Desktop Publishing bezeichnet das Anfertigen einer
reprofähigen Druckvorlage mit Hilfe eines Personal Computers sowie
spezieller Software und Peripherie (Scanner zum Einlesen von Vorlagen,
Drucker/Fotosatzbelichter für die hochwertige Ausgabe von Druckvorlagen)
=> Kurz: DTP ist Textverarbeitung plus Grafik und Layout
DTP ermöglicht jedem Computeranwender von seinem Schreibtisch aus
die Erstellung technisch hochwertiger Druckerzeugnisse bzw. Reprovorlagen
DTP, oder genauer die wesentlichen (inhaltlichen) Bestandteile Typographie
und Layout, dienen einer verbesserten Lesbarkeit und damit höheren
Akzeptanz von Texten beim Leser.
Die anfängliche Skepsis aus den Pionierjahren - also den ersten 5-10
Jahren seit der Markteinführung des ersten DTP-Systems 1984 - ist durch
die mittlerweile erreichte Professionalität der Soft- und Hardware einer
breiten Akzeptanz auch in der hochprofessionellen Druck- und Satzindustrie
gewichen.
=> Gute Gestaltung ist - aufgrund der immer
leistungsfähigeren technischen Möglichkeiten - inzwischen für
alle Textsorten ein wichtiger Faktor und für alle "textproduzierenden"
Berufe von großer Bedeutung.
*
Vorteile
Vereinfachung der Arbeitsabläufe: Die
Einzelschritte von der Textproduktion bis zur Herstellung der
druckfähigen Textvorlage können von einer Person an
einem Arbeitsplatz durchgeführt werden. Dies führt u.a. zu
einer erheblichen Kostenreduzierung, da die Anzahl der insgesamt beteiligten
Personen verringert wird.
Schnelligkeit und Flexibilität, und damit der
Möglichkeit, Änderungen noch in letzter Minute
durchzuführen Dieser Vorteil wird gerade durch die aktuelle Tendenz
des "Printing on Demand" verstärkt, bei dem auch das Drucken der
hochwertigen Endfassung auf elektronisch unterstützte "End-User"-Systeme
verlagert wird.
Kontrollierbarkeit des Druckprozesses: Gerade bei
fremdsprachlichen Erzeugnissen, mit denen Übersetzer ja oft zu tun haben,
können z.B. Tippfehler oder andere Fehler vermieden werden, die durch
Sprach- bzw. Kulturbarrieren entstehen können.
*
Nachteile
DTP ist schulungsintensiv, dies betrifft v.a. typographische
Grundkenntnisse und ein hoher Regelungsbedarf für eine professionelle und
einheitliche Gestaltung ("Corporate Identity")
Eine einzige Person muß Spezialkenntnisse verschiedener früher,
spezialisierter Berufe in sich vereinen und Rechtschreibung, Zeichensetzung,
Silbentrennung etc. eigenverantwortlich durchführen. Die dazu
verfügbaren Hilfsmittel sind - zumindest für das Deutsche - in ihrer
Mehrzahl für professionelle Zwecke nur unzureichend geeignet.
2.
DTP-Komponenten
DTP-System:
Scanner, Computer und Laserdrucker
*
Computer
1. Hardware
leistungsfähiger PC, etwa mit mindestens 32 MB RAM, 1 GB Festplatte
(bzw. sog. Wechselplatten/CD-ROM-Laufwerk als Massenspeicher von Vorlagen),
17" Bildschirm (Darstellung von 2 x DIN A 4), hochauflösende Graphik
....
2. Software
Textverarbeitung: neben der Neueingabe direkt in ein
Layoutprogramm, auch Fertigstellung des Textes und Export aus wesentlich
leistungsfähigeren Textverarbeitungsprogrammen. Die wichtigsten Produkte
sind: Microsoft Word, Word Perfect, Lotus AmiPro, für
Apple Macintosh: Claris MacWrite Pro
Erstellen von Vektorzeichnungen aus Objekten z.B. mit CorelDraw,
Micrografx Designer, Visio, MacDraw .. oder unzähligen anderen
Anders: Pixelbilder (Bitmaps) aus einzelnen Punkten, erzeugt u.a. mit
MS Word Graphic Editor, MS Paintbrush, Aldus Freehand...).
