme der Komponentialsemantik

  • lexikalisches vs. enzyklopädisches Wissen
  • binäre vs. graduelle  Unterschiede
  • Verbbedeutungen
  • psycholinguistische Relevanz


lexikalisches vs. enzyklopädisches Wissen

Für die Zerlegung in Teilbedeutungen braucht man enzyklopädisches Wissen (Welt-, Erfahrungswissen), und das ist für jeden Menschen anders.
(Beispiel: Pfütze = + Gewässer, - fließend, - groß, +natürlich +Vertiefung, Lache (künstlich erzeugte Flüssigkeitsansammlung auf ebenem Boden) = + Gewässer, - fließend, - groß, - natürlich, - Vertiefung)


binäre vs. graduelle  Unterschiede

Was heißt +- groß? Eigentlich heißt es größer als...
Es gibt viel in der Welt, wo es nicht binär ist. Meist sind es graduelle Unterschiede.


Verbbedeutungen

Wo sind die Merkmale bei Verben?
Die Komponentialsemantik ist nur für bestimmte Wortschatzbereiche bis zu einem gewissen Grad geeignet. Besonders schwierig wird es bei Funktionswörtern.


psycholinguistische Relevanz

Wie verstehen wir Wortbedeutungen? Zählen wir + und - Merkmale zusammen?
Dies würde bedeuten, daß man bei Reaktionszeitmessungen in der Psycholinguistik Wörter mit weniger Semen schneller erkennt (z.B. Frau schneller als Dolmetscherin). Dies ist jedoch nicht der Fall (Ausnahme: uns nicht so geläufige Wörter).
Die psycholinguistische Relevanz führte zur Popularität der Prototypensemantik.


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Letzte Bearbeitung: 14. Mai 1999
Erstellt und bearbeitet von Dora Warth (nach einer Vorlesung von Prof. Dr. Huber)
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