Kapitel 2.2: Grafikprogramme - Das
CorelDraw-Paket
Frank Krüger, M.A. Fachbereich 23, Johannes
Gutenberg-Universität Mainz Sprechstunde: Donnerstags 11-12 Uhr,
R141/138 e-mail: krueger@nfask2.fask.uni-mainz.de
Gliederung
Grafikprogramme: Das CorelDraw-
Paket
4 im Überblick
CorelDraw (
CDR):
Objektorientierte Bearbeitung von Zeichnungen
Zum Herunterladen der elektronischen Versionen siehe entsprechende Übersicht.
1.
Grafikprogramme:
Das CorelDraw-Paket 6
CorelDraw für Windows Version 6 ist ein umfassendes
Grafikpaket, das in verschiedenen Einzelprogrammen eine Reihe von Funktionen
für die Bearbeitung von Grafiken und Animationen enthält. Gemessen an
der hohen Leistungsfähigkeit der enthalteen Programme, sind diese relativ
einfach zu bedienen.
CorelDraw 4 enthält folgende Programme:
*
CorelDraw
(hier: abgekürzt CDR) für die
Erstellung
und Bearbeitung von
vektorbasierten
Graphiken, d.h. solchen Zeichnungen, die aus mehr oder weniger komplexen
Objekten (einschließlich Text) bestehen.
*
CorelPhoto-Paint
(hier abgekürzt mit CPP) zum
Malen
und Retuschieren von pixel-orientierten Bildern (sog.
Bitmaps),
die sich auch durch die zahlreichen sog. Filter verändern lassen.
*
CorelTrace
dient der Umwandlung von Bitmaps, wie z.B. beim Einscannen von Graphiken
entstehen, in Vektorgraphiken, die dann mit CorelDraw weiterbearbeitet werden
können.
*
CorelShow
dient - mit ähnlichen Funktionen wie PowerPoint (vgl.
Kapitel
2.1) - der Zusammenstellung von Folien zu gedruckten oder elektronischen
Präsentationen.
*
CorelMove
ist ein Animationsprogramm, das einzelne Graphiken der anderen Programme zu
Animationen verknüpft und so Präsentationen anschaulicher machen kann.
Die Vorteile der Paketlösung liegen
in der einheitlichen Bedienung der unterschiedlichen Programme für
die verschiedenen Aufgabenstellungen - so ist die Hilfe nicht nur (wie alle
Windows-Programme mit F1 abrufbar), sondern auch immer gleich
aufgebaut);
in der guten Austauschbarkeit von Dateien und Objekten zwischen den
einzelnen Programmteilen, ohne daß immer die gesamte Funktionalität
geladen sein muß;
in dem gemeinsamen Zugriff auf die mit dem Programm mitgelieferten
umfangreichen Sammlungen von Vektorgraphiken und Symbolen für alle
Zwecke.
Der Bildschirm von CDR ist von oben nach unten wie folgt aufgebaut :
Die Titelleiste mit dem Dateinamen (max. 8 Zeichen) und
der Dateiendung CDR für CorelDraw-Dateien (wird beim speichern automatisch
hinzugefügt) sowie einigen Windows-Funktionen (am linken bzw. rechten
Rand).
Die Menüleiste zum Zugriff auf alle Funktionen.
Die Statuszeile, die z.B. die Koordinaten anzeigt bei der
sich der Mauszeiger gerade befindet.
Vertikales bzw. horizontales Lineal (Ein-/Ausblenden
über das Menü Ansicht/Lineal). Im Schnittpunkt der Lineal links oben
befinden sich die Positionierhilfen zum Ziehen von Hilfslinien.
Maßeinheit und -einteilungen lassen sich beliebig anpassen.
Die Hilfsmittelpalette links neben dem vertikalen Lineal
und die Farbpalette am unteren Rand.
Der Seitenzähler (nicht abgebildet) für
mehrseitige Dokumente mit zwei Pfeilen zum vor- bzw. zurückblättern
Die horizontale bzw. vertikale Bildlaufleisten zum
Blättern bzw. Rollen des Bildausschnittes, etwa bei
vergrößerter Darstellung einer Graphik
Der Arbeitsbereich als weiße Fläche, eingerahmt
von den Linealen und Bildlaufleisten.
In der Mitte davon als ebenfalls weißes Rechteck gekennzeichnet
befindet sich der druckbare Seitenbereich (hier DIN A 4
Hochformat).
2.
Funktionen
der Hilfsmittelpaletten
Sowohl die wichtigsten Hilfsmittel als auch Farben stehen als Symbole in zwei
entsprechenden Paletten zur Verfügung.
Dabei sind im einzelnen folgende Hilfsmittel vorhanden:
Symbol
Tasten-kürzel
Hilfsmittel
Einsatzbereich
Auswahl
Markieren
und Verändern von Objekten = Grundinstrument
Formen
Verändern
der Objektform, z.B. in die Länge ziehen
F2/F3
Zoom
stufenweises
vergrößern (F2) oder verkleinern (F3) des Bildauschnittes bis zur
Anzeige der gesamten Graphik (F4) bzw. Seite (SHIFT-F4)
F5
Stift
Zeichnen
von Linien und Kurven, wobei die Eckpunkte durch Mausklicken festgelegt werden.
F6
Rechteck
Zeichnen
von Quadraten oder Rechtecken allgemein
F7
Ellipse
Zeichnen
von Kreisen und Ellipsen
Text
Einfügen
von Textelementen einschl. Schriftsymbolen
Umriß
Festlegen
von Umrißattributen
Füllen
Festlegen
von Füllattributen
Die Farbpalette dient ergänzend zum Zuweisen einer der vordefinierten
Umriß- oder Füllfarben zu dem markierten Objekt.