Manche Programme (Canvas) sind in der Lage sowohl
Vektorgrafiken als auch Bitmaps zu verarbeiten.
Sonderform: Clipart, d.h. Sammlung von iconisierten
Grafiken, die z.B. bei Microsoft als spezieller Dateityp (katalogisiert mit
Schlagwörtern) behandelt werden. Mit CorelMosaic
können alle Arten von Grafiken verwaltet werden..
Layout
Kombination von Text(teilen) und Grafiken, wobei die Darstellung sich
nicht auf einzelne Seiten richtet, sondern analog zur Montagefläche eines
Grafikers, unabhängig von einem bestimmten Seiten-/Papierformat eine
größere Arbeitsfläche dargestellt wird.
Die bekanntesten Programme sind:
Adobe (früher Aldus) PageMaker (Mac, Windows), v.a.
geeignet für die Gestaltung von aufwendigen Drucksachen, z.B. Anzeigen,
Broschüren, Zeitschriften, und
Ventura Publisher (Windows) , v.a. für Mengensatz (=
Bücher)
QuarkXPress (speziell für Mac)
=>
Fazit: wachsende Annäherung und Integration aller drei Programmsparten zu
Allround-Talenten - MS Word enthält inzwischen einen
Graphik-Editor und ansatzweise auch Layoutfunktionalität (WordArt) - wie
im übrigen auch CorelDraw, das wiederum wie auch
PageMaker eine Rechtschreibkontroll- und
Silbentrennungsfunktion hat.
Aber: Alle drei Programmsparten weiterhin professionelle Spezialisten auf ihrem
angestammten Gebiet
Weitere Software (sozusagen außer Konkurrenz):
Präsentationsprogramme (MS PowerPoint, Harvard Graphics)
als Spezialisten sowohl für elektronisches als auch gedrucktes Endprodukt:
Präsentationsmaterial (Folien, Dias)
*
Drucker
1. Drucktechnik
"Ein Laserdrucker ist eine Maschine, die Dreck auf Papier
schleudert"
(DTP, Seite 68)
Laserdrucker arbeiten ähnlich wie ein Kopierer oder
auch Faxgerät, d.h. mit der elektrostatischen Aufladung einzelner Punkte,
aus denen das Druckbild zusammengesetzt wird.
Entscheidend ist dabei die Auflösung, d.h. die
Feinheit der einzelnen Punkte. Standard ist heute 300 dpi (dots per inch, ca.
120 Punkte pro cm), was bis zu 8 Mio. Punkten je DIN A 4 Seite gleichkommt. Die
doppelte, heute schon erschwingliche Auflösung von 600 dpi entspricht
sogar der vierfachen Anzahl an Punkten - 64 Mio.
Das Verfahren im
einzelnen:
Die elektrostatische Aufladung wird durch einen elektronisch gesteuerten
Laserstrahl erzeugt (hier ist der Unterschied zum Kopierer, wo der Laser- bzw.
Quartz-Lichtstrahl die Vorlage abtastet).
Vor der Belichtung muß die Seite allerdings von einem sog.
Raster Image Processor (RIP) berechnet bzw. in ihren Punkte
aufgebaut werden, was bei 300 dpi und damit 8 Mio Punkten pro DIN A 4 Seite
einen Hauptspeicherbedarf von mindestens 1 Megabyte im Laserdrucker (!)
voraussetzt.
Bei dem eigentlichen Druckvorgang wird ein Laserstrahl auf genau die
Punkte einer Selen-Trommel gerichtet, die später Farbe tragen sollen.
Dadurch wird die positive Ladung der Trommel an dieser Stelle zerstört, so
daß der negativ geladene Toner dort haften bleibt. Anschließend
wird der Toner auf das wiederum positiv geladene Papier übertragen und mit
Hilfe einer kurzzeitigen Erhitzung auf über 200 C fixiert.
Tintenstrahldrucker sind kostenmäßig eher in
der Klasse der Matrixdrucker anzusiedeln, also für geringe Druckvolumen.
