
Kapitel I.2: Grundlagen der elektronischen Post[1]
Frank Krüger, M.A.
Fachbereich 23, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Sprechstunde: Donnerstags 11-12 Uhr
e-mail: krueger@nfask2.fask.uni-mainz.de
Gliederung
- Prinzipien der Elektronischen Post
siehe auch:
konkrete Bedienung und Funktionen siehe:
- Anhang A1 für konkrete Bedienung von Pegasus
Mail für DOS bzw. Windows
- Anhang A2 für die Mailfunktionen von Netscape Navigator
( Mac/Windows)
Impressum
siehe auch:
1 Prinzipien der elektronischen Post
1.1 Definition und Abgrenzung der elektronischen
Post
Elektronische Post ist der Oberbegriff für einen
Telekommunikationsdienst und umfaßt
- ganz allgemein: das Versenden von Mitteilungen in lokalen oder Weitverkehrsnetzen
in Analogie zur Briefpost (oft spaßhaft als "Snail Mail"
bezeichnet) und zwar hauptsächlich
- als persönliche Mitteilungen von einer Person an eine andere,
aber auch
- Rundbriefe im Rahmen von Verteilerlisten oder Diskussionsgruppen mit
oder ohne Moderation, also Kontrolle.
- Mit sog. Mailserver-Diensten (nicht
identisch, aber teilweise ein Bestandteil der Software zum Abwickeln von
elektronischer Post ingesamt) können über E-Mail auch Befehle
verschickt werden, die automatisch weiterverarbeitet werden.
Damit unterscheidet sich E-Mail von anderen Telekommunikationsdiensten
wie folgt:
- vs. Telnet, World-Wide Web etc: Im Gegensatz zu diesen
Dialogdiensten ist elektronische Post zeitunabhängig, d.h. es wird
keine direkte, zeitgleiche Verbindung [2]
zwischen den Kommunikationspartnern aufgebaut.
Die ist auch der Unterschied zu den persönlichen dialogorientierten
(1:1, d.h. ein Sender, ein Empfänger) Befehlen/Diensten Internet
Relay Chat (IRC), Talk und Send.
- vs. Newsgroups: E-mail ist zielgerichtet, d.h. der Empfänger(kreis)
ist genau definiert. Inhaltlich sind aber Newsgroups und die sog. Mailgroups
oft identisch und lediglich eine technisch unterschiedliche Distributionsform.
So werden die News (Nachrichten der Newsgroups) grundsätzlich auch
als Mail "gepostet", d.h. als Mail an die Newsgroup geschickt.
Damit E-Mail über unterschiedlichen technischen Systeme hinweg
verteilt werden kann, sind Kommunikationsprotokolle notwendig.
Dabei wird im Internet das sog. Simple Mail Transfer Protocol (SMTP)
verwendet.
1.2 E-mail Adressen
Wie bei der traditionellen gelben Post (im Hacker-Jargon "Snail
Mail") ist für jeden Brief eine exakte Adressangabe notwendig,
wobei es bei der E-Mail auch auf die exakte Schreibweise der Adresse ankommt.
- Wesentliche äußere Kennzeichen einer E-mail Adresse - von
einer Beschreibung der internen Verarbeitungsprozesse wird hier abgesehen
- sind:
- Benutzername und Rechneradresse werden durch @ (at-Zeichen,
DOS: AltGr+Q, Mac: Shift-Alt+!) getrennt.
- Die Rechneradresse ist hierarchisch aufgebaut und zwar
in der Form
server.subdomain.domain.region, wobei
- server ist der eigentliche Rechnername, kann bzw. muß
eventuell weggelassen werden (je nach lokalem Mailsystem!)
- subodmain ist eine Abkürzung der Firma, Universität
oder sonstigen Institution (z.B. Internet-Provider)
- region ist eine Länderkennung (z.B. de
= Deutschland). Nur amerikanische Adressen haben stattdessen eine bereichsspezfische
Abkürzung: edu = Educational Institution, com=
company, gov = Government, mil = Military.
Einige Länder, z.B. Großbritannien, verwenden beides, z.B. als
ac.uk in meyer@kent.ac.edu
- Der Benutzername ist überall anders definiert, hier
am Fachbereich wird z.B. der Nachname verwendet. Gleiche Nachnamen werden
ggf. durch den Anfang des Vornamens (wegen der Eindeutigkeit!) unterschieden.
Andere Universitäten verwenden entweder Matrikelnummern oder andere
eindeutige Numerierungen bzw. Codes.
=> eine komplette Internet-Adresse hat also z.B. die Form:
krueger@nfask2.fask.uni-mainz.de
- Außer Buchstaben und Ziffern dürfen nur bestimmte
weitere Zeichen in der Adresse enthalten sein, z.B. %
(Prozent) oder ! (Ausrufezeichen)
aber auf *KEINEN* Fall Kommata (dienen zur Trennung mehrerer Adressen),
Leerzeichen, Anführungszeichen oder die Spitzklammern "<"
und ">". Groß- und Kleinschreibung ist
für die Adressangabe der E-Mail im Gegensatz zu anderen Diensten allerdings
egal.