Zusätzlich zu den Paletten werden bei CorelDraw viele Funktionen nicht nur
über die Pull-Down-Menüs angeboten, sondern lassen sich (auch) direkt
über dauerhaft eingeblendete Fenster aktivieren. Die Besonderheit dieser
sog. Rollup-Fenster ist, daß sie durch anklicken des Aufwärtspfeiles
rechts oben auf die Titelleiste des Fenster reduzieren lassen und umgekehrt
durch einen Klick auf den Abwärtspfeil an der selben Stelle wieder
vollständig erscheinen.
*
Objekte
zeichnen und bearbeiten
1.
Erstellen
von (un-)regelmäßigen Objekten
Die grundlegenden Funktionen zum zeichnen von Objekten stellen die drei
Hilfsmittel Stift, Rechteck und
Ellipse zur Verügung. Diese Hilfsmittel lassen sich wie
folgt abgrenzen:
Der Stift ist das vielseitigste Hilfsmittel zum Zeichnen,
also Erstellen und (punktgenauen) Bearbeiten von Graphiken. Die Linien lassen
sich erstellen als sog. Maßlinien, d.h. mit Beschriftung, oder
Grafiklinien, die wie von Hand gezeichnet aussehen. Ferner läßt
sich der Stift zum punktgenauen Nachzeichnen von Bitmap-Bildern
einsetzen. Dabei gibt es zwei Zeichenmodi:
Im Freihandmodus wird der Cursor mit der Maus wie bei einem
konventionellen Stift über das Papier gezogen und das Programm erzeugt
für jede Richtungsänderung einen Knoten.
Im Bezier-Modus dagegen werden umgekehrt nur die Knoten, also Stellen der
Richtungsänderungen, vorgegeben und das Programm verbindet diese Punkte
durch gerade Linien. Kurven werden dann erzeugt, wenn die Maus bei
gedrückter Taste bewegt wird, wobei Kontrollpunkte die Neigung der Kurve
anzeigen.
Rechtecke und Ellipsen lassen sich
erzeugen, indem der Cursor an einen der gewünschten Außenpunkte
gesetzt wird und die Maus bei gedrückter Taste solange gezogen wird, bis
die gewünschten Maße erreicht sind.
Eine weitere Besonderheit sind die sog. Maßlinien, mit denen z.B. in
technischen Zeichnungen Objekten exakte Maße zugewiesen werden
können. Auch die Ausrichtung und Poisition dieses Maßtextes
kann
Tip: Wenn bei dem Ziehen der Maus die STRG-Taste gedrückt
wird, werden gleichmäßige Objekte - also eine Gerade (Neigungswinkel
ein 15 Grad oder ein Vielfaches davon), ein Quadrat oder ein Kreis - erzeugt.
Wenn gleichzeitig STRG und SHIFT-Taste gedrückt sind, wird das Quadrat
bzw. der Kreis von der Mitte nach außen gezeichnet.
2.
Objekte
markieren und anzeigen
Objekte aller Art werden durch einmaliges Anklicken der Umrisse mit dem
Hilfsmittel Auswahl markiert, d.h. es werden an den Rändern 8 schwarze
Quadrate angezeigt. Dieser Markierungsrahmen dient zum Dehnen und Skalieren des
Objektes, indem eines der Quadrate bewegt wird. Durch nochmaliges Anklicken
des Objektes ändern sich die Quadrate zu Doppelpfeilen am Rand, mit denen
das Objekt gedreht oder geneigt werden kann. Außerdem erscheinen in der
Mitte zwei ineinanderliegende Kreise, die als Mittelpunkt der Drechachsen
verschoben werden können.
Bei mehreren Objekten kann ein Rahmen um die beabsichtigte Auswahl gezogen
werden oder es werden durch Drücken der SHIFT-Taste beim Anklicken
weiterer Objekte diese mit in die markierte Auswahl einbezogen. Bei
komplizierter, gemeinsamer Bearbeitung mehrerer Objekte empfiehlt sich eine
sog. Gruppierung, durch die diese als Gesamtheit behandelt werden (z.B. beim
Verschieben oder Skalieren).
Markierte Objekte können mit der Maus oder durch Eingabe
exakter Werte (im Menü Anordnen oder Alt-F7) verschoben werden.
Beim Kopieren von Objekten gibt es zwei Möglichkeiten:
Duplizieren erstellt Kopien, die unabhängig von dem Originial
weiterbearbeitet werden können und automatich etwas nach rechts obem vom
Originial abgesetzt werden.
Klonen erstellt identische Objekte, an denen alle Änderungen des
Originials automatisch auch vorgenommen werden (mit Ausnahme einiger
Spezialeffekte).
Für die Anzeige von Objekten gibt es folgende Möglichkeiten:
Abweichend vom Standardzeichenmodus, in dem die Objekte "druckecht"
dargestelt werden, erscheinen im Umrißmoudus lediglich die
äußeren Konturen.
Objekte können auf verschiedenen Zeichenebenen angeordnet werden, von
denen dann eine bestimmte zur Bearbeitung ausgewählt wird, so daß
andere Teile der Zeichnung für die Bearbeitung ausgeblendet sind.
Eine Anzeigunterbrechung ermöglicht die Auswahl von Befehlen bevor
der Bildschirm komplett neu aufgebaut wurde.
Mit der Option Blindtextanzeige wird der sog. Mengentext durch kleine
Kästchen symbolisiert, was den Bildaufbau wesentlich beschleunigen kann
Die Größe der Anzeige kann von doppelseitiger
Übersichtsdarstellung bis zu einer vielfachen Vergrö0erung
stufenweise gezoomt werden (Hilfsmittel Zoom bzw. Menü
Ansicht).