Hier wird die Auflösung dadurch verbessert, daß die Tinte beim
Aufspritzen auf das Papier leicht verläuft und so keine einzelnen Punkte
entstehen.Die High-End-Produkte sind aber insbesondere im Farbdruckbereich zur
Erstellung geringer Auflagen (etwa Folien) auch für "professionelle"
Zwecke interessant. Dazu gehört etwa der Postcript- und
netzwerkfähige HP Deskjet 1200C/PS, der auch über
eine Auflösung von 300 dpi verfügt. In diese Klasse fallen auch
die sog. Plotter, die v.a. bei hochwertiger Ausgabe von
Zeichnungen (Baupläne) eingesetzt werden, da sie Linien und Flächen
mit Stiften durchgehend ziehen.
Fotosatzbelichter erreichen dagegen eine wesentlich
höhere Auflösung und werden daher im professionellen Bereich
eingesetzt. Standard ist hier 1270dpi, es gibt aber auch Belichter mit bis zu
2.540 dpi. Damit werden allerdings lediglich die Druckvorlagen (speziell
beschichtete Metallplatten) erstellt. Als kostengünstige Drucktechnik
für mittlere Auflagen (Zeitungen, sog. Akzidenzdrucke) wird dabei oft der
kostengünstige Offsetdruck (vgl.
Tabelle
1) verwendet, der ähnlich zum elektrostatischen Laserdruckverfahren
mit dem Gegensatz von Fett (= Farbe) und Wasser arbeitet.
2. Druckersoftware: Das Prinzip von Postcript
Wie werden die Bildpunkte berechnet?
Bei Nadeldruckern sowie herkömmlichen Laser- und Tintenstrahldruckern
geschieht das mit Hilfe der sog. Druckertreiber, die speziell auf den
entsprechenden Drucker bzw. die Modellreihe zugeschnitten ist bzw. sich an
bestimmten Firmenstandards orientiert: So emulieren z.B. die
preisgünstigen OKI und Brother-Drucker am FASK die HP PCL
(Printer Command Language) von Hewlett-Packard, d.h. sie verhalten sich genau
wie diese Drucker.
Aber es gibt - gerade im professionellen DTP-Bereich - auch eine wesentlich
elegantere Alternative:
Postcript von Adobe ist eine
Seitenbeschreibungssprache, d.h. eine vollwertige prozedurale
Programmiersprache, die Grafiken und Text für jeweils eine Druckseite in
mathematischen Formeln beschreibt und so die Schnittstelle zwischen
Anwendungsprogramm und dem Drucker (bzw. einer Ausgabeinheit allgemein)
standardisiert.
Schriftzeichen und Vektorgrafiken werden mit
Postcript nicht als Punkte (Pixel- oder Bitmap-Schrift) an den
Drucker übergeben, sondern als Umrisse definiert (sog. Outline-Schrift).
So lassen sie sich ohne Qualitätsverlust vergrößern, drehen und
in vielfältiger anderer Art modifizieren.
Eine ähnliche,
neuere Schriftechnik, die sich aber eher für den nicht-professionellen
Bereich eignet, sind die a Truetype-Schriften, die v.a. bei Windows
großen Erfolg haben, aber im Gegensatz zu Posctscript-Schriften nicht
mehr weiterenwickelt werden.
Es ist möglich, eine Datei im Anwendungsprogramm nicht nur direkt zu
drucken, sondern die Seiten in eine Postcript-Datei auszugeben,
abzuspeichern und erst später (und eben von einem anderen Rechner aus)
diese fertige Postcript-Datei auf dem vorher eingestellten
Drucker auszugeben. Bei dieser Vorgehensweise braucht der ausgewählte
Drucker nicht an den eigenen Rechner angeschlossen zu sein, es reicht der
richtige Druckertreiber, um die Postcript-Datei mit einer hohen
Druckqualität schon zu Hause zu erzeugen und später an der Uni
auszugeben (In der Praxis können allerdings Schwierigkeiten auftreten!).