- Andere, besonders die privaten kommerziellen Kommunikationsanbieter
verwenden eigene Protokolle und dementsprechend sehen auch die E-mail-Adressen
anders aus.
- Einige Anbieter verwenden nur den "Namensteil" ohne hierarchische
Adresse (z.B. das IBM-Netz Bitnet, Compuserve mit der 9-stelligen
Teilnehmernummer oder T-Online mit der Telefonnummer des
Teilnehmers).
- Diese Adressen können zwar auch vom Internet aus erreicht werden,
müssen aber an die Internet-Konvention angepaßt werden bzw.
die Mail wird im Internet an einen sog. Gateway geschickt,
der die verbleibende Adresse (der Teil vor dem "@") umwandelt
und die Mail an das fremde Netz weiterleitet (weitere, ausführliche
Information dazu findet sich in Kapitel 2.2.3.a!):
- Ein Compuserve-Benutzer wird durch 11111.99999@compuserve.com
erreichen (Bitte beachten: statt dem "Compuserve-typischen" Komma,
enthält die Teilnehmernummer einen Punkt!)
- Gelegentlich werden auch noch Adressen nach dem ISO-Standard X.400
angegeben. Dort ist die Hierarchie mehr oder weniger genau andersherum
vorgeschrieben, d.h. zuerst steht das Land und zuletzt der Benutzername,
aber eine eindeutige Zuordnung und Umwandlung ist sehr kompliziert.
Zusammenfassend lassen sich E-Mail und konventionelle Postadressen wie
folgt vergleichen:
| Das Versenden einer Nachricht |
ist vergleichbar zu einer Sendung
|
| in dem gleichen lokalen Netzwerk[3] |
mit der Hauspost |
| innerhalb des Internet |
mit der Öffentlichen Post (DBP) |
| z.B. nach Compuserve |
an eine Großorganisation mit einer einzigen
Postanschrift, z.B. US Army, POB ..., 1000 New York, NY |
1.3 Fehlermeldungen
Bei der Benutzung von E-mail kann es vorkommen, daß ab und zu
Fehlermeldungen auftauchen, auch wenn man glaubt, die Adresse richtig eingegeben
zu haben. Wichtig ist in solchen Fällen, die automatisch generierten
Systemnachrichten (Absender: Mail Delivery System). Die
häufigste Meldungen dieser Art (und ihre Gründe) sind
- User unknown, d.h. der Benutzername ist dem Mail-System
nicht bekannt. Wenn automatisch an den Namen "@nfask2.fask.uni-mainz.de"
angehängt wurde, so liegt das daran, daß in der Adresse irgendwo
ein unerlaubtes Zeichen eingegeben wurde. Umlaute müssen aufgelöst
werden (Krüger=krueger); Leerzeichen und Komma trennen zwei Adressen
voneinander, so daß beide Teile als eigenständige Adressen verstanden
werden und damit beide nicht gefunden werden.
- Host unknown: In diesem Fall hat sich in den Domain-Teil
der Adresse entweder ein Fehler eingeschlichen (Vorsicht bei mündlicher
Weitergabe z.B. am Telefon!) oder der Rechner ist - aus welchen Gründen
auch immer - nicht zu erreichen.
[1] : Dieses Dokument
ist auch in anderen Dateiformaten verfügbar!
[2] : Im Gegensatz
zu den sog. leitungsorientierten Telekommunikationsformen
wie z.B. Telefon oder Telefax wird aber aus netztechnischer Sicht bei keinem
der Internet-Dienste wirklich eine für die Dauer der Verbindung fest
reservierten "Leitung" zwischen den Teilnehmern aufgebaut, sondern
lediglich "virtuelle", logische Verbindungen. Die Daten werden
- zumindest im Internet selbst - jedoch immer paketweise übertragen,
wobei jedes Paket einen völlig anderen Weg zur Zieladresse nehmen
kann. Dadurch ist eine wseentlich bessere Nutzung der vorhandenen Übertragungskapazitäten
möglich. Vgl. dazu auch Kapitel 1.1, Abb.
2
[3] : Im Gegensatz
zur einheitlichen Hauspost, gibt es aber am Fachbereich zwei getrennte
Netzwerke NFASK1 und NFASK2. Nachrichten an Benutzer in dem jeweils anderen
Netz gelten auch als Internet-Mail, erfordern also die kompletten Adressanangaben.
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Letzte Bearbeitung: 8. Februar 1997
Erstellt von F. Krüger
(e-mail: krueger@nfask2.fask.uni-mainz.de)
im Rahmen der Vorlesung Telekommunikation.