Das Programm Aldus PageMaker 6.0 ist ein typischer Vertreter von
DTP-Programmen (andere: Quark Xpress und Xerox Ventura Publisher)
Aldus PageMaker 6.0 (im folgenden kurz: PM6) liegt für die
Betriebssysteme Windows 3.x/95/NT und Apple Macintosh OS 7.x vor. Dateien sind
zwischen den Versionen und Betriebssystemen austauschbar, müssen aber nach
den Windows-Konventionen (Dateiendung: PM6) benannt sein.
PM6 ist satz- bzw. layoutorientiert, d.h. es simuliert
elektronisch die klassische Arbeitsfläche eines Setzers und zwar durch
eine sog. Satzdatei. So eine Satzdatei kann bis zu 16
Textseiten enthalten, die zu einem Bund zusammengefaßt werden 2 x 8 x DIN
A 4 = 1 x DIN A 0 doppelseitig). DIN A 0 ist das Papierformat auf dem
Bücher gedruckt werden.
Zum Vergleich: Word für Windows und andere
Textverarbeitungsprogramme arbeiten rollend, der Text wird wie auf einer
Papyrusrolle dargestellt, die hoch- und runtergerollt wird (im Normalmodus)
oder seitenorientiert (im Layoutmodus).
Der Vorteil der layoutorientierten Arbeitsweise liegt darin, daß
damit die flächige, endgültige Anordnung von Text- und
Grafikelementen - das vielgerühmte WYSIWYG (=What you see is what you get)
- besser sichtbar ist und den Arbeitsprozessen im professionellen Satz-
und Druckwesen angepaßt wird. So behandelt etwa der PM6 Text bzw.
Textblöcke genauso wie Bilder als graphische Elemente, die sich
vergrößern, verkleinern, drehen und auch sonst vielfältig
bearbeiten lassen.
Zum Vergleich: Textverarbeitungssysteme eignen sich -
zumindest von ihrer Bedienweise her - eher als bessere Schreibmaschine für
kleinere Texte und Druckerzeugnisse ohne großen Layoutaufwand (Briefe,
Diplom- und Seminararbeiten).
Im Vordergrund steht bei DTP-Programmen
wie PM6 das Layout, d.h. die Anordnung von Text und Grafiken auf einer Seite
bzw. der größeren Einheit eines Papierbogens und nicht so sehr die
Erstellung der einzelnen Elemente!
Eine weiteres Merkmal von PM6 liegt in der Verwendung von zahlreichen
Zusatzfunktionen, sog. Plug-Ins (früher: Additions), die
unabhängig vom Hauptprogramm installiert werden können (in etwa
vergleichbar zu den von allen Microsoft-Programmen gemeinsam nutzbaren
Applikationen wie Rechtschreibkontrolle, Clipart, Formel-Editor, MS-Draw etc.
in dem Verzeichnis MSAPPS). Dadurch lassen sich Anpassungen an z.B. neue
Text- und Grafikformate flexibel vornehmen, ohne daß Hauptprogramm
anpassen zu müssen.
Im folgenden gelten bei der Beschreibung der
Programmfunktionen folgende Konventionen:
Menüoptionen bzw. Dialogfelder werden durch Schrägstrich
getrennt und hervorgehoben: Datei/Seite einrichten
Wichtige Begriffe werden ebenfalls hervorgehoben und eventuell
später in einem Index bzw. Glossar zusammengefaßt
Die wichtigsten Bildschirmansichten sind als sog. Screenshots, d.h.
Abbildungen des momentanen Bildschirminhaltes abgebildet und anschließend
- soweit erforderlich- im Text erläutert.
Bildschirminhalte und Tastaturkürzel sind auf die Windows-Version von
PM6 zugeschnitten, aber alle Funktionen lassen sich ohne Einschränkungen
auch auf die entsprechende Mac-Version übertragen.
Ganz oben, von links beginnend, befindet sich die Menüleiste, deren
Funktionen im folgenden kurz vorgestellt werden.
Der blaue Rahmen enthält den Fenstertitel (Dateinamen) und die
Windows-typischen Funktionen zum verschieben, vergrößern bzw.
verkleinern des Fensters.
An den Rändern befinden sich oben und links jeweils Lineale und links
unten Symbole für die (Standard-)seiten, die im folgenden unter
Seitenlayout
ausführlich erläutert werden. Auch die im Arbeitsbereich,
innerhalb der beiden DIN A 4 Seiten, dargestellten farbigen bzw. gepunkteten
Hilfslinien gehören zur Rubrik
Seitenlayout.
Außerdem sind der Vollständigkeit halber am rechten Rand drei
typische, "schwimmende" Optionsfelder (in PM6 als Fenster
bezeichnet) eingeblendet: Das Funktionsfenster, das Formatfenster und das
Farbfenster.