3. Leistungsmerkmale von Postcript
Integration von Text und Grafik
Geräteunabhängigkeit: Ausgabe auf jedem
Postcript-fähigen Ausgabegerät vom einfachen
(Laser-)Drucker für 1.500 DM bis zum hochwertigen Belichter für
150.000 DM.
Soft- und Hardwareunabhängigkeit: Der Quellcode der
Postcriptdateien besteht nur aus ASCII/ANSI-Zeichen und ist
daher (prinzipiell)
zwischen alle PC-/Workstation-Betriebssystemen (DOS/Windows,
Apple OS, Next, Solaris/Unix) austauschbar,
bei Einhaltung der Strukturkonventionen des Formates EPS (=Encapsulated
Postcript) mit anderen Anwendungsprogrammen austauschbar bzw.
er kann mit jedem Texteditor bearbeitet werden.
=>
Postcript zeichnet sich durch eine hohe Flexibilität und
Portabilität gegenüber anderen Drucktechniken aus und ist daher quasi
zum Standard im DTP-Gewerbe geworden.
Auf der anderen Seite handelt es sich bei PostScript um eine
"Einbahnstrasse mit Sackgasse" (DTP, S. 81), da die einmal
erstellte Druckdatei nicht wieder am Bildschirm dargestellt bzw. bearbeitet
werden kann. Entsprechende Arbeiten an einem
"Display-Postcript" haben mittlerweile zu dem Adobe PDF-Format
geführt, daß aus Postscript erzeugt wird und mit einem eigenen
Programm (Acrobat Reader) oder auch als Plugin für z.B. Netscape Navigator
dargestellt wird.
*
Scanner
= "Blattleser" (wrtl. Übersetzung), also ein Gerät zum Einlesen von
Grafiken und Text
1. Technik
Auch hier ist das Verfahren ähnlich zum Kopierer, wenn auch in
anderer Hinsicht: Die Vorlage wird mit einem Lichtstrahl abgetastet und
digitalisiert, .dh. in elektronische Binärdaten (Punkt/kein Punkt)
umgewandelt.
=> Alle eingelesenen Vorlagen stehen zunächst nur als
sog. Bitmaps, also Grafiken aus einzelnen Punkten zur Verfügung, lassen
sich allerdings mit verschiedenen Techniken nachbearbeiten (Vektorisierung bzw.
Zeichenerkennung).
2. Qualitätskriterien
Auch hier hängt die Qualität sehr stark von der Auflösung
des Scanners ab, daneben spielen aber auch Art, Helligkeit und Kontrast der
Vorlage eine Rolle.
Auflösung: liegt im DTP-Bereich etwa bei 72 dpi
(geeignet für Bildschirmdarstellung), 150 dpi (normale Fax-Qualität),
300 dpi (normale Druckerauflösung), reicht aber auch bis zu 1200 dpi
(setzt allerdings Nutzung mathematischer Interpolationsverfahren voraus).
Arten der Vorlage
Strichzeichnungen eignen sich naturgemäß am
besten zum Einscannen, da sie nur aus schwarzen und weißen Punkten
bestehen.
Halbtonvorlagen (Fotos) enthalten Grautöne, die beim
Scannen durch eine Gruppierung der schwarzen Punkte angenähert werden:
dicht stehende, dicke Punkte erzeugen einen schwärzeren Bereich,
dünnere, weiter auseinander stehende Punkte einen helleren Bildbereich.
Üblich sind 16 Graustufen, also 4 Bit pro Bildpunkt. Bei einer maximalen
Druckerauflösung von 300 dpi sinkt damit allerdings die effektive
Ausgabequalität auf 75 dpi, oder technisch bedingt (Näherung von
Kurven) sogar noch weniger. Dieses Verfahren wird als
Rasterung bezeichnet und z.B. - in relativer schlechter
Qualität - auch bei der Herstellung von Zeitungen im Offsetdruck
verwendet. Qualitätsdrucke (Farbseiten von Geo) werden dagegen im Tief-/
Hochdruck hergestellt, wo eine stufenlose Abstimmung der Farbstärke durch
eine unterschiedliche Höhe der Vorlagenfläche möglich ist.
Farbige Vorlagen sind noch schwieriger Einzuscannen, da
der Speicherbedarf um ein Vielfaches steigt: Pro Bildpunkt muß nicht ein
Bit, sondern bei nur 16 Farben vier Bit, bei 256 Farben 1 Byte aufgewendet
werden - das Einlesen einer DIN A 4 Seite mit der Auflösung von 300 dpi,
also 8 Mio. Bildpunkten ergibt so eine Dateigröße (unkomprimiert)
von etwa 4 bzw. 8 MB.