*
Die
PM6-Optionsfelder
Über die -teilweise in Abbildung 1 dargestellten - "schwimmenden"
Optionsfenster können alle Grundfunktionen von PM6 angewählt werden.
Die wichtigsten dieser Fenster sind:
Funktionsfenster: Damit
lassen sich die verschiedenen Werkzeuge auswählen, nämlich (von oben
nach unten und links nach rechts): Layout-Zeiger, Textmodus
(Textbearbeitung), Optionen zum Zeichnen verschiedener Formen (Kreis, Viereck,
Strich, Vieleck, eine Lupe zum Vergrößern des Bildausschnittes,
freies Drehen eines Elementes und schließlich Beschneiden.
In allen Modi erscheint in der Kontrollpalette die horizontale und vertikale
Position des Mauszeigers bzw. die Ausmaße eines Objektes. Nur bei Auswahl
der Textfunktion erscheint die Kontrollpalette in der unten dargestellten
Form.
Wenn
das Textwerkzeug ausgewählt ist, erscheint als Kontrollpalette eine der
folgenden Funktionsleisten für Zeichen- bzw. Absatzbearbeitung:
Zeichenmodus: Das große Feld ganz
links ist die Anwenden-Schaltfläche, mit der eine gewählte oder
eingegebene Formatierung direkt dem markierten Text zugewiesen wird.
Außerdem lassen sich (von links nach rechts) Schriftart, Schriftgrad,
Laufweite (Zeichenbreite), Zeichenausgleich (Abstand), sowie in der unteren
Reihe Schriftschnitt (entsprechend symbolisiert), Buchstabenart (Kleines,
Großes C), Zeichenlage (hoch-/tiefgestellt) sowie Zeilenabstand,
Buch-stabenbreite und Grundlagenverschiebung (Maß der Hoch-/Tiefstellung)
einstellen.
Absatzmodus: Die Funktion der Anwenden-Schaltfläche bleibt
gleich. Ansonsten stehen zur Verfügung (von links nach rechts): Eine
Auswahl für das Druckformat, Anzeige für die Cursorposition, Wert des
Erstzeileneinzuges, Abstand vor und nach dem Absatz, Größe des
Rasters, an dem der Text ausgerichtet wird (vgl. darunterliegende Symbole); in
der unteren Zeile folgen Symbole für die Textausrichtung, sowie Felder
für den linken bzw. rechten Absatzeinzug.
Im
Formatfenster lassen sich - analog zu den Druckformaten in Word - verschiedene
Standardformate für die unterschiedlichen Absatztypen definieren und
zuweisen. Dadurch werden gleichartige Absätze identisch formatiert.
*
Die
PM6-Menüs im Überblick
Hier sind nur die wichtigsten bzw. besonderen Untermenüs
erläutert:
Menü Datei
Alle standardmäßigen Dateiablage- und Ausgabefunktionen.
AdobePDF erstellen
Portable Document Format erzeugen
Positionieren
Einlesen einer Grafik- und Textdatei mit sofortiger Plazierung an einer
bestimmten Stelle auf einer oder über mehrere Seiten
Grundeinstellungen wie Zeichensätze und Maßeinheiten
bestimmen.
Menü Bearbeiten
Textmodus
Umschalten zu einer Textverarbeitung, mit der sich Texte relativ
komfortabel editieren lassen.
Menü Optionen
u.a. PLUG-INS,
eine Sammlung zahlreicher Zusatzfunktionen, z.B.
Absätze numerieren
Automatische Erstellung von Aufzählungen und Listen
Autom. Vorlagenerst.
Extrahieren von verschiedenen, komprimiert gespeicherten Mustervorlagen
(Etiketten, Fax, Kalender...)
HTML-Autor
Erstellen von Web-Seiten aus PageMaker-Material durch Ergänzen von
Verknüpfungen und verschiedenen HTML-Formaten
Kopf- und Fußzeilen
Erstellen, positionieren und formatieren, auch dynamisch in
Abhängigkeit vom Titel des jeweiligen Kapitels bzw. Anfangstext der Seite
(Wörterbücher...!)
Menü Layout
Ansicht
Auswahl der Darstellungsgröße des Dokumentes
Hilfslinien
Hilfseinstellungen, siehe Seitenlayout
Menü Schrift
Detaillierteund vielfältige Optionen zur professionellen
Textdarstellung, weit über die Funktionen normaler
Textverarbeitungsprogramme hinausgehend.
Menü Einstellung
Grafische und Layoutfunktionen wie Linien, Füllungen, Farben
etc.
Menü Anordnen
Schichten, Anordnen und Gruppieren von Elementen
Menü Fenster
Neben Standardfunktionen auch Aktivierung der oben teilweise
beschriebenen Funktionsfenster