Nachbearbeitung Wesentlich interessanter zum Einscannen
sind daher Vorlagen, die sich vektorisieren,also nachbearbeiten lassen, da so
die Qualität wieder gesteigert bzw. optimiert werden kann.
Fotos: mit Programmen wie Aldus Photostyler oder Corel PhotoPaint
lassen sich z.B. Kontraste verstärken und so die Ausgabequalität bzw.
Reprofähigkeit beim Offesetdruck verbessern.
Grafiken lassen sich oft vektorisieren, d.h. in Objekte
umwandeln. Dazu dient z.B. CorelTrace
3. Texterkennung
OCR (optical character recognition) ist das (weite) Gebiet der Umwandlung
der eingelesenen Bitmaps in ASCII-Zeichen, also editierbaren Text.
Die in der Werbung oft angegebene Trefferquote von 95 bis 98%
läßt sich allerdings nur bei sehr guten Vorlagen erreichen, die frei
von "Störungen" wie unvollständigen Buchstaben und "Dreckflecken"
(etwa durch das Kopieren) sind. = > lohnend ist die Texterkennung v.a.
für große, gleichartige Textmengen von optimaler
(Druck-)qualität, etwa alten Zeitschriftenbänden oder
Gesetzessammlungen.
Die Erkennung von (nationalen) Sonderzeichen (Akzente etc.) ist - gerade
im fremdsprachlichen Bereich - besonders problematisch, da das Programm diese
Zeichen(kombinationen) kennen muß, um sie von "Dreckpunkten" zu
unterscheiden.
Allerdings gibt es einen Lichtblick: Der Einsatz automatischer
Rechtschreibkorrekturprogramme ist hier besonders wirtschaftlich, da so viele
typische Erkennungsfehler automatisch korrigiert werden können: Z.B. wenn
der Buchstabe l als eine 1 (eins) erkannt wird. Dies trifft insbesondere auf
Korrekturprogramme zu, die nicht mit einem festen Wortschatzlexikon arbeiten,
sondern linguistische bzw. statistische Verfahren anwenden, um Wortformen zu
überprüfen.
3.
Basiswissen
Typographie
*
Schrift
Schriftart ist ein vollständiger Zeichensatz
(Groß- und Kleinbuchstaben, Ziffern, Satz- und Sonderzeichen) mit einem
einheitlichen Charakter.
Schriftschnitte (in Word als Stil bezeichnet, Beispiele
siehe Tabelle) sind die
Grundeffekte der Typographie, d.h. mager (light) normal
(plain) kursiv (oblique bzw. italic), fett (bold) und die Mischung fett und
kursiv (bold italic).
Weitere Effekte lassen sich durch eine unterschiedliche Laufweite
(Tracking) der Buchstaben erzeugen. Dadurch läßt sich aber
auf elegante Art und Weise ein zu lang geratener Text kürzen bzw.
umgekehrt ein zu kurzer verlängern.
Von der Anwendung her eng
verwandt mit den Schriftschnitten sind weitere Stileffekte wie
KAPITäLCHEN, Kontur- (Outline) und schattierte (Shadow)
Schrift.
Alle Schriftschnitte einer Schriftart bilden eine
Schriftfamilie.
Grundsätzlich lassen sich serifenbetonte und serifenlose Schriften
unterscheiden.
Serifenbetonte oder Antiquaschriften, wie z.B.
Times New Roman, wirken klassisch und litarisch, eignen sich
also z.B. für laufende Texte.
Serifenlose oder Groteskschriften, wie z.B.
Helvetica, wirken modern, sachlich und werden z.B. in Titeln
oder bei Gebrauchsanweisungen verwendet.
Neben den "echten" Kursivschriften bzw. Schriftfamilien,
werden im DTP oft auch digital gekippte Schriften (sog. "oblique"-Schriften)
verwendet, was allerdings vom Ergebnis her typographisch unbefriedigend ist.
Die Schriftgröße (auch Schriftgrad) wird in
typographischen Punkten gemessen, wobei heute das aus den USA stammende
Pica-System (1 pt = 0,351 mm, 12 pt = 1 Pica) als international
gültige ISO-Norm verwendet wird.
Der Durchschuß (leading), der Raum zwischen zwei
Textzeilen, ist ein entscheidender Faktor für die Lesbarkeit von Texten.
Er ist der Abstand zwischen der Unterkante einer Zeile zu der Oberkante der
nächsten Zeile. Ein negativer Durchschuß kann bei
Erstellung von ineinander verschmolzenen Logos und Briefköpfen sinnvoll
sein.
Der Vorschub oder Zeilenabstand ist dagegen der Abstand von einer
Grundlinie zur nächsten.
Der Zeilenabstand ist meist automatisch auf 120% der
Schriftgröße gesetzt und der Durchschuß auf 20%. Bsp.:
bei 10 Punkten Schriftgröße ist der Vorschub 12 Punkte, der
Durchschuß 2 Punkte, bei einem Zeilenabstand von 1,5 Zeilen beträgt
der Durchschuß 0,5 Zeilen.
Buchstabenzwischenräume und Unterschneidung
Der Buchstabenzwischenraum (Spacing) stammt aus der Zeit
der Schreibmaschine, wo jeder Buchstabe eine feste Breite
(Dickte) besaß. Bei den modernen
Proportionalschriften (praktisch alle außer Courier bzw.
Courier-ähnliche Schriften) fallen dagegen die Zwischenräume, die
dadurch z.B. beim i gegenüber dem M auftreten weg. Die
Unterschneidung (Kerning) beseitigt den Mißstand der
Proportionalschriften, daß der Abstand zwischen den Buchstabenpaaren
immer gleich groß ist. Ähnlich wie bei Ligaturen (verschmolzene
Buchstaben) werden beim Kerning Buchstaben ggf. näher
aneinandergeschoben.
1. Gestaltungstips für die Typographie technischer und geschäftliche
Texte
Schriftgröße passend zu Texttyp und Satzspiegel mit 9-12pt
wählen, wobei Text in Bildern und Bildunterschriften höchsten so
groß wie die Grundschrift sein sollte.
Als Grundschrift am besten Times New Roman, für die
Überschriften Helvetica (serifenlos) verwenden (wie die meisten Zeitungen
und Zeitschriften).
Zeilenabstand mindestens 1,5 Zeilen, ggf. zwischen Absätzen noch
zusätzlicher Abstand.
Kolumnentitel (Kopf- und Fußzeile) deutlich vom Text trennen, nicht
überladen und möglichst knapp halten
4.
Basiswissen
Layout
1.
Satzspiegel
Eine Seite (Maße für DIN A 4) kann entweder im
bedruckt
werden.
2.
Seitenaufbau
und -ränder
Hier ist der Unterschied zwischen einseitigen Seiten und doppelseitig
bedruckten Buchseiten zu beachten. Bei doppelseitig bedruckten Seiten ist
zusätzlich zum normalen Rand ein sogenannter Bundsteg
(bzw. Heftrand) notwendig, der Platz für die Bindung - oder auch Lochung -
läßt und bei geraden Seiten rechts, bei ungeraden Seiten links (also
jeweils innen) sitzt.
Es werden folgende Stege (Fachbegriffe für
Ränder) unterschieden:
3. Gestaltungstips für das Layout technischer Texte
Auf einen ausgewogenen und ruhigen Gesamteindruck der Seiten achten.
Die Anordnung von Texten und Bildern einheitlich und damit eindeutig
halten und den Lesefluß berücksichtigen: Das Bild als Leitmedium
links oder oberhalb des erläuternden Textes (und umgekehrt).
Bei einspaltigem Satz pro Zeile maximal 60 Zeichen, bei mehrspaltigem
Satz 35-45 Zeichen pro Spalte, wobei der Spaltenzwischenraum größer
als der durchschnittliche Wortzwischenraum sein sollte.
Den Innenrand (Bundsteg) muß zum Binden/Lochen ausreichen, so
daß keine Schrift verschwindet.
5.
Grafik
* Grafische Vorlagen
1. Vektorzeichnungen
Vektorzeichnungen sind die computergerechteste Form von Grafiken, da sie
sich ohne Qualitätsverlust verändern lassen (analog zur
Postscript-Schrift).
Solche Zeichnungen werden nicht in ihrer konkreten Form abgespeichert,
sondern als mathematische Formeln (eben Vektoren), aus denen für jede
Ausgabe mit den jeweils angegebenen Maßen.
Typische Anwendungsfelder sind technische Dokumentationen, die zur
Illustration von Sachverhalten oft auf Maschinen- und Teilezeichnungen
zurückgreifen. Durch ihre hohe Reproduktionsqualität vom Computer
aus, werden sie aber auch - sofern sich Konturen bestimmen lassen - aber auch
für jede Art von hochwertigen Graphikausgaben verwendet (z.B.
Firmenlogos).
2. Pixelbilder
Pixelgrafiken entsprechen dagegen eher dem
"künstlerischen" Malen mit Stiften und Radiergummi.
Durch die Speicherung als Raster ist man hier sehr stark auf ein
bestimmtes Ausgabegerät (bzw. die entsprechende Größe und
Auflösung der Ausgabe) festgelegt, wenn man eine optimale Qualität
erreichen will. So müssen Bilder für eine Bildschirmdarstellung z.B.
auf eine wesentliche niedrigere Auflösung hin bearbeitet werden, als
für eine (Laser-)Druckerausgabe.
Dennoch kommt man in vielen Fällen nicht um das Pixelformat herum,
insbesondere bei Fotos gibt es einfach keine andere Möglichkeit (zumindest
wenn man von einer aufwendigen, professionellen Nachbearbeitung absieht).
Andererseits reicht das Bitmapformat mit einer entsprechenden
Auflösung für den "Hausgebrauch" oft auch aus, wobei aber die
Dateigröße sehr stark zunimmt.
3. Clipart
Cliparts sind vorgefertigte und katalogisierte
Gebrauchsgrafiken, wobei ein Grundstock bei vielen Grafikprogrammen (bzw. sogar
im Microsoft Office Paket) mitgliefert werden.
Dabei handelt es sich um Illustrationen, Symbole, Piktogramme oder auch um
ganz einfache - aber sehr nützliche - Gestaltungslemente wie z.B. Pfeile,
Punkte, Rahmen, Wellen- und Schattenlinien. Diese sind oft thematisch
geordnet und bei CorelDraw wird sogar eigens ein gedruckter
Katalog mitgeliefert.
Das Dateiformat ist unterschiedlich, es kann sich sowohl um Vektor- als
auch Bitmapgrafiken handeln. Durch eine spezielle Komprimierung sind
Clipart-Dateien oft nur wenige Kilobyte groß.
*
Grafikformate
Bei dieser Übersicht gängiger Grafikformate und ihrer
Dateinamenerweiterungen ist zu beachten, daß DOS/Windows jeweils nur drei
Zeichen zulassen !
1. Programmspezifische Erweiterungen
CDR
Corel Draw (von wenigen anderen Programmen importierbar)
DS4
Designer 4.0, gute Exportfunktion
PPT
PowerPoint 4.0 (Präsentationsprogramm)
2. Betriebssystemspezifische Grafikformate
BMP
Windows Bitmap-Formate, mind. 75 dpi, normal 300-600 dpi
PCX
wie BMP-Format
WMF
Windows Metafile, Austauschformat mit relativ geringer
Qualität
PICT
Apple Macintosh Standard Grafikformat (als PICT2 auch
farbfähig)
3. standardisierte Grafikformate und de-facto-Standards
EPS
Encapsulated Postscript, spezielle PS-Form für Grafiken
GIF
Graphic interchange format, sehr hohe Komprimierung,
dafür geringere Qualität und Farbtiefe, v.a. Bildschirmdarstellung
JPEG
Joint Picture Experts Group, internationaler ISO-Standard,
v.a. für Fotos und Halbtondarstellungen gut geeignet;
TIFF/TIF
Tagged image file Format, sehr hohe Druckqualität
durch (leider unterschiedlich) standardisierte Beschreibungssprache
WPG
Word Perfect Graphics, eignet sich sehr gute für
Ausdrucke, da eine Grafik automatisch an die Seitenbreite/-größe
angepaßt